03.03.2005 13:31
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Börsen in Europa: Behaupteter Handel, AstraZeneca im Fokus

An den europäischen Börsen macht sich am Donnerstagmittag weitgehend Zurückhaltung breit. Trotz der schwachen US-Börsen können sich die Märkte in Europa in weiten Teilen behaupten. Im Fokus stand heute besonders die Aktie von AstraZeneca. Der britische Pharmakonzern konnte Kursgewinne von mehr als 4 Prozent verbuchen, nachdem die FDA das Crestor-Risiko gedämpft hatte.

Bei den Unternehmenszahlen enttäuschte vor allem der niederländische Versicherer AEGON. In Frankreich dagegen wurden die Zahlen des Elektronikkonzerns Thomson freundlich aufgenommen. Weitere Unternehmenszahlen kamen von Havas, Sulzer, Andritz, Mayr-Melnhof Karton, BWT und Numico.

Indexstände (13.14 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.080,76 (-0,06 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.928,75 (+0,16 Prozent)

EURONEXT 100: 700,04 (-0,13 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.014,70 (+0,44 Prozent)

CAC 40 (Paris): 4.061,99 (-0,02 Prozent)

MIB30 (Mailand): 31.925 (-0,03 Prozent)

IBEX35 (Madrid): 9.421,40 (-0,24 Prozent)

SMI (Zürich): 6.003,76 (-0,16 Prozent)

ATX (Wien): 2.701,54 (+0,39 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die französische Thomson ein Hersteller von Unterhaltungselektronik, meldete heute, dass sie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 einen Verlust nach einem Vorjahresgewinn erwirtschaftet hat. Demnach belief sich der Nettoverlust auf 636 Mio. Euro nach einem Überschuss von 26 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBITA ist mit 338 Mio. Euro ebenfalls negativ ausgefallen, nachdem im Vorjahr noch ein positiver Wert von 252 Mio. Euro ausgewiesen worden war. Das operative Ergebnis ging von 508 Mio. Euro auf 434 Mio. Euro zurück. Der Konzernumsatz erreichte im Gesamtjahr 7,99 Mrd. Euro im Vergleich zu 8,46 Mrd. Euro im Vorjahr 2003. Bis Ende 2006 will der Konzern im Kerngeschäft weiterhin zusätzliche Erlöse von 1,5-2,0 Mrd. Euro erwirtschaften und eine stabile operative Marge von 10 Prozent erreichen. Basis hierfür ist das Jahr 2004. Die Dividende soll um 10 Prozent auf 0,285 Euro pro Aktie angehoben werden. Im Vorjahr wurden an die Aktionäre noch 0,26 Euro pro Aktie ausgeschüttet.

Die französische Havas meldete heute ihre Zahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2004. Die Restrukturierung im Jahr 2003 half dem Werbekonzern 2004, die Gewinnzone zu erreichen. Der konsolidierte Nettogewinn stieg demnach auf 43 Mio. Euro an. Im Vorjahr hatte Havas aufgrund der Restrukturierung noch einen Verlust von 389 Mio. Euro zu verkraften. Der operative Gewinn wuchs von 136 Mio. auf 197 Mio. Euro an, was die Analystenprognose von 190 Mio. Euro übertrifft. Die operative Marge konnte von 8,3 auf 13,2 Prozent gesteigert werden. Wegen der Dollar-Schwäche und dem schwachen Wachstum auf dem amerikanischen Markt verlor Havas beim Umsatz. Dieser fiel um 9 Prozent auf 1,49 Mrd. Euro. Die Dividende will Havas um 40 Prozent auf 7 Eurocent anheben.

Die AEGON, der zweitgrößte Versicherungskonzern in den Niederlanden, gab heute bekannt, dass sie ihren Gewinn im vierten Quartal um 58 Prozent steigern konnte, was auf höhere Gewinne aus Investitionen und verbesserte Ergebnisse in den USA zurückzuführen ist. Der Nettogewinn des heimischen Konkurrenten der ING Groep. belief sich im Berichtszeitraum auf 425 Mio. Euro im Vergleich zu 269 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 392 Mio. Euro erwartet. Im Gesamtjahr belief sich der Nettogewinn auf 1,66 Mrd. Euro bzw. 0,87 Euro pro Aktie nach 1,03 Mrd. Euro bzw. 0,80 Euro pro Aktie im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern und außerordentlichen Posten betrug 2,17 Mrd. Euro nach 1,19 Mrd. Euro. Die Gesamteinnahmen lagen bei 28,51 Mrd. Euro gegenüber 27,53 Mrd. Euro in 2003.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat am Mittwoch mitgeteilt, dass der Cholesterin-Senker Crestor, der vom britischen Pharmakonzerns AstraZeneca hergestellt wird, nicht gefährlicher ist als ähnliche Konkurrenzprodukte. Bedenken über die Risiken bei Crestor, einem Konkurrenzprodukt zu Lipitor von der Pfizer Inc., hatten die Nachfrage zuletzt beeinträchtigt. Das Medikament, das in 2003 die Marktzulassung erhalten hat, stand bis dato im Verdacht, Schäden bei Nieren und Muskeln hervorzurufen. Das Cholesterin-Präparat Lipitor des weltgrößten Pharmakonzern Pfizer, das weltweit bestverkaufte Medikament, erwirtschaftete im letzten Jahr 10,9 Mrd. Dollar Umsatz. Im Vergleich dazu beliefen sich die Erlöse bei Crestor in 2004 auf 908 Mio. Dollar.

Der niederländische Lebensmittelkonzern Numico teilte heute mit, dass er im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 aufgrund von Veräußerungen einen deutlichen Umsatzrückgang erwirtschaftet hat, jedoch wieder in die Gewinnzone zurückkehren konnte. Demnach ging der Umsatz von 3,15 Mrd. Euro in 2003 auf 1,72 Mrd. Euro zurück, wobei er auf vergleichbarer Basis um 8,5 Prozent zulegen konnte. Der Nettogewinn lag bei 145 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 504 Mio. Euro verbucht worden war. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITA erhöhte sich von 272 Mio. Euro auf 318 Mio. Euro. Im vierten Quartal sanken die Erlöse von 635 Mio. Euro auf 455 Mio. Euro, wobei sie auf vergleichbarer Basis um 8,8 Prozent stiegen. Der Nettogewinn betrug 3 Mio. Euro gegenüber 41 Mio. Euro im Vorjahr. Das um Einmaleffekte bereinigte EBITA reduzierte sich von 85 Mio. Euro auf 71 Mio. Euro. In 2005 rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von 8-10 Prozent und einer EBITA-Steigerung um 10 Prozent. Für 2007 peilt man nun ein Umsatzzuwachs von 9-11 Prozent nach ursprünglich geplanten 8-10 Prozent an. Dabei soll die EBITA-Marge nach wie vor mindestens 20 Prozent erreichen.

Der Schweizer Mischkonzern Sulzer konnte im abgelaufenen Fiskaljahr beim Ergebnis deutlich zulegen. Der Technologiekonzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 111 Mio. CHF erzielen, nach 62 Mio. CHF im Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte im Vorjahresvergleich von 41 Mio. CHF auf 73 Mio. CHF. Der Konzernumsatz lag bei 2,07 Mrd. CHF, nach 1,83 Mrd. CHF. Beim Auftragseingang verzeichnete Sulzer einen Anstieg um 15 Prozent auf 2,2 Mrd. CHF. Für das abgelaufene Fiskaljahr wird der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Anhebung der Dividende von 6 CHF auf 9 CHF je Aktie vorschlagen. Aufgrund des begonnenen Effizienzsteigerungsprogramms erwartet Sulzer einen erfolgreichen Verlauf des Fiskaljahres 2005.

Der österreichische Mischkonzern Andritz konnte im abgelaufenen Fiskaljahr beim Ergebnis deutlich zulegen. Wie der Konzern heute bekannt gab, lag der EBITDA im Berichtszeitraum bei 115,4 Mio. Euro, was im Vergleich zum Vorjahresergebnis (84,4 Mio. Euro) einem Anstieg von 36,7 Prozent entspricht. Gleichzeitig verbesserte sich die EBITDA-Marge von 6,9 Prozent auf 7,8 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte im Vorjahresvergleich von 48,9 Mio. Euro auf 76,1 Mio. Euro, während der Vorsteuergewinn um 56,6 Prozent auf 77,2 Mio. Euro anstieg. Der Jahresüberschuss nach Minderheiten erhöhte sich im Vorjahresvergleich überproportional von 29,1 Mio. Euro auf 53,4 Mio. Euro. Beim Konzernumsatz verbuchte Andritz einen Anstieg von 1,23 Mrd. Euro auf 1,48 Mrd. Euro, während der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr (1,39 Mrd. Euro) um 31,7 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro zulegen konnte. Für das abgelaufene Fiskaljahr soll eine Dividende in Höhe von 1,40 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Im Vorjahr wurde eine Dividende in Höhe von 1,00 Euro je Aktie an die Anteilseigner bezahlt.

Der österreichische Kartonnagenhersteller Mayr-Melnhof Karton konnte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der starken Entwicklung im Kerngeschäft deutlich zulegen. Wie der Konzern heute bekannt gab, verbesserte sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach vorläufigen Berechnungen von 136,2 Mio. Euro auf 148 Mio. Euro. Der Nettogewinn kletterte von 90,9 Mio. Euro auf 103 Mio. Euro. Beim Konzernumsatz verbuchte der größte Verpackungsmaterialienhersteller in Österreich einen Anstieg von 1,32 Mrd. Euro auf 1,42 Mrd. Euro. Angesichts der guten Geschäftszahlen werden der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Anhebung der Dividende um 20 Cent auf 2,40 Euro je Aktie vorschlagen. Außerdem soll eine Jubiläumsdividende von 1,50 Euro je Aktie ausgeschüttet werden.

Der österreichische Wasseraufbereiter BWT meldete heute seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2004. Im Vergleich zum Vorjahr konnte BWT demnach sein Ergebnis verdoppeln. Der Gewinn je Aktie vergrößerte sich auf einen Rekordwert von 43 auf 94 Cent oder von 7,7 Mio. auf 16,8 Mio. Euro. Beim Umsatz konnte BWT einen Zuwachs um 72,1 Mio. auf 488,1 Mio. Euro erreichen. Auch der Ausblick fällt positiv aus, betrachtet man den Auftragsbestand, der von 104,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 123,7 Mio. Euro im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2004 anwuchs. Die Auftragseingänge summierten sich 2004 auf 507,0 Mio. Euro gegenüber 402,1 Mio. Euro im Vorjahr. Nach den guten Zahlen soll die Dividende nun um 12,5 Prozent auf 27 Cent steigen.

Aktien in diesem Artikel

Andritz 38,4 -0,6%
AEGON 7,6 -6,5%
Sulzer %
Mayr-Melnhof Karton 58,2 +1,3%
Havas 2,3 +1,3%
Thomson 2,9 -8,7%
BWT 22,8 +0,3%
Numico %
AstraZeneca 30,2 +2,7%
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