30.12.2007 22:39
Drucken |

Schrift:

Bewegung in Streit um riesiges Kaschagan-Ölfeld in Kasachstan

NEW YORK (dpa-AFX) - In den Streit um das riesige Ölfeld Kaschagan in Kasachstan kommt Bewegung. Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew lud die Chefs der sechs beteiligten Ölkonzerne zu Gesprächen in die Hauptstadt Astana ein, berichtete das "Wall Street Journal", dem der Brief des kasachischen Staatschefs vorliegt. Der Chef des italienischen Energiekonzerns Eni , der das internationale Konsortium anführt, Paolo Scaroni, sagte der Zeitung, er könne sich nicht vorstellen, dass Nasarbajew die Unternehmenschefs einlade, ohne einen Lösung in der Hand zu haben. Das Gespräch ist für den 11. Januar angesetzt.

Im Kern geht es bei dem Streit darum, dass Kasachstan einen größeren Anteil an den Kaschagan-Gewinnen haben will. Mit seinen schätzungsweise bis zu 13 Milliarden Barrel (je 159 Liter) an förderbaren Reserven ist Kaschagan im nördlichen Kaspischen Meer eines der größten Ölvorkommen, die in den vergangenen Jahrzehnten entdeckt wurden.

HINTERGRUND

Kasachstan hatte die Erschließung des Ölfelds im Sommer unter Verweis auf nicht erfüllte Umweltauflagen gestoppt. Zuvor hatte bereits Russland mit einem ähnlichen Vorgehen mehrere ausländische Energiekonzerne gezwungen, ihre Kontrollmehrheit an Förderprojekten im Land an russische Konkurrenten abzutreten.

In dem internationalen Konsortium halten ENI, Exxon Mobil , Royal Dutch Shell und TOTAL je 18,52 Prozent an dem Kaschagan-Projekt. ConocoPhilips hat 9,26 Prozent und die japanischen Inpex Holdings 8,33 Prozent. Die staatliche kasachische Ölgesellschaft KazMunaiGaz kontrolliert ebenfalls 8,33 Prozent.

FÖRDERUNG NUN EHER ERST IM JAHR 2011

Dem "Wall Street Journal" zufolge wird erwartet, dass Kasachstan eine höhere Gewinnbeteiligung zugesprochen bekommt und die Ölkonzerne einen Teil ihrer Beteiligungen an die kasachische Ölgesellschaft abtreten. Exxon wolle einen höheren Preis für seine Anteile aushandeln, hieß es. Scaroni schätzte, dass die Einigung die internationalen Unternehmen drei bis vier Milliarden Dollar kosten werde. Das ursprüngliche Abkommen von 1997 wird als sehr günstig für die Ölkonzerne eingestuft. Diese verweisen allerdings im Gegenzug auf politische Risiken und technische Schwierigkeiten bei dem Förderprojekt, das als eines der kompliziertesten in der Welt gilt.

Scaroni sagte, wegen des Streits dürfte die Förderung nun eher erst im Jahr 2011 beginnen. ENI hatte den ursprünglich für 2005 geplanten Förderbeginn bereits mehrmals verschoben, zuletzt von 2008 auf die zweite Jahreshälfte 2010./so/DP/he

Wie beurteilen Sie die Leistung von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück in der aktuellen Finanzkrise?
Sehr gut
Gut
Zufriedenstellend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige