18.02.2005 17:30
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Börse Stuttgart-Kolumne: Marktbericht Auslandsaktien (KW 7)

Gute Stimmung für ungarische Aktien - Rohstoffsektor in Asien bleiben im Fokus des Investoreninteresses

Die US-amerikanischen Finanzmärkte tendierten diese Woche uneinheitlich. Dow Jones, NASDAQ und S&P 500 bewegten sich in enger Handelsspanne um das Niveau der Vorwoche. Ganz anders stellt sich die Lage an den Rohstoffmärkten dar, wo ein recht volatiler Handel stattfand. Für ein Barrel Rohöl der Marke Brent wurden mit 46,25 Dollar gut 1,50 Dollar mehr bezahlt als am Freitag zuvor. Die Feinunze Gold verteuerte sich um 7 Dollar auf aktuell 427,00 Dollar. Auch an den Devisenmärkten kam es zu größeren Schwankungen. Der Euro konnte über 2 Cents gegenüber dem US-Dollar zulegen und notiert momentan bei 1,3075 Dollar.

Die Zeit der Aktien-Splits hat wieder begonnen. Am Donnerstag führte das Internet-Auktionshaus eBay einen Aktien-Split im Verhältnis 1:1 durch, d.h. für eine alte Aktie bekommt der Anleger eine neue hinzu. Die Aktie notiert aktuell ex Split bei 42,80 Dollar oder 32,75 Euro nach einem Schlusskurs von 86,09 Dollar am Mittwoch. Der Computerhersteller Apple hat für die nächste Zeit ebenfalls einen Aktiensplitt angekündigt. Die Aktie des "I-Pod-Makers" notiert in Allzeit-Hoch-Regionen und würde durch den Split optisch verbilligt und die Handelbarkeit dadurch erhöht.

"Der Trend, in Aktien aus Osteuropa zu investieren, hält unvermindert an. Besonders gefragt waren diese Woche die Werte aus Ungarn", sagte Andreas Pfuff, Händler für Osteuropawerte bei der Baaderbank an der Börse Stuttgart. Bei OTP Bank war eine hohe Investitionsbereitschaft nach Vorlage der Geschäftszahlen zu erkennen. Die ungarische Bankaktie erreichte ein Allzeit-Hoch bei 29,50 Euro nach einer Ergebnissteigerung von 68 Prozent zum Vorjahr. Die Expansion in die Balkan-Staaten soll nach Aussage der Gesellschaft auch im Jahr 2005 fortgesetzt werden.

Der zweitgrößte Stahlhersteller der Welt Arcelor profitierte von dem kräftig gestiegenen Stahlpreis und verdoppelte im Jahr 2004 den operativen Gewinn. Das Unternehmen Arcelor entstand 2002 aus den drei Konzernen Usinor aus Frankreich, Arbed aus Luxemburg und Arceralia aus Spanien. Bei regem Handel stieg die Aktie auf ein neues Hoch bei knapp 19 Euro. Nach mehreren schwachen Jahren konnte auch die zweitgrößte Schweizer Bank Credit Suisse endlich wieder einen satten Gewinn von 5,63 Mrd. Schweizer Franken einfahren. Dieser soll nach den Worten von Konzernchef Grüber bis 2007 auf 8 Mrd. Franken gesteigert werden. "Die positive Kursreaktion der Aktie lässt sich auch durch das angekündigte Aktienrückkaufprogramm erklären", sagte Sven Nemela von der Baader Wertpapierhandelsbank AG.

In der Berichtswoche wurde erstmals der Rohstoffwert European Nickel plc in Stuttgart gehandelt. Das britische Nickel-Explorationsunternehmen fördert vor allem in der Türkei und in den Balkanländern.

An den asiatischen Finanzplätzen waren wieder einmal Rohstoff- und Infrastrukturwerte gefragt. So konnten in Australien z.B. die Aktien des weltgrößten Rohstoffkonzerns BHP Billiton um knapp 7 Prozent auf ein neues Zwölf-Monats-Hoch bei 10,90 Euro steigen. In Indonesien konnte International Nickel ebenfalls ein neues Zwölf-Monats-Hoch bei 1,10 Euro erreichen. Gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag ergibt sich ein stolzes Plus von 17 Prozent. Der thailändische Telekommunikationsriese True Corp., früher besser bekannt unter dem Namen Telekomasia, ging mit einem Kursplus von über 10 Prozent auf 0,25 Euro ins Wochenende. Im August 2004 notierte der Wert noch bei 0,075 Euro auf einem Allzeit-Tief. Für Anleger, die sich damals in dieser Aktie engagiert haben, bedeutet dies eine sehr beeindruckende Performance von über 230 Prozent in nicht einmal sechs Monaten. Der Nikkei 225 schloss die Berichtswoche mit einem Gewinn von gut 100 Punkten ab. Die am Mittwoch veröffentlichten Daten zum Bruttoinlandsprodukt des vierten Quartals waren für alle Marktteilnehmer überraschend schlecht. Das BIP sank um 0,5 Prozent (Prognose war +0,2 Prozent) und die Angst einer wieder zurückkehrenden Rezession kam auf. Die Aktien von Softbank verloren im Wochenvergleich über 5 Prozent. Ein über den Erwartungen liegender Verlust im dritten Quartal drückte die Stimmung und auch den Kurs.

Die Börse Stuttgart ist Deutschlands zweitgrößter Handelsplatz mit einem aktuellen Marktanteil von 34 Prozent im deutschen börslichen Präsenzhandel. Segmente sind EUWAX als Handelsplattform für verbriefte Derivate, Bond-X für festverzinsliche Wertpapiere und 4-X für den Handel mit ausländischen Aktien.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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