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23.08.2005 08:28

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Ausblick: Die Märkte am Dienstag


Der Dax bewegte sich gestern in einer engen Spanne zwischen 4.929,19 und 4.954,41 Punkten auf und ab. Einen Schub erhielt der Deutsche Aktienindex im späten Handel von den US-Börsen, welche sich gestern in einer guten Laune befanden. Schluss war für den DAX bei 4.941,69 Punkten, womit der Index ein Plus von 0,24 Prozent erzielt hat (LDAX: 4.922,23 Punkte; +0,02 Prozent). Der MDAX gewann 0,95 Prozent auf 6.806,09 Punkte.

Als Zugpferde stellten sich die Automobilwerte heraus. Ganz oben an der Spitze der Gewinnerliste befand sich dabei Volkswagen (+2,02 Prozent). Presseberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zuge der Korruptionsaffäre beim Automobilbauer gegen den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert, der mittlerweile zurückgetreten ist. Der Titel des Konkurrenten DaimlerChrysler (+1,09 Prozent) war ebenfalls ganz oben mit dabei. Hier gab es Pressemeldungen, dass sich der Konflikt zwischen dem Konzern und Mehrheitsaktionären um den Verkauf der MTU Friedrichshafen weiter zuspitzt.

Weitere Meldungen gab es von ThyssenKrupp. Eine Tochtergesellschaft hatte den Verkauf des Turbinenkomponenten-Bereichs verkündet. Außerdem meldete die Siemens-Sparte Transportation Systems den Erhalt eines Auftrages im Wert von 72 Mio. Euro aus Mexiko.

Die 5.000-Punkte Marke rückt in greifbare Nähe. Bei den Marktexperten bestehe jedoch Uneinigkeit, ob die Marke in dieser Woche geknackt werden kann. Einige Beobachter halten den Markt insgesamt weiterhin für politisch getrieben. Die anstehenden Neuwahlen sollten damit im Fokus vieler Anleger stehen.

Der Markt heute:

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit einem Minus in den Handel starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.929 Punkten, Lang & Schwarz mit 4.930 Punkten und HSBC Trinkaus & Burkhardt sieht den DAX bei 4.931 Zählern.

Konjunktur- und Wirtschaftstermine:

In der Eurozone steht heute der Wochenausweis der Fremdwährungsreserven zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Deutschland das BIP, die ZEW-Konjunkturerwartungen und das ifo Weltwirtschaftsklima bekannt gegeben. Aus den USA werden die Verkäufe bestehender Häuser gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei Amcor Ltd., Bank of Montreal, Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG, Concord Effekten AG, EM.TV AG, GILDEMEISTER AG, Hunter Douglas N.V, Pankl Racing Systems AG, SYNAXON AG und Williams-Sonoma Inc. an. Die Hauptversammlung wird bei CPU Softwarehouse AG, CTS EVENTIM AG, IM Internationalmedia AG und mobilcom AG abgehalten.

Die US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag im Plus. Während der Dow Jones um 0,1 Prozent auf 10.569 Punkte zunahm, legte die Nasdaq um 0,27 Prozent auf 2.141 Zähler zu. Die Futures notieren derzeit unverändert. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.581 Punkten (0,0 Prozent) und der S&P Future bei 1.223 Zählern (0,0 Prozent).

Devisen, Gold und Rohstoffe:

Brent Oil: 65,69 Dollar; Euro: 1,2201 Dollar; Gold: 439,65 Dollar

Die beiden Automobilkonzerne Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) und DaimlerChrysler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) stehen Presseangaben zufolge kurz vor einer gemeinsamen Allianz auf dem US-Markt. Wie das "Handelsblatt" (Vorabveröffentlichung) unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, will der Wolfsburger Konzern sein Angebot in den USA mit einem von Chrysler produzierten Van erweitern. Das neue Automobil auf Basis der nächsten Generation des Chrysler-Modells Voyager soll ausschließlich auf dem US-Markt angeboten werden und könnte schon im Jahr 2007 eingeführt werden. Laut dem Bericht laufen derzeit entsprechende Verhandlungen zwischen dem VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard und dem zukünftigen Konzernchef von DaimlerChrysler, Dieter Zetsche. Ein entsprechender Vertrag zwischen den beiden Automobilkonzernen könnte bereits im September im Rahmen der Automobilmesse IAA unterzeichnet werden. Beide Konzerne waren auf Anfrage der Zeitung bezüglich der Spekulationen zu keiner Stellungnahme bereit.

