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Börse Stuttgart-Kolumne: Marktbericht Auslandsaktien (KW38)
Diese Handelswoche stand eindeutig im Einfluss der Zinsentscheidung, die am Dienstag von der amerikanischen Notenbank gefällt wurde. Während die Anleger am Montag noch in Lauerstellung waren und sich mit dem Eingehen von neuen Positionen bedeckt hielten, gab es am Dienstag deutliche Zuwächse an den amerikanischen Märkten. Beflügelnd wirkte die Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt, welche damit deutlicher als bisher erwartet ausfiel. Insofern war es auch nicht verwunderlich, dass gerade die in letzter Zeit arg gebeutelten Finanzwerte zum Teil erhebliche Kursgewinne einfahren konnten. Aber auch Unternehmen aus anderen Branchen legten zu. So konnten beispielsweise Adobe (WKN: 871981) und Best Buy (WKN: 873629) von positiven Unternehmensmeldungen profitieren. Am Mittwoch beruhigte sich der Markt wieder und baute die Kursgewinne vom Vortag noch ein wenig aus.
Auch der japanische Markt profitierte von der Zinssenkung in den USA. Der Nikkei225 legte in dieser Woche um 592 Punkte zu. Mit 16.413 Zählern schloss der japanische Leitindex am Donnerstag auf dem höchsten Stand seit zwei Wochen.
Canon Inc. (WKN: 853055) hat ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 50 Milliarden Yen angekündigt und will damit bis zu zehn Millionen Aktien erwerben. Diese positive Nachricht lies den Aktienkurs im Wochenvergleich um gut acht Prozent ansteigen. Belastend für den Markt war aber wieder einmal der Bankensektor. Allein am Dienstag büßte der Topix Banken und Broker Index gut fünf Prozent ein. Die drei größten japanischen Banken, Mizuho Financial (WKN: 200455), Mitsubishi UFJ WKN: 657892) und Sumitomo Mitsui Financial Group (WKN: 778924), verloren über neun Milliarden Euro an Marktkapitalisierung. "Von diesem Tiefschlag konnte sich der Sektor zwar ein wenig erholen, aber die Markteilnehmer beobachten weltweit die Banken mit zunehmender Skepsis und reagieren auf jede Nachricht äußerst gereizt", erläuterte Björn Marten von der Baader Wertpapierhandelsbank in Stuttgart.
Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin (WKN: AB1000) plant bereits die dritte Übernahme. Nach der dba und LTU will der Billigflieger mit Sitz in Großbritannien nun auch den einst vom Konkurrenten Lufthansa gegründeten Ferienflieger Condor kaufen. Die Aktien von Air Berlin eröffneten am Donnerstag nach der Mitteilung bei 13,60 Euro mit fünf Prozent im Plus. Der Rückzug von Florian Homm als Manager beim Hedge-Fonds Absolute Capital Managment (WKN: A0JEGU) führte zu einem Crash in der Aktie. Der Wert verlor im Wochenverlauf circa 85 Prozent und notiert aktuell bei 0,75 Euro nach 6 Euro zu Wochenbeginn. Differenzen mit den anderen Mitgliedern des Managements sowie unterschiedliche Auffassungen über die Investmentstrategie des Fonds seien die Gründe für den Ausstieg Homms gewesen.
Einen extrem volatilen Verlauf zeigten die Aktien der britischen Hypothekenbank Northern Rock (WKN: 909658). "Nachdem bisher kein Käufer für den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer gefunden wurde, verstärkte sich der Verkaufsdruck auf die Aktie", sagte Frank Lötterle von der Baaderbank. Northern-Rock-Aktien verloren bei hohen Umsätzen mehr als 40 Prozent auf 3,00 Euro.
Die österreichische Immofinanz (WKN: 911064) hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 171,3 Millionen Euro (im Vorjahr 119,4 Millionen Euro) verdient. Die Gesellschaft profitierte wesentlich von der guten Entwicklung der Tochter Immoeast (WKN: A0BLUL). Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 35,1 Millionen Euro auf insgesamt 152,9 Millionen Euro. Die Aktie reagierte auf diese Ad-hoc-Mitteilung mit einem leichten Verlust von einem Prozent und tendiert in einem leichteren Markt bei 9,10 Euro.
Im Übernahmegerangel um den skandinavischen Börsenbetreiber OMX (WKN: 889656) durch die beiden Kontrahenten, die amerikanische Nasdaq und die Börse Dubai, zeichnet sich eine Lösung ab. Wie heute bekannt wurde, haben sich die Kontrahenten darauf geeinigt, dass sie die Übernahme gemeinsam vorantreiben wollen. Die beiden Firmen gaben bekannt, dass die Börse Dubai 20 Prozent an der Nasdaq übernimmt und außerdem die Übernahme der OMX vorantreibt. Die Nasdaq werde unter Bedingungen ihr Angebot für die OMX zurückziehen. Im Gegenzug verkauft die Nasdaq ihren Anteil an der Londoner Börse (LSE) an die Börse Dubai. Darüber hinaus wird die Nasdaq strategischer Investor an der Börse Dubai. Die OMX-Aktie reagiert daraufhin mit einem dicken Minus von über sieben Prozent und liegt im Moment bei 24,30 Euro.
Die Börse Stuttgart ist Deutschlands zweitgrößter Handelsplatz mit einem Marktanteil von 34 Prozent im börslichen Präsenzhandel. Segmente sind EUWAX als Handelsplattform für verbriefte Derivate, Bond-X für festverzinsliche Wertpapiere und 4-X für den Handel mit ausländischen Aktien.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
| 07.10.2008 | Adobe Systems Downgrade | Friedman, Billings, Ramsey Group, Inc. | |
| 03.10.2008 | Adobe Systems Downgrade | UBS AG | |
| 24.09.2008 | Adobe Systems buy | Citigroup Corp. | |
| 24.09.2008 | Adobe Systems neutral | Cowen and Company, LLC | |
| 19.09.2008 | Adobe Systems Zuschauer bleiben | Frankfurter Tagesdienst |
Aktien in diesem Artikel
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