09.05.2008 18:03
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Aktien Frankfurt Schluss: Schwach - Neuer US-Ölpreisrekord und AIG belasten

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Weitere Hiobsbotschaften über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sowie neue Höchststände beim Ölpreis haben am Freitag für sinkende Kurse am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der DAX  beendete die Handelswoche mit einem Tagesverlust von 0,97 Prozent bei 7.003,17 Punkten. Damit blieb er knapp über der psychologisch wichtigen 7.000-Punkte-Marke, über der er sich seit dem vergangenen Freitag hatte behaupten können. Auf Wochenbasis gab der Leitindex lediglich 0,57 Prozent ab. Der MDAX  schloss 1,23 Prozent tiefer bei 9.548,00 Zählern. Der TecDAX  verabschiedete sich mit einem Minus von 1,32 Prozent bei 835,29 Punkten ins Wochenende.          Der neue Rekordverlust des weltgrößten Versicherungskonzerns American International Group (AIG)   und die damit verbundene Kapitalerhöhung belaste die Stimmung, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Hinzu komme der Ölpreis, der immer neue Rekorde erklimmt. Zuletzt stieg der US-Ölpreis erstmals über 126 US-Dollar.

    Erneut standen einige Unternehmen mit ihren Quartalsberichten und Jahresausblicken im Fokus der Anleger. Zahlreiche weitere schütteten ihre Dividenden aus. Neben der Postbank , BMW  und adidas wurden auch HUGO BOSS , HOCHTIEF , HeidelbergCement und Wacker Chemie  ex Dividende gehandelt.

    Der Industriegasekonzern Linde  verfehlte beim operativen Ergebnis im ersten Quartal die Durchschnittsprognose der von dpa-AFX befragten Analysten. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen leicht unter den Erwartungen. Das Unternehmen bestätigte allerdings seinen Ausblick für 2008 und die mittelfristigen Ziele. Die Commerzbank stufte Linde von „Add“ auf „Hold“ ab. Das Papier büßte 4,12 Prozent auf 92,15 Euro ein.

    Allianz-Titel  verloren marktkonforme 1,01 Prozent auf 129,05 Euro. Durch die Finanzkrise geriet die Tochter Dresdner Bank im ersten Quartal erneut tief in die roten Zahlen. Die Zukunft des Kreditinstituts blieb am Freitag bei der Vorlage der Quartalszahlen weitgehend offen. Bis Ende August soll das Privat- und Firmenkundengeschäft (PCC) der Bank als eigenes Unternehmen aufgestellt werden.

    Zu den ebenfalls vorgelegten endgültigen Quartalszahlen der Allianz meinte ein Händler, dass diese etwas besser als die bereits veröffentlichten Eckdaten seien. Sie lägen damit allerdings immer noch deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Belastend wirke zudem der riesige, teils abschreibungsbedingte Verlust der AIG von 7,81 Milliarden Dollar, der auch die übrigen Finanzaktien im DAX drücke. Commerzbank  gaben um 1,80 Prozent auf 22,94 Euro nach und Deutsche Bank verloren 1,51 Prozent auf 76,24 Euro.

    Im MDAX fielen Titel von AMB Generali  um 0,50 Prozent auf 116,32 Euro, hielten sich damit aber vergleichsweise gut. Der Gewinn des Versicherers ging im ersten Quartal wegen der Kapitalmarktkrise unerwartet stark zurück. Der Konzern bestätigte dennoch mit Einschränkungen die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Laut WestLB-Analyst Thomas lag die operative Entwicklung im Rahmen der Erwartungen. ARQUES Industries  legten dagegen um 2,01 Prozent auf 9,62 Euro zu und waren damit Spitzenwert im Index der mittelgroßen Werte. Die Beteiligungsgesellschaft sieht eine Aufhellung des Börsenklimas in Deutschland und verbesserte Chancen für einen Börsengang ihres IT-Großhändlers Actebis noch in diesem Jahr.

    Im TecDAX schlossen Freenet  nach zwischenzeitlichen Gewinnen mit minus 0,79 Prozent bei 10,10 Euro. Mehrere Händler hatten sich überwiegend enttäuscht über die Zahlen zum ersten Quartal geäußert. Die Erwartung eines nun rascheren Verkaufs der DSL-Sparte sei aber gestiegen, was den Kurs stütze./gl/he

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