21.07.2008 13:36
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Börsen in Europa: Freundlich, Roche unter Druck

Paris (aktiencheck.de AG) - Nach einem schwachen Auftakt liegen die europäischen Börsen mittlerweile im Plus. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt aktuell 1,15 Prozent und steht bei 3.359,69 Punkten. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt 1,32 Prozent zu auf 2.873,53 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 klettert gleichzeitig um 1,44 Prozent auf 759,21 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen verbuchen ebenfalls Gewinne. Gestützt wird der Markt von den besser als erwarteten Zahlen der Bank of America.

An der Londoner Börse knicken Papiere von HBOS um 2,5 Prozent ein, nachdem bekannt wurde, dass die geplante Kapitalerhöhung des Hypothekenfinanzierers bislang auf wenig Interesse bei den Aktionären stößt. Gesucht sind dagegen Barclays (+1,7 Prozent) und RBS (+3,1 Prozent).

Für Roche geht es in Zürich um 2 Prozent nach unten. Der Pharmakonzern beabsichtigt, seine US-Tochter Genentech für rund 43,7 Mrd. Dollar vollständig zu übernehmen. Darüber hinaus veröffentlichte Roche heute seine Zahlen zum ersten Halbjahr. Papiere des Branchenkollegen Novartis gewinnen dagegen 1,9 Prozent. Auch der Finanzsektor entwickelt sich deutlich fester. Aktuell steigen UBS um 3,5 Prozent, Credit Suisse um 2,6 Prozent und Julius Bär um 2,4 Prozent. Kühne + Nagel gewinnen nach Zahlen 1,3 Prozent.

Sanofi-Aventis geben in Paris leicht ab. Wie zuvor bekannt wurde, hat der Pharmakonzern den Zuschlag für das zum Verkauf stehende Vitamingeschäft der australischen Primary Health erhalten. Die Übernahme hat ein Volumen von 560 Mio. Australischen Dollar.

Indexstände (13:24 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.359,69 (+1,15 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.873,53 (+1,32 Prozent)

EURONEXT 100: 759,21 (+1,44 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.435,20 (+1,09 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.347,71 (+1,12 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 28.339,00 (+0,85 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 11.909,50 (+0,12 Prozent)

SMI (Zürich): 6.907,44 (+1,17 Prozent)

ATX (Wien): 3.699,10 (+2,69 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der britische Hypothekenfinanzierer HBOS plc (ISIN GB0030587504/ WKN 677485) stößt bei der geplanten Kapitalerhöhung bislang auf wenig Interesse bei den Aktionären. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des in Schieflage geratenen Hypothekenfinanzierers hervorgeht, wurden bisher lediglich 8,29 Prozent der neuen Aktien von den Anteilseignern nachgefragt. Insgesamt will das Kreditinstitut im Rahmen der Kapitalerhöhung rund 4 Mrd. Britische Pfund (GBP) erlösen. Da die Kapitalerhöhung vollständig durch ein aus Investmentbanken bestehendes Konsortium garantiert ist, werden die beteiligten Banken den Differenzbetrag zwischen den von den Aktionären übernommenen neuen Aktien und dem Gesamtwert von 4 Mrd. GBP aufbringen, teilte HBOS weiter mit.

Die französische Sanofi-Aventis S.A. (ISIN FR0000120578/ WKN 920657) hat den Zuschlag für das zum Verkauf stehende Vitamingeschäft der australischen Primary Health Care Ltd