09.05.2008 14:36
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Aktien Frankfurt: Schwach - AIG und Ölpreis drücken auf die Stimmung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Weitere Hiobsbotschaften über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise sowie neue Höchststände beim Ölpreis haben am Freitag für sinkende Kurse am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Leitindex DAX weitete im Handelsverlauf seine Verluste aus und fiel unter 7.000 Punkte. Bis zum Nachmittag büßte er 1,32 Prozent auf 6.978,41 Punkte ein. Der MDAX verlor 1,49 Prozent auf 9.522,10 Zähler und der TecDAX gab um 1,57 Prozent auf 833,19 Punkte nach.

Der neue Rekordverlust und die damit verbundene Kapitalerhöhung des weltgrößten Versicherungskonzerns American International Group (AIG) mit den daraufhin abbröckelnden US-Indexfutures belaste die Stimmung, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Hinzu komme der Ölpreis, der immer neue Rekorde erklimmt und für WTI-Öl inzwischen über 125 Dollar je Barrel notiert. "Richtig Druck auf den Aktienmarkt sehe ich noch nicht. Aber die Gefahr, dass es noch weiter runtergehen wird, besteht durchaus", sagte er. Die Handelsumsätze seien allerdings insgesamt recht niedrig.

Erneut standen einige Unternehmen mit ihren Quartalsberichten und Jahresausblicken im Fokus der Anleger. Zahlreiche weitere schütten ihre Dividenden an diesem Tag aus. Neben der Postbank , BMW und adidas werden auch HUGO BOSS , HOCHTIEF , HeidelbergCement und Wacker Chemie ex Dividende gehandelt.

Der Industriegasekonzern Linde verfehlte beim operativen Ergebnis im ersten Quartal die Durchschnittsprognose der von dpa-AFX befragten Analysten. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen leicht unter den Erwartungen. Das Unternehmen bestätigte allerdings seinen Ausblick für 2008 und die mittelfristigen Ziele. Die Commerzbank stufte Linde-Aktien daraufhin von "Add" auf "Hold" ab. Das Papier büßte als schwächster DAX-Wert 4,63 Prozent auf 91,66 Euro ein.

Allianz-Titel verloren 1,83 Prozent auf 127,99 Euro. Durch die Finanzkrise geriet die Tochter Dresdner Bank im ersten Quartal erneut tief in die roten Zahlen. Die Zukunft des Kreditinstituts blieb am Freitag bei der Vorlage der Quartalszahlen weitgehend offen. Bis Ende August soll das Privat- und Firmenkundengeschäft (PCC) der Bank als eigenes Unternehmen aufgestellt werden.

Zu den ebenfalls vorgelegten endgültigen Quartalszahlen der Allianz meinte ein Händler, dass diese etwas besser als die bereits veröffentlichten Eckdaten seien. Sie lägen damit allerdings immer noch deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Belastend wirke zudem der riesige, teils abschreibungsbedingte Verlust der AIG von 7,81 Milliarden Dollar, der auch die übrigen Finanzaktien im DAX drücke. Commerzbank etwa gaben um 2,10 Prozent auf 22,87 Euro nach und Deutsche Bank um 2,13 Prozent auf 75,76 Euro.

Im MDAX fielen Titel von AMB Generali um 0,42 Prozent auf 116,42 Euro. Auch dieser Versicherer litt unter der Kapitalmarktkrise: Der Gewinn ging im ersten Quartal daher unerwartet stark zurück. Der Konzern bestätigte dennoch mit Einschränkungen die Gewinnprognose für das laufende Jahr. ARQUES Industries legten dagegen um 3,29 Prozent auf 9,74 Euro zu und waren damit Spitzenwert in dem Index der mittelgroßen Werte. Die Beteiligungsgesellschaft sieht eine Aufhellung des Börsenklimas in Deutschland und verbesserte Chancen für einen Börsengang ihres IT-Großhändlers Actebis noch in diesem Jahr.

Freenet stiegen im TecDAX um 1,28 Prozent auf 10,31 Euro. Mehrere Händler äußerten sich zwar enttäuscht über den Großteil der vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal. Die Erwartung eines nun rascheren Verkaufs der DSL-Sparte sei aber gestiegen und das treibe den Kurs./ck/fat





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