29.02.2008 14:19
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Börsen in Europa: Deutlich unter Druck, Swiss Re legen zu, Kudelski im freien Fall

Paris (aktiencheck.de AG) - Belastet von Rezessionssorgen, negativen Vorgaben aus Übersee, der anhaltenden Dollar-Schwäche und dem hohen Ölpreis geht es für die europäischen Börsen am Freitag deutlich nach unten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gibt aktuell 1,59 Prozent ab auf 3.724,11 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verliert 1,58 Prozent auf 3.188,48 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 fällt um 1,35 Prozent auf 852,50 Indexpunkte zurück. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls rote Vorzeichen. Im weiteren Handelsverlauf stehen in den USA die persönlichen Einkommen und Ausgaben, der Einkaufsmanagerindex Chicago und die Verbraucherstimmung auf dem Programm.

Die Aktie von HSBC verliert in London 2 Prozent. Wie heute bekannt wurde, hat das Kreditinstitut von der französischen Volksbanken-Gruppe BFBP ein Angebot zur Übernahme seiner sieben Regionalbank-Töchter in Frankreich erhalten. Die Offerte hat ein Volumen von 2,1 Mrd. Euro. Anteilsscheine von WPP geben ähnlich stark ab, obwohl der Werbekonzern durchaus robuste Geschäftszahlen auf den Tisch gelegt hat.

Vivendi bröckeln an der Pariser Börse um 2,7 Prozent ab. Der Medien- und Mobilfunkkonzern hat seinen bereinigten Gewinn im vierten Quartal um fast 16 Prozent gesteigert. Insgesamt konnten die Ergebnisse aber nicht positiv überraschen.

Dagegen legen Swiss Re in Zürich mehr als 3 Prozent zu. Wie der weltgrößte Rückversicherer mitteilte, wuchsen die verdienten Nettoprämien in 2007 gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent. Der Reingewinn sank dabei zwar um 9 Prozent, insgesamt konnte das Zahlenwerk aber überzeugen. Anders das Bild bei Kudelski. Aufgrund eines positiven Sondereffekts im Vorjahr musste der Mischkonzern 2007 einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. Zudem löste der Ausblick keine Begeisterungsstürme aus. Der Wert bricht aktuell um knapp 20 Prozent ein.

Titel des Mischkonzerns Andritz geben in Wien nach der Vorlage von Geschäftszahlen mehr als 2 Prozent ab.

Indexstände (14:03 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.724,11 (-1,59 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.188,48 (-1,58 Prozent)

EURONEXT 100: 852,50 (-1,35 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.899,60 (-1,11 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.802,44 (-1,29 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 33.559,00 (-1,53 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 13.149,30 (-0,93 Prozent)

SMI (Zürich): 7.549,70 (-1,48 Prozent)

ATX (Wien): 3.866,54 (-0,79 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Das britische Kreditinstitut HSBC Holdings plc (ISIN GB0005405286/ WKN 923893) meldete heute, dass es von der französischen Volksbanken-Gruppe Banque Federale des Banques Populaires (BFBP) ein Angebot zur Übernahme seiner sieben Regionalbank-Töchter in Frankreich erhalten hat. Den Angaben zufolge hat die Offerte ein Volumen von 2,1 Mrd. Euro in bar. Im Rahmen der geplanten Transaktion sollen insgesamt 400 Filialen, die vor allem im Süden des Landes liegen, an die BFBP, das Zentralorgan der Groupe Banques Populaires, übergehen. Die Parteien seien bereits in exklusive Verhandlungen über eine potenzielle Transaktion eingetreten, hieß es.

Die britische WPP Group plc (ISIN GB00B0J6N107/ WKN A0F64D), der weltweit zweitgrößte Werbekonzern, meldete heute, dass ihr Gewinn im Geschäftsjahr 2007 um 7 Prozent gestiegen ist, was mit der Übernahme von Webagenturen und Großaufträgen zusammenhängt. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 4,7 Prozent zu. Der operative Gewinn nahm um 10,3 Prozent zu.

Der französische Medien- und Mobilfunkkonzern Vivendi S.A. (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) meldete heute, dass sein bereinigter Gewinn im vierten Quartal um fast 16 Prozent gestiegen ist, was auf mehr Kunden bei seiner Telefongesellschaft in Marokko und geringere Kosten bei seiner Pay-TV-Sparte Canal Plus zurückzuführen ist. Der bereinigte Gewinn belief sich demnach auf 585 Mio. Euro, im Vergleich zu 505 Mio. Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn nach Abzug von Minderheitsanteilen sank um 14,6 Prozent. Wie bereits im Januar bekannt gegeben, erhöhte sich der Umsatz um 8,5 Prozent.

Die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Swiss Re) (ISIN CH0012332372/ WKN 852246) musste im Jahr 2007 aufgrund von Abschreibungen einen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der weltgrößte Rückversicherer heute mitteilte, wuchsen die verdienten Nettoprämien gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent. Dagegen sank der Reingewinn um 9 Prozent. Den weiteren Angaben zufolge will Swiss Re ihre Dividendenausschüttung von 3,40 auf 4,00 Schweizer Franken erhöhen.

Der schweizerische Mischkonzern Kudelski S.A. (ISIN CH0012268360/ WKN 915684) musste im Geschäftsjahr 2007 einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der auf die Kerngeschäftsfelder Digital-TV und Verschlüsselungstechnik fokussierte Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 33,3 Prozent. Beim EBIT verzeichnete Kudelski einen Rückgang um 41,6 Prozent, während der Nettogewinn um 51,3 Prozent abnahm. Hauptgrund für den deutlichen Ergebnisrückgang ist ein positiver Einmaleffekt in Zusammenhang mit dem Verkauf der Tochtergesellschaft Ticketcorner im Vorjahr. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Kudelski einen deutlichen EBIT-Rückgang.

Der österreichische Mischkonzern Andritz AG (ISIN AT0000730007/ WKN 632305) konnte für das abgelaufene Fiskaljahr ein Rekordergebnis ausweisen und kündigte im Anschluss eine Dividendenerhöhung an. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, verbesserte sich der Umsatz im Vorjahresvergleich um 21,1 Prozent. Das organische Umsatzplus belief sich auf 9,4 Prozent. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 12 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr zeigt sich Andritz weiterhin optimistisch. (29.02.2008/ac/n/m)

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