24.07.2008 17:50
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Biofrontera beruhigt die Anleger

Die Aktie des Leverkusener Pharmaunternehmens Biofrontera ist in den vergangenen Wochen massiv abgestürzt – von über zwölf auf nunmehr acht Euro je Aktie. Doch die Firma beruhigt: Der Kurssturz habe nichts mit der operativen Entwicklung von Biofrontera zu tun. Vielmehr gehe "die Gesellschaft davon aus, dass die Kursentwicklungen auf Umschichtungen von Aktienbeständen zurückzuführen seien", teilte das Unternehmen jetzt mit.

Konkret ist am Mittwoch, 23. Juli, ein größeres Aktienpaket von 12000 Stück verkauft worden, was den Kurs weiter auf Talfahrt geschickt hatte. "Wir wissen noch nicht, wer dahinter steckt" so eine Sprecherin auf Anfrage. Da die Firma aber mit Anfragen besorgter Anleger "bombardiert" werde, habe man sich zu dieser Mitteilung entschlossen. In der heißt es weiter: "Aufgrund der für den Smallcap-Sektor derzeit geringen Aufnahmebereitschaft von Investoren und teilweise unregelmäßigen Tagesumsätzen in der Biofrontera-Aktie hat nach Einschätzung der Gesellschaft bereits eine sehr geringe Abgabebereitschaft zu dem Kursrückgang geführt."

Die Sprecherin verwies darauf, dass die Liquidität des Papiers nach wie vor gering sei. "Wir arbeiten daran." Ziel sei es, die Aktionärsbasis zu verbreitern und insbesondere Kleinanleger zu gewinnen. Konkrete Angaben zu den Plänen machte sie nicht. Zu den größten Anteilseignern gehören die Venture-Capital-Gesellschaft Heidelberg Innovation mit 23,22 Prozent, die Sparkasse Köln mit 8,47 Prozent, die Sparkasse Leverkusen mit 4,99 Prozent sowie Unternehmensgründer und Vorstandschef Hermann Lübbert mit 12,58 Prozent.

Bezüglich des operativen Geschäftes zeigte sich die Firmensprecherin zuversichtlich. Im Juni hatte Biofrontera die weltweiten Rechte zum Vertrieb und zur Weiterentwicklung der Produktlinie RelievaTM erworben. ReliévaTM basiert auf den Inhaltsstoffen der Berberitze, deren heilende Wirkung bei Schuppenflechte und Neurodermitis in mehreren klinischen Studien nachgewiesen wurde. Das Produkt ist in den USA und Kanada bereits zugelassen. "Dort wollen wir jetzt möglichst schnell mit der Vermarktung starten", so die Sprecherin. Derzeit sei das Management auf der Suche nach einem Partner. "Wir sind in sehr guten Gesprächen." Auch an der Zulassung für Europa werde gearbeitet.

Zuversichtlich zeigte sich die Sprecherin auch, dass die Einstweilige Verfügung des Dermatologie-Unternehmens Galderma Laboratorium GmbH gegen bestimmte Werbemaßnahmen Biofronteras für die von Apotheken vertriebene BF-200 ALA-Rezeptur bald aufgehoben wird. Im August soll diesbezüglich die entscheidende Gerichtsverhandlung stattfinden. Aufgrund der Einstweiligen Verfügung sei Biofrontera bei der Vermarktung des Produktes bislang gehemmt.

Die Phase-III-Studien zu BF-200-ALA gegen Aktinische Keratose sind nach Angaben der Sprecherin weit vorangekommen. Ein Abschluss der Studie sei für das Frühjahr 2009 zu erwarten.

Eine Geschäftsprognose hinsichtlich Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr macht das Unternehmen nicht. Die Sprecherin sagte jedoch, dass Biofrontera dieses Jahr mit einem Fehlbetrag abschließen werde. (tsc)

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Biofrontera 7,0 -2,8%
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