29.03.2007 08:25
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Ausblick: Die Märkte am Donnerstag

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten den gestrigen Handelstag mit Verlusten beenden. So verzeichnete der DAX zum Ende ein Minus von 0,60 Prozent auf 6.816,89 Punkte (LDAX: 6.841,24 Punkte; -0,37 Prozent), während der MDAX um 0,77 Prozent auf 9.965,18 Punkte zurückfiel. Grund für die Kursabschläge waren vor allem enttäuschende US-Konjunkturdaten sowie ein deutlicher Anstieg der Ölpreisnotierungen, die zuletzt aufgrund des schwelenden Iran-Konflikts deutlich oberhalb der Marke von 65 Dollar je Barrel notierten.

Im Blickpunkt der Anleger stand die Aktie des Industriekonzerns Siemens. Am Vortag wurde Presseberichten zufolge erstmals ein Zentralvorstand des Münchener Konzerns in Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre um den Industriekonzern verhaftet. Siemens gab bekannt, dass das betreffende Vorstandsmitglied auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben freigestellt wurde. Zum Handelsende verbuchte die Aktie ein Minus von mehr als 2,2 Prozent und lag damit mit am unteren Ende des DAX. Noch schwächer viel die Performance von Volkswagen aus, wobei die Aktie aufgrund von Gewinnmitnahmen mehr als 2,6 Prozent verlor und damit die Rote Laterne im DAX hielt. Ebenfalls schwächer präsentierte sich DaimlerChrysler, nachdem General Motors Presseangaben zufolge nun wohl doch nicht für die defizitäre US-Sparte Chrysler bieten will. Zum Ende verbuchte der Wert ein Minus von mehr als 2 Prozent. Deutlichere Abschläge hatten auch ThyssenKrupp und BMW vorzuweisen, die jeweils 1,6 bzw. 1,5 Prozent verloren.

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Mit an der Spitze rangierte der Konsumgüterkonzern Henkel, der in einem ansonsten schwachen Marktumfeld aufgrund positiver Analystenmeinungen mehr als 1,4 Prozent zulegen konnte. Noch deutlichere Zugewinne verbuchte die Aktie von Bayer, nachdem eine renommierte US-Investmentbank das Kursziel für den Pharmahersteller angehoben hatte. Zum Schluss konnte Bayer seine Gewinne ausbauen und verteuerte sich um mehr als 1,5 Prozent. Die Aktie der Deutschen Postbank (+0,6 Prozent) konnte ebenfalls moderat zulegen, nachdem man den Erwerb einer Beteiligung an dem Finanzdienstleister Hypoport bekannt gegeben hatte.

Der Markt heute:

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 6.819 Punkten und HSBC Trinkhaus & Burkhardt sieht den DAX bei 6.821 Zählern.

Konjunktur- und Wirtschaftstermine:

In Deutschland stehen heute die Arbeitsmarktdaten und der Großhandelsumsatz zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und das BIP gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei Articon-Integralis AG, BERU AG, CDC Corp., Constantin Film AG, DIC Asset AG, Die Reinecke + Pohl Sun Energy AG, Dürr AG, Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG, ElringKlinger AG, ErSol Solar Energy AG, euromicron AG, Evotec AG, fluxx.com AG, GILDEMEISTER AG, IWKA AG, JENOPTIK AG, KarstadtQuelle AG, Kingfisher plc, Klöckner-Werke AG, Koenig & Bauer AG, Müller - Die lila Logistik AG, Neue Sentimental Film AG, NorCom Information Technology AG, Pfeiffer Vacuum Technology AG, Pfleiderer AG, Plambeck Neue Energien AG, QSC AG, REALTECH AG, Red Hat Inc., Sanacorp Pharmahandel AG, SHS VIVEON AG, Solectron Corp., STADA Arzneimittel AG, TIBCO Software Inc., TV-Loonland AG, Wiener Städtische Versicherung AG, Wirecard AG, A.G. Edwards Inc., CarMax Inc., CKE Restaurants Inc., Family Dollar Stores Inc., Steelcase Inc. und UTi Worldwide Inc. an.

Die US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 12.300 Punkten um 0,78 Prozent abnahm, ging die NASDAQ um 0,83 Prozent auf 2.417 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.793 Punkten (+0,2 Prozent) und der S&P Future bei 1.432 Zählern (+0,2 Prozent).

Devisen, Gold und Rohstoffe:

Brent Oil: 63,85 Dollar; Euro: 1,3322 Dollar; Gold: 665,25 Dollar

Wichtige Meldungen:

