24.04.2008 14:23
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Börsen in Europa: Deutliche Verluste - ABB, Credit Suisse und Fiat gesucht

Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen liegen zur Tagesmitte hin deutlich im Minus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 1,18 Prozent und steht bei 3.719,31 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 fällt um 1,26 Prozent auf 3.124,16 Zähler zurück. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 verbucht ein Minus von 1,67 Prozent auf 863,88 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen schließen sich dem negativen Trend überwiegend an.

Anteilsscheine von Barclays verlieren in London 2,6 Prozent. Die Investmentbank-Sparte der drittgrößten Bankgesellschaft in Großbritannien litt im ersten Quartal unter der aktuellen Finanzmarktkrise, weshalb der Konzern für den Berichtszeitraum von einem Gewinnrückgang ausgeht. AstraZeneca büßen 4 Prozent ein, obwohl der Pharmakonzern im ersten Quartal mehr als erwartet verdient hat. Dagegen preschen Titel des Reinigungsmittelherstellers Reckitt Benckiser nach starken Zahlen und einem positiven Ausblick um rund 4 Prozent vor.

An der Pariser Börse geben Gaz de France und Air Liquide jeweils nach Umsatzzahlen 0,2 bzw. 1,1 Prozent ab. Anteilsscheine des Einzelhandels- und Luxusartikelkonzerns PPR, dessen Erlöse im ersten Quartal um 20 Prozent gestiegen sind, liegen mit -3,5 Prozent im Handel.

In Zürich brechen Nobel Biocare nach enttäuschenden Quartalszahlen um gut 12 Prozent ein. Der Zahnimplantatehersteller hat im ersten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausgewiesen und die Schätzungen verfehlt. Die Aktie der Großbank Credit Suisse, die im ersten Quartal einen unerwartet hohen Verlust eingefahren hat, gewinnt dagegen mehr als 2 Prozent. ABB ziehen um knapp 6 Prozent an. Der Mischkonzern konnte im ersten Quartal bei Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen.

Papiere des Automobil- und Industriekonzerns Fiat gewinnen in Mailand 5,6 Prozent. Das Unternehmen hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um 13 Prozent gesteigert.

Indexstände (14:11 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.719,31 (-1,18 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.124,16 (-1,26 Prozent)

EURONEXT 100: 863,88 (-1,67 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.963,20 (-1,98 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.865,37 (-1,60 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 33.072,00 (-1,25 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 33.232,00 (-0,58 Prozent)

SMI (Zürich): 7.377,72 (+0,73 Prozent)

ATX (Wien): 4.039,82 (-0,22 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca plc (ISIN GB0009895292/ WKN 886455) verbuchte im ersten Quartal 2008 einen Ergebnisrückgang. Wie das Unternehmen heute verkündete, erhöhten sich die Umsatzerlöse um 10 Prozent. Dagegen fiel der Nettogewinn um 3 Prozent. Bereinigt um Sondereffekte übertraf das Ergebnis die Erwartungen.

Die Barclays plc (ISIN GB0031348658/ WKN 850403), die drittgrößte Bankgesellschaft in Großbritannien, geht für das erste Quartal 2008 von einem Gewinnrückgang aus. Wie der Konzern heute mitteilte, litt die Investmentbank-Sparte unter der aktuellen Finanzmarktkrise. Deshalb liegen die Quartalsgewinne von Barclays Capital und Barclays Global Investors unter dem starken Vorjahresniveau, jedoch seien beide Geschäftseinheiten profitabel.

Der französische Automobilkonzern Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën) (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) gab heute bekannt, dass sein Absatz im ersten Quartal gestiegen ist, was auf eine starke Nachfrage in den Emerging Markets zurückzuführen ist. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Absatz von Fahrzeugen der Marken Peugeot und Citroen (einschließlich CKD-Fahrzeuge) um 6,1 Prozent. Der Umsatz nahm um 2,3 Prozent zu. Für 2008 rechnet der zweitgrößte Automobilhersteller in Europa weiterhin mit einem Gesamtabsatz (einschließlich CKD-Fahrzeuge) von 3,55 bis 3,65 Millionen Einheiten, was einem Plus von rund 5 Prozent entspräche.

Der französische Einzelhandels- und Luxusartikelkonzern PPR S.A. (Pinault-Printemps Redoute) (ISIN FR0000121485/ WKN 851223) meldete heute, dass sein Umsatz im ersten Quartal um 20 Prozent gestiegen ist. Bereinigt um Übernahme- und Währungseffekte kletterte der Umsatz im ersten Quartal um 4,1 Prozent. Analysten hatten hier zuvor ein Plus von lediglich 3,9 Prozent in Aussicht gestellt.

Der französische Erdgaskonzern Gaz de France S.A. (ISIN FR0010208488/ WKN A0ER6Q) verbuchte im ersten Quartal einen Umsatzanstieg. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, stieg der Gesamtumsatz im Berichtsquartal um knapp 15 Prozent. Dabei konnten die Umsatzerlöse im Ausland um 10 Prozent verbessert werden. Wie der Konzern weiter ausführte, hält man an der Prognose für das Gesamtjahr fest. Demnach soll das EBITDA im Jahr 2008 6,1 Mrd. Euro erreichen.

Die französische Air Liquide S.A. (ISIN FR0000120073/ WKN 850133), der weltweit zweitgrößte Industriegasehersteller, verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum um 10,8 Prozent. Auf vergleichbarer Basis wurde ein Umsatzanstieg von 8,5 Prozent ausgewiesen.

Der schweizerische Mischkonzern ABB Ltd. (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) profitierte im ersten Quartal 2008 von einer starken Stromnachfrage und konnte bei Umsatz und Ergebnis deutlich zulegen. Unternehmensangaben von heute zufolge wuchsen die Umsatzerlöse um 29 Prozent. In Lokalwährungen belief sich das Plus auf 17 Prozent. Ferner erhöhte sich das EBIT um 65 Prozent. Der Reingewinn kletterte um 87 Prozent.

Die Credit Suisse Group (ISIN CH0012138530/ WKN 876800), die zweitgrößte Bankgesellschaft in der Schweiz, meldete heute, dass sie im ersten Quartal einen Milliardenverlust erwirtschaftet hat. Demnach belief sich der Reinverlust auf 2,15 Mrd. Schweizer Franken (CHF), gegenüber einem Reingewinn im ersten Quartal 2007. Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von lediglich 594 Mio. CHF erwartet. Der Nettoertrag (Kernergebnis) lag sank um 72 Prozent.

Der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A. (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) meldete heute, dass sich sein Gewinn im ersten Quartal um 13 Prozent erhöht hat, was mit gewonnenen Marktanteilen im europäischen Automobilmarkt und mehr verkauften Lkw und Traktoren zusammenhängt. Zudem wurde die Jahresprognose 2008 bestätigt. Der Umsatz kletterte um 9,9 Prozent. (24.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

AstraZeneca 28,0 +3,3%
Barclays 5,3 -1,1%
Peugeot 44,8 -2,0%
PPR 89,5 +4,2%
Gaz de France 42,2 -1,3%
Air Liquide 94,2 -0,1%
ABB 20,9 +0,2%
Credit Suisse Group (CS Group) (N) 34,6 -1,6%
Fiat 15,3 +1,1%

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