16.07.2008 08:24
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Ausblick: Die Märkte am Mittwoch

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der DAX ist am gestrigen Handelstag massiv unter die Räder gekommen und im Verlauf der 6.000er Marke bedrohliche Nahe gekommen. Letztendlich ging das Aktienbarometer mit 6.081,70 Punkten (-1,91 Prozent) in den Feierabend. Den MDAX traf es mit einem Minus von 2,87 Prozent auf 8.145,61 Zähler noch härter. Wie das ZEW am Vormittag bekannt gab, haben sich die deutschen Konjunkturerwartungen im Juli weiter kräftig eingetrübt.

Abermals belastet von Sorgen vor einer Verschärfung der Kreditkrise haben die US-amerikanischen Börsen am Nachmittag mit deutlich roten Vorzeichen eröffnet. Angesichts des jüngsten Ölpreisrückgangs hatte sich die Lage an der Wall Street zum Xetra-Schluss allerdings etwas gebessert. In einer Rede erklärte US-Notenbankchef Ben Bernanke, dass sich im Zuge der getroffenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte die Liquiditätssituation an den internationalen Finanzmärkten etwas entspannt habe. Bernanke äußerte sich außerdem besorgt über die Inflationsentwicklung. Bernanke gehe erst im Zeitraum von 2009 bis 2010 von einem langsamen Rückgang der Inflation aus, da sich im Zuge einer langsam abkühlenden Weltwirtschaft auch die Rohstoffpreise verbilligen dürften.

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Gegen den schwachen Trend konnten Titel von Continental deutlich zulegen, letztendlich belief sich das Plus hier auf 11,6 Prozent. Wie am späten Dienstagnachmittag bekannt wurde, hat die Schaeffler-Gruppe ein Übernahmengebot für den Automobilzulieferer vorgelegt. Volkswagen stiegen dahinter um 2,3 Prozent, nachdem der Konzern einen Werksneubau in den USA angekündigt hat.

Papiere von ThyssenKrupp fielen um gut 3 Prozent zurück. Wie der Konzern am Vorabend mitteilte, hat sein Vorstand beschlossen, bis zu 10,5 Millionen eigene Aktien, das sind rund 2 Prozent des Grundkapitals, an der Börse zu erwerben. Die Aktie der Deutschen Lufthansa blieb mit -2,4 Prozent hinter dem Gesamtmarkt zurück. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di geht in Zusammenhang mit den laufenden Tarifverhandlungen bei der Kranichlinie von einem möglichen Streik aus.

Mit einem Abschlag von 6,4 Prozent bildeten Papiere der Deutschen Börse das Schlusslicht. Spürbar unter Druck standen mitunter auch die Allianz (-5,5 Prozent), die HRE (-4,4 Prozent) und die Deutsche Bank (-4,4 Prozent). Für Henkel ging es um 2,3 Prozent nach unten. Neben einer Gewinnwarnung des US-Mitbewerbers Kimberly-Clark belastete hier auch ein negativer Analystenkommentar.

In der zweiten Reihe büßten Salzgitter über 7 Prozent ein. Der Stahlhersteller gab zuvor bekannt, dass er sich am Kupferhersteller Norddeutsche Affinerie (-3,4 Prozent) beteiligt. KUKA gaben trotz eines Großauftrags von Volkswagen 1,5 Prozent ab. HOCHTIEF knickten um 8 Prozent ein, obwohl der Konzern weitere Großaufträge in den USA erhalten hat. EADS schlossen trotz mehrerer Aufträge für die Tochter Airbus mit 2,7 Prozent im Minus.

Der Markt heute:

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 6.125 Punkten.

Konjunktur- und Wirtschaftstermine:

In Deutschland und Frankreich stehen heute jeweils die Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an. In Euroland werden die Kfz-Neuzulassungen, der EZB HVPI, die Leistungsbilanz und die Verbraucherpreise bekannt gegeben. In England stehen die Durschschnittsverdienste und die Arbeitsmarktdaten auf der Agenda. Aus den USA werden heute die MBA Hypothekenanträge, die Verbraucherpreise, die Realeinkommen, die Kapitalmarktzuflüsse, die Industrieproduktion/ Kapazitätsauslastung, der Ölmarktbericht und das FOMC Sitzungsprotokoll gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei ASML Holding N.V., Abbott Laboratories, AMR Corp., Delta Air Lines Inc., eBay Inc., Gannett Co. Inc., Host Hotels & Resorts Inc., Marshall & Ilsley Corp., Skandinaviska Enskilda Banken AB (SEB), St. Jude Medical Inc., Wells Fargo & Co., Xilinx Inc. und Yum! Brands Inc. an.

Die US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 10.962 Punkten um 0,84 Prozent abnahm, stieg die NASDAQ um 0,13 Prozent auf 2.215 Zähler. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:15 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.810,25 Punkten (+0,6 Prozent) und der S&P Future bei 1.217,50 Zählern (+0,5 Prozent).

Devisen, Gold und Rohstoffe:

Brent Oil: 144,90 Dollar; Euro: 1,5911 Dollar; Gold: 971,20 Dollar

Wichtige Meldungen:

Die amerikanische Intel Corp. (ISIN US4581401001/ WKN 855681) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2008 veröffentlicht. Dabei konnte der größte Chip-Hersteller der Welt Umsatz und Gewinn deutlich steigern und die Erwartungen schlagen.

Die Schaeffler-Gruppe hat ein Übernahmengebot für die Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) vorgelegt. Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, will das Familienunternehmen mindestens 69,37 Euro je Anteilsschein von Continental bieten, jedenfalls aber - wenn höher - den für den heutigen Tag von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ermittelten Mindestpreis gemäß § 5 Abs. 1 WpÜG-Angebotsverordnung. (16.07.2008/ac/n/m)

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