Das US-Handelsministerium in Washington präsentierte für Februar 2006 einen Zuwachs beim Auftragseingang langlebiger Güter, der jedoch unter den Erwartungen lag. So stieg die Zahl der Bestellungen auf Monatssicht um 2,5 Prozent, während Volkswirte sogar ein Plus von 3,5 Prozent bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren geschätzt hatten. Für Januar wurde der Rückgang von vorläufig 8,7 auf 9,3 Prozent nach oben revidiert. Die Auftragsentwicklung langlebiger Güter dient als Signal für die Investitionsneigung der Unternehmen. Jedoch gilt sie als nicht sehr verlässlicher Indikator, da Großaufträge zu starken Schwankungen führen. Volkswirte erwarten erst bei einem kräftigen Anziehen der Investitionsnachfrage einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212), die drittgrößte Fluggesellschaft in Europa, und ihr chinesischer Wettbewerber Air China Ltd. (ISIN CN000A0DNWD6/ WKN A0DNWD) setzen ihre Zusammenarbeit fort, um die Flugfrequenz auf der chinesisch-deutschen Route weiter zu erhöhen. Dies teilte Air China am Mittwoch mit. Den Angaben zufolge werden derzeit pro Woche 66 Flüge von Frankfurt bzw. München nach Peking, Shanghai und Guangzhou durchgeführt. Bereits seit Oktober 2000 unterhalten Air China und Lufthansa eine strategische Partnerschaft, die mit der gegenseitigen Nutzung von Flugnummern begann. Im Mai 2006 unterzeichneten sie einen weiteren Code-Sharing-Vertrag, der sich über weiter fünf Jahre erstreckt. Ziel der Kooperation ist es, den Passagieren ein ausgedehntes Streckennetz, reibungslose Anschlüsse und aufeinander abgestimmte Produkte und Dienstleistungen zu bieten, um so die Wettbewerbsfähigkeit beider Airlines zu stärken und weiter zu erhöhen. Die Code-Sharing-Partnerschaft von Air China und Lufthansa sieht vor, sämtliche Flüge auf der chinesisch-deutschen Route unter den Flugnummern beider Airlines anzubieten. So werden Flüge von Frankfurt und München in acht andere deutsche Städte unter Flugnummern von Air China angeboten, während Verbindungen in weitere chinesische Städte unter Lufthansa-Flugnummern ausgewiesen werden. Das so genannte Drittland-Code-Sharing bietet den Fluggästen Verbindungen zwischen China, Brasilien und Spanien. Zudem arbeiten die beiden Fluglinien auch bei ihren Vielflieger-Programmen (FFP) zusammen, sodass die Vielflieger-Kunden auf allen Air China- und Lufthansa-Flügen Punkte sammeln und Flugpreisermäßigungen erhalten können. Zudem profitieren die Passagiere von nahtlosen Transfers zwischen beiden Airlines. Beide Fluggesellschaften profitieren aus der Partnerschaft und können die jährliche Passagierzahl um mehr als 100.000 Fluggäste steigern, hieß es. Im vergangenen Jahr sprach sich die Lufthansa als Mentor für die Aufnahme von Air China in das weltgrößte Airline-Netzwerk aus - die Star Alliance. Derzeit ist Air China dabei, die nötigen Voraussetzungen für den Allianzbeitritt zu schaffen.

Die SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) erweitert die Verantwortungsbereiche der Geschäftsführung, um die Wachstumsausrichtung des Unternehmens zu verstärken. Dies teilte der Walldorfer Softwarekonzern am Mittwochabend mit. Der Konzern begründete die Erweiterung mit dem Ausscheiden von Vorstandsmitglied Shai Agassi zum 1. April 2007. Damit bestätigte SAP entsprechende Berichte des "Wall Street Journal". Den Angaben zufolge erfolgt das Ausscheiden in wechselseitigem Einverständnis. Agassi möchte sich demnach so rasch wie möglich verstärkt seinen persönlichen Interessen in den Bereichen Umweltpolitik, alternative Energien und weiteren Themen widmen. Der SAP-Aufsichtsrat hat den Angaben zufolge Agassis Rücktritt mit Wirkung zum 1. April 2007 bereits angenommen. Agassi soll zukünftig dem Aufsichtsratsvorsitzenden als Berater für Technologie, Innovation und Markttrends zur Seite stehen. In dieser Rolle wird er auch weiterhin ein Büro in der SAP-Niederlassung in Palo Alto, Kalifornien, unterhalten. Also Nachfolger von Agassi wurde Léo Apotheker zum stellvertretenden Vorstandssprecher ernannt. Apotheker ist derzeit President Customer Solutions & Operations und Mitglied des Vorstands. Darüber hinaus gründet die SAP ein "Executive Council", das aus den Corporate Officers des Unternehmens besteht. Das Gremium berichtet direkt an den SAP-Vorstand und ist für die Markt- und Produktstrategie verantwortlich. Durch das Gremium will SAP Kundenbedürfnisse noch schneller umsetzen, um die im Rahmen der Vision 2010 formulierten Wachstumsziele des Konzerns zu unterstützen. Entsprechend der klaren Ausrichtung des Unternehmens auf die derzeitige Plattform- und Produktstrategie, werden die Führungskräfte der Entwicklungsorganisation direkt an Vorstandschef Henning Kagermann berichten.

Die Paychex Inc. (ISIN US7043261079/ WKN 868284), veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2006/07. Der US-Dienstleister für Gehaltsabrechnungen und Steuererklärungen konnte dabei Umsatz und Ergebnis steigern. Der Nettogewinn konnte dabei von 114,5 Mio. Dollar bzw. 30 Cents je Aktie auf 126,6 Mio. Dollar bzw. 33 Cents je Aktie gesteigert werden. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 35 Cents je Aktie erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen von 430,6 Mio. Dollar auf nun 485,3 Mio. Dollar. Die Analystenerwartungen hatten sich zuvor auf 488,3 Mio. Dollar belaufen. Für das derzeit laufende vierte Fiskalquartal 2006/07 erwarten die Analysten einen durchschnittlichen Gewinn von 36 Cents je Aktie bei Umsatzerlösen von 496,1 Mio. Dollar. Paychex will im aktuellen Geschäftsjahr den Gewinn weiterhin um 13 bis 15 Prozent und den Umsatz um 12 bis 14 Prozent steigern. (29.03.2007/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

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Air China %
SAP 35,0 +0,1%
Paychex 20,8 +3,5%
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