Die OSI Pharmaceuticals Inc. (ISIN US6710401034/ WKN 873205), ein Biotech-Unternehmen in den USA, meldete am Sonntag, dass sie die Eyetech Pharmaceuticals Inc. (ISIN US3022971069/ WKN 251716), einen Spezialisten für die Behandlung von Augenkrankheiten, für rund 935 Mio. Dollar in Bargeld und Aktien übernehmen wird. Im Rahmen der Transaktion zahlt OSI für jede Eyetech-Aktie 20 Dollar, was einer Prämie von 43 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag entspricht. Dabei werden 75 Prozent des Kaufpreises (15 Dollar pro Aktie) in bar bezahlt, während der Rest in Form von Aktien beglichen wird - das Umtauschverhältnis entspricht hier 0,12275 OSI-Anteilsscheine pro Eyetech-Aktie. Durch die Transaktion wird nach Angaben von OSI-CEO Colin Goddard in 2006 ein Konzern mit über 600 Mio. Dollar Umsatz entstehen, der in der Zukunft große Wachstumschancen hat. Beraten wird OSI bei der Übernahme von Bear Stearns, während Eyetech von Merrill Lynch unterstützt wird.

Die Bank of Communications Co. Ltd. (ISIN CN000A0ERWC7/ WKN A0ERWC), die fünftgrößte Bankgesellschaft in China, meldete am Montag, dass sie im ersten Halbjahr einen Gewinn nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum erzielt hat, was auf geringere Steuern und Rückstellungen für Kreditausfälle zurückgeführt wird. In seiner ersten Veröffentlichung seit dem IPO im Juni wies das Kreditinstitut einen Nettogewinn in Höhe von 4,61 Mrd. Chinesischen Yuan (CNY) (567 Mio. Dollar) bzw. 0,12 CNY pro Aktie aus. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Fehlbetrag von 1,91 Mrd. CNY bzw. 0,11 CNY pro Aktie verbucht worden. Die Nettozinseinnahmen kletterten um 31 Prozent auf 14,94 Mrd. CNY. Die staatliche chinesische Bank, die zu 19,9 Prozent der britischen HSBC Holdings plc gehört, konnte ihre Rückstellungen für Kreditausfälle in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres von 2,36 Mrd. CNY im Vorjahr auf 1,92 Mrd. CNY reduzieren.

Der Zusammenschluss der beiden Haushaltsgerätehersteller Whirlpool Corp. (ISIN US9633201069/ WKN 856331) und Maytag Corp. (ISIN US5785921074/ WKN 859937) ist unter Dach und Fach. Wie beide Konzerne am Montag erklärten, wurde eine endgültige Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Im Rahmen des Abkommens wird Whirlpool seinen Mitbewerber für insgesamt 21 Dollar je Aktie übernehmen. Die Anteilseigner von Maytag erhalten im Rahmen der Übernahmevereinbarung einen Baranteil in Höhe von 10,50 Dollar sowie zwischen 0,1144 bis 1,1398 Whirlpool-Anteilsscheine je Aktie. Vor der Vertragsunterzeichnung leistete Whirlpool eine Abschlusszahlung in Höhe von insgesamt 40 Mio. Dollar an eine Tochter der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Ripplewood Holdings, mit der man ursprünglich eine Übernahmevereinbarung geschlossen hatte. Dieser Betrag wurde von Whirlpool im Anschluss an Maytag zurückerstattet. Whirlpool erwartet den Abschluss der Transaktion, der noch unter dem Vorbehalt der zuständigen Kartellbehörden sowie der Zustimmung durch die Anteilseigner von Maytag steht, im ersten Quartal 2006.

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