08.07.2007 14:36
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Bayer macht bei der Entwicklung von Thrombosemittel Xarelto Fortschritte

        LEVERKUSEN (dpa-AFX) - Der Leverkusener Bayer-Konzern  hat bei der Entwicklung seines Hoffnungsträgers Xarelto zur Behandlung von Thrombose Fortschritte erzielt. Das noch in der Entwicklung befindliche Mittel habe sich in einer Phase-III-Studie wirksamer gezeigt als die Standardarznei Lovenox des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis  , teilte die im DAX notierte Bayer AG am Sonntag in Genf mit. Bayer erhofft sich von Xarelto, das auch unter dem Wirkstoffnamen Rivaroxaban bekannt ist, einmal einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro. Die Ergebnisse wurden auf dem 21. Kongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) in Genf präsentiert.

 

    In der Phase-III-Studie mit 2.531 Patienten wurde Xarelto in Hinblick auf die Frage getestet, wie stark das Mittel nach Operationen am Knie vor dem Entstehen von Venenthrombosen schützen kann. Dabei wurde Xarelto mit Lovenox von Sanofi-Aventis verglichen. Die Studie habe gezeigt, dass nur bei 9,6 Prozent der mit Xarelto behandelten Patienten Lungenembolien - also gefährliche Blutgerinnsel - aufgetreten seien.

 

HINTERGRUND

 

    Bei Patienten, die Lovenox verabreicht bekamen, lag der Prozentsatz dagegen bei 18,9. Lebensbedrohliche Thromboembolien seien in der Xarelto-Gruppe bei 1,0 Prozent der Patienten aufgetreten, in der Lovenox-Gruppe dagegen bei 2,6 Prozent der Patienten. Auch bei schwerwiegenden VTEs (proximale DVT + Lungenembolien +VTE-spezifischer Tod) - dem wichtigsten sekundären Wirksamkeitsendpunkt der Studie - habe sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Rivaroxaban gezeigt, so Bayer. VTE ist eine thromboembolische Erkrankung, von der jährlich weltweit etwa 6,5 Millionen Menschen betroffen sind. Eine Thromboembolie wird durch die Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel verursacht.

 

    Xarelto ist ein Wirkstoff zur Verhinderung und Behandlung von Blutgerinnseln (Antikoagulans), der laut Bayer aufgrund der oralen Einnahme bequem im Krankenhaus und zu Hause angewendet werden könnte. Bayer führt die Entwicklung des Mittels gemeinsam mit dem amerikanischen Pharmakonzern Johnson & Johnson   durch. Ergebnisse weiterer Phase-III-Studien würden bis Ende 2007 erwartet. Die Unternehmen planen, den Zulassungsantrag für die vorbeugende VTE-Therapie bei orthopädischen Operationen Ende 2007 in Europa und im Jahr 2008 in den USA einzureichen.

 

    "Die RECORD3-Ergebnisse lassen vermuten, dass Rivaroxaban den Behandlungsbedarf von vielen Patienten nach orthopädischen Operationen besser erfüllt als die bestehenden Therapieoptionen", zitiert Bayer den leitenden Prüfarzt der RECORD3-Studie, Michael R. Lassen vom Hoersholm-Krankenhaus in Dänemark./ep/he

 

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