Die wichtigsten Börsen Asiens starteten mit teils deutlichen Verlusten in die neue Woche. Belastet wurden die Indizes insbesondere durch den weiter anziehenden
Ölpreis sowie durch die schwachen Vorgaben der Wall Street. Gegen den Trend entwickelten sich die Börsen in Shanghai und Bangkok leicht positiv. Deutliche Abschläge erlitt indes der südkoreanische KOSPI, merklich abwärts ging es zudem in Hongkong.
Der japanische Leitindex Nikkei 225 sackte bis Handelsschluss um 2,14 Prozent auf 15.360,65 Punkte ab, der marktbreiter gefasste TOPIX verlor 2,25 Prozent auf 1.587,90 Zähler.
Aktien des Internetkonzerns Livedoor, gegen den seit Anfang vergangener Woche unter anderem wegen des Verdachts der Bilanzfälschung ermittelt wird, brachen weiter ein und schlossen mit einem Abschlag von 23,8 Prozent. Zudem verloren Papiere von Softbank 7,9 Prozent und die von Yahoo Japan 5 Prozent.
Im Fokus der Anleger stand heute aber auch der Motorradhersteller Yamaha Motor, dessen Konzernzentrale von der Polizei durchsucht wurde und dessen Aktien in der Folge um mehr als 8 Prozent einbrachen. Des Weiteren verloren im Automobilsektor Anteilsscheine von Mazda 3 Prozent und die von Toyota 1,8 Prozent. Deutlich unter Druck gerieten Papiere von Nissan Diesel, die 6,3 Prozent schwächer schlossen. Anteilsscheine von Mitsubishi Motors büßten zudem 3,7 Prozent ein.
Belastet von den schwachen Vorgaben der Nasdaq ging es auch im Technologiesektor deutlich nach unten. Hier gaben Papiere von Tokyo Electron und die von Advantest jeweils rund 4 Prozent ab, Aktien von Oki Electric verbilligten sich um 5,7 Prozent. Mit einem 1,4-prozentigen Minus hielten sich Sony-Aktien relativ stabil. Daneben büßten Anteilsscheine von Toshiba 4,7 Prozent ein. Presseangaben zufolge hat der Technologiekonzern mit seinen fast 5 Mrd. Dollar schweren Angebot den Zuschlag für Westinghouse Electric, die US-Kraftwerksparte von British Nuclear Fuels (BNFL), erhalten.
Japan:
Nikkei 225: 15.360,65 (-2,14 Prozent)
TOPIX: 1.587,90 (-2,25 Prozent)
China:
Hang Seng: 15.464,77 (-1,26 Prozent)
Shanghai Composite: 1255,77 (+0,04 Prozent)
Thailand:
SET-Index: 750,28 (+0,35 Prozent)
Südkorea:
Seoul Composite KOSPI: 1.297,43 (-2,06 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die Yahoo Japan Corp. (ISIN JP3933800009/ WKN 916008), die japanische Sparte des amerikanischen Internet-Medienunternehmens Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103), meldete heute, dass sie ihren Gewinn im dritten Quartal um fast 33 Prozent steigern konnte. Zudem prognostiziert man ein Jahresergebnis, das über den Analystenerwartungen liegt. Der Nettogewinn belief sich auf 12,65 Mrd. Japanische Yen (JPY), gegenüber 9,25 Mrd. JPY im Vorjahr. Der Konzern war im Vorfeld von einem Nettogewinn von 11,65 bis 12,35 Mrd. JPY ausgegangen. Der operative Gewinn lag bei 21,12 Mrd. JPY, im Vergleich zu 15,46 Mrd. JPY. Der Umsatz erhöhte sich von 30,97 Mrd. JPY auf 46,62 Mrd. JPY. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Nettoergebnis von 46,40 bis 47,95 Mrd. JPY, im Vergleich zu 36,52 Mrd. JPY im Vorjahr. Analysten erwarten hier derzeit einen Überschuss von lediglich 36 Mrd. JPY. Den Umsatz sieht Yahoo Japan bei 175,24 bis 178,44 Mrd. JPY (Vorjahr: 117,78 Mrd. JPY).
Die Sumitomo Mitsui Financial Group Inc. (SMFG) (ISIN JP3890350006/ WKN 778924), die drittgrößte Bankgesellschaft in Japan, meldete heute, 480.000 Aktien eigene Aktien verkauft zu haben. Demnach wurden 80.000 neue sowie 400.000 bereits zugelassene Papiere für einen Stückpreis von 1.166.000 Japanische Yen (JPY) platziert. Der Gesamterlös, der zur Rückzahlung staatlicher Finanzhilfen genutzt werden soll, beläuft sich auf 560 Mrd. JPY (4,89 Mrd. Dollar).
Die Konzernzentrale des japanischen Motorradherstellers Yamaha Motor Co. Ltd. (ISIN JP3942800008/ WKN 857690) wurde heute von der Polizei durchsucht. Wie das japanische Handelsministerium am Montag mitteilte, geht es dabei um den möglicherweise illegalen Verkauf ferngesteuerter Hubschrauber nach China. Einem Bericht des "Asahi Shimbun" zufolge sind die Geräte zum Einsatz in der Landwirtschaft bestimmt, die Regierung befürchte jedoch, dass die Maschinen auch militärischen Zwecken dienen könnten.
Der japanische Technologiekonzern Toshiba Corp. (ISIN JP3592200004/ WKN 853676) hat mit seinem fast 5 Mrd. Dollar schweren Angebot für die Westinghouse Electric Co., die US-Kraftwerksparte von British Nuclear Fuels (BNFL), den Zuschlag erhalten. Dies berichtet die "Financial Times" heute. Der Zeitung zufolge haben sich BNFL-CEO Mike Parker und BNFL-Chairman Gordon Campbell Samstagnacht dazu entschieden, den in Pittsburgh ansässigen Lieferanten von Kernkraftwerkstechnologie an Toshiba zu veräußern. Zu den weiteren Interessenten gehörten der US-Mischkonzern General Electric Co. (ISIN US3696041033/ WKN 851144) und die japanische Mitsubishi Heavy Industries Ltd. (ISIN JP3900000005/ WKN 853314). Der Grund für den Zuschlag bestand neben dem höchsten Kaufpreis in der Auffassung von BNFL, dass die Toshiba-Offerte die besten Wachstumsperspektiven für Westinghouse sowie die besten Voraussetzungen für seine Mitarbeiter beinhaltet, so die Zeitung. Der Preis lag indes deutlich über der zuvor in Presseberichten genannten Summe, welche bei mehr als 3,5 Mrd. Dollar lag.
Die Toyota Motor Corp. (ISIN JP3633400001/ WKN 853510) will Presseberichten zufolge seine Marktstellung in Deutschland ausbauen und den Marktanteil bundesweit auf 4,2 Prozent steigern. Dies berichtet die Anlegerzeitung "EURO am Sonntag" am Freitag vorab aus ihrer neuen Ausgabe. Der Vize-Präsident von Toyota Deutschland, Markus Schrick, kündigte gegenüber dem Blatt an, dass das Unternehmen in diesem Jahr gemeinsam mit den Händlern 100 Mio. Euro ins deutsche Händlernetz investieren werde. "Allein 45 neue Händler, davon zehn in Großstädten, soll es geben, um den Markt zu erobern," so Schrick weiter. Damit würde der größte Automobilhersteller in Japan und die Nummer zwei weltweit über 625 Vertriebsstandorte verfügen.