31.08.2007 09:17
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Börse Stuttgart-Kolumne: Marktbericht Auslandsaktien (KW35)

Weiterhin Verunsicherung der Anleger in Japan

Auch in Japan sind die Anleger durch die widersprüchlichen Nachrichten aus den USA verunsichert. Der Nikkei225 verlor im Wochenverlauf 163 Punkte und schloss am Donnerstag bei 16.153 Zählern. Der sich wieder abschwächende Yen unterstützt die japanische Exportwirtschaft und so konnte zum Beispiel Canon Inc. (WKN: 853055) gegen den Trend um fast drei Prozent zulegen. Die Börsenumsätze sind weiterhin äußerst dünn und erreichten mit 1,3 Milliarden gehandelten Aktien am Dienstag ein neues Jahrestief.

In dieser Handelswoche war an den amerikanischen Börsen keine deutliche Tendenz erkennbar. So ging der Markt schon am Montag knapp behauptet aus dem Handel. Begründet wurde dies durch die Konjunkturdaten.

Lediglich die Aktien von Gateway (WKN: 888851) konnten mit einem Kursgewinn von fast 48 Prozent auf sich aufmerksam machen. Dahinter steckt die Übernahme durch den taiwanesischen Computerkonzern Acer, der 1,90 Dollar in bar pro Aktie geboten hat.

Des weiteren sickerten Informationen durch, dass Home Depot (WKN: 866953) beim Verkauf der Großhandelssparte HD Supply zu erheblichen Preiszugeständnissen bereit sei. Statt der zuerst anvisierten 10,3 Milliarden Dollar soll nun der Preis bei 8,50 Milliarden Dollar liegen.

Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank war am Dienstag mitverantwortlich für die deutlichen Kursabschläge. Die vom Markt erhofften Signale in Richtung einer Leitzinssenkung blieben aus. Stattdessen wurde eine weitere Verschlechterung im Finanzbereich nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch konnten die Verluste des Vortages nahezu wieder aufgeholt werden. Dabei sorgten unter anderem Nachrichten von Apple (WKN: 865985) und Seagate Technology (WKN: 164367) für den nötigen Rückenwind. Bei Apple wurde darüber spekuliert, ob die Firma demnächst ein neues Modell des iPod vorstellen wird. Seagate konnte am Mittwoch von der Anhebung der Gewinnprognose profitieren, die selbst über den Analystenschätzungen lag.

Die Billigfluglinie Air Berlin (WKN: AB1000) hat durch den starken Wettbewerb und den damit verbundenen Preiskampf einen starken Gewinnrückgang verbucht. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft erzielte einen Gewinn von 30,1 Millionen Euro, das entspricht einem Rückgang von über 50 Prozent. Die Gesellschaft ist auch von ihrem Ziel, eine Umsatzrendite von sechs Prozent zu erzielen, abgerückt. Die Aktie fiel nach der Veröffentlichung am Mittwoch um über fünf Prozent, erholte sich jedoch in einem festeren Markt und tendiert im Moment bei 12,70 Euro.

Die österreichische Meinl European Land (WKN: 800186), ein in hauptsächlich Osteuropa engagiertes Immobilien-Unternehmen, hat in den letzten zwei Wochen über 30 Prozent seines Wertes eingebüsst. Grund hierfür war die Reaktion von Anlegern auf massive Aktienrückkaufe der Gesellschaft, die vorher nicht angekündigt wurden. Insgesamt wurden von der Meinl European Land 17 Prozent zurückgekauft. Im Markt wurde kritisiert, das der Aktienrückkauf zu höheren Kursen (20,43 Euro) erfolgt ist, als bei der Kapitalerhöhung im Februar 2007 (19,70 Euro) erlöst wurde. Seit ihrem Hoch bei 21,34 Euro hat sich die Aktie mittlerweile fast halbiert. Die Gesellschaft begründete den Schritt damit, dass die Aktien als mögliche Währung für eine künftige Partnerschaft verwendet werden könnten. Die Aktie tendiert im Moment bei 12,20 Euro.

Hohe Kurszuwächse konnten die Aktien der in Irland beheimateten Petrel Resources (WKN: 694395) verzeichnen. Die Aktie stieg im Laufe der letzten Wochen von 0,90 Euro auf inzwischen 2,40 Euro. Allein in den vergangenen fünf Handelstagen konnte der Kurs des Öl- und Gasexplorers über 50 Prozent zulegen. Es wird in Marktkreisen spekuliert, dass Petrel nach einer Gesetzesreform im Irak die Förderrechte für mehrere Ölfelder bekommen könnte. "Investoren sollten sich darüber bewusst sein, dass derartige Kurssteigerungen aufgrund kurzfristiger Spekulationen bei Petrel nichts Ungewöhnliches sind. Bereits 2004 und 2005 wurde durch in Aussicht gestellte Förderlizenzen der Aktienkurs des Explorers innerhalb von wenigen Tagen in enorme Höhen getrieben. Kurze Zeit später sackte der Kurs aber wieder ab. Handelsteilnehmer schließen zudem eine Kapitalerhöhung der Gesellschaft auf diesem Kursniveau nicht aus", erklärte Steffen Kircher von der Baaderbank.



Die Börse Stuttgart ist Deutschlands zweitgrößter Handelsplatz mit einem Marktanteil von 34 Prozent im börslichen Präsenzhandel. Segmente sind EUWAX als Handelsplattform für verbriefte Derivate, Bond-X für festverzinsliche Wertpapiere und 4-X für den Handel mit ausländischen Aktien.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Aktien in diesem Artikel

Gateway %
Home Depot 15,4 -1,5%
Apple 103,2 -0,1%
Seagate Technology 9,3 -1,9%
Air Berlin 3,5 +1,8%
Meinl European Land 6,5 -2,3%
Petrel Resources 0,6 -8,7%
VitaminShoppecom %
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