Aktien Wien Schluss: Mit historischem Plus - Rally nach Bankenrettungspaketen
Der Markt konnte sich mit der Montags-Rally teilweise von den massiven Verlusten der Vorwoche erholen. In der abgelaufenen Woche hatte der ATX vor dem Hintergrund der Finanzkrise rund 29 Prozent verloren. Die am Wochenende beschlossenen Krisenbewältigungsmaßnahmen der führenden Industrienationen der G-7-Gruppe sowie die Bankenrettungspakete der Euro-Länder wurden in Folge am Montag an den Börsen euphorisch aufgenommen. Allein das Paket der österreichischen Regierung beläuft sich auf 100 Milliarden Euro.
Händler und Analysten werteten die Maßnahmen in ersten Reaktionen positiv, Entwarnung für die Märkte könne aber noch nicht gegeben werden. Von einer Normalisierung und Beruhigung könne man erst sprechen wenn im Lauf einiger Wochen auch die Volatilität deutlich zurück kommt, so der Grundtenor am Markt. Der Tiefpunkt an den Börsen könnte nach Einschätzung des CA Chevreux-Analysten Alfred Reisenberger mit dem vergangenem Freitag aber bereits gesehen worden sein.
Wesentlich für eine nachhaltige Beruhigung der Börsen sei nun nach Einschätzung von Experten, ob die angekündigten Rettungspakete zu einer Wiederherstellung des Vertrauens in die Banken und in Folge zu einem Neustart des zusammen gebrochenen Geldmarkts führen. Der für den Geldmarkt notwendige Verleih von Geld zwischen den Banken war angesichts der Banken-Vertrauenskrise zuletzt praktisch still gestanden. "Das ist die Klemme, die es zu lösen gilt. Wenn das klappt, könnte das zur Beruhigung der Märkte führen", sagte ein Händler.
Am Montag wurden die Rettungspläne vorerst klar positiv aufgenommen. Die Kursgewinne könnten auch durch Rückdeckungen von Short-Positionen und in Folge einen sogenannten "Short Squeeze" verstärkt worden sein, glauben Analysten. Viele Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, dürften angesichts der Gewinne gezwungen gewesen sein ihre Positionen durch Aktienkäufe zu schließen, was die Kurse weiter nach oben getrieben haben könnte.
Die Kursgewinne zogen sich am Montag durch alle Branchen. Besonders stark gesucht waren Voestalpine und stiegen um 27,23 Prozent auf 23,41 Euro (2.680.104 gehandelte Stück). Die Aktie war bereits während der Börsentalfahrt in der Vorwoche auffällig gesucht. Der RCB-Analyst Klaus Küng führt die gute Nachfrage auf den Aufholbedarf der Aktie zurück. Das Papier habe besonders unter der Börsenkrise gelitten und sei stärker als andere Aktien der Branche zurück gefallen, nun werde der Bewertungsabschlag aufgeholt. In der Vorwoche dürfte zudem die Verschiebung der Entscheidung über ein neues Stahlwerk in Osteuropa positiv von der Börse aufgenommen worden sein.
Die Voestalpine -Aktie dürfte schließlich von Leerverkäufern auch massiv "geshortet" worden sein, angesichts der Verschiebung des Milliardenprojekts und der Bankenrettungspakete dürften viele Leerverkäufer nun ihre Positionen geschlossen haben, vermutet Küng. Den Einstieg eines strategischen Investors hält Küng allerdings für unwahrscheinlich. Angesichts der günstigen divisionalen Ausrichtung des Konzerns hält der Analyst trotz der erwarteten Wirtschaftsabkühlung bis Jahresende Anstiege der Aktie bis auf 30 Euro für wahrscheinlich.
Gut gesucht waren am Montag auch die zuletzt stark geprügelten Bankenwerte. Raiffeisen International schlossen mit einem Plus von 18,09 Prozent bei 32,12 Euro. Zur Eröffnung wurde die Aktie kurzfristig sogar mit einem Plus von 45 Prozent notiert. Aber auch mit den Gewinnen von Montag notiert das Papier immer noch unter seinem Emissionspreis aus dem Jahr 2005 von 32,50 Euro. Erste Group Bank stiegen um 11,71 Prozent auf 24,80 Euro . Seit Jahresbeginn weist die Aktie immer noch ein Minus von knapp 50 Prozent auf.
Unter den weiteren ATX -Schwergewichten gewannen OMV 14,05 Prozent auf 25,89 Euro. VERBUND stiegen um 11,08 Prozent auf 40,00 Euro. Telekom Austria legten 6,77 Prozent auf 10,25 Euro zu .
Tagesgewinner im prime market waren vor den Hintergrund einer möglichen Fusion die zuletzt massiv unter die Räder gekommenen Immofinanz und Immoeast. Immofinanz Immobilien Anl. stiegen um 42,86 Prozent auf 1,50 Euro . Immoeast Immobilien Anlagen gewannen 29,87 Prozent auf 1,00 Euro . Der UniCredit-Analyst Alexander Hodosi ortet in einer ersten Einschätzung gute Chancen auf eine Fusion der beiden Unternehmen./mik/APA/wiz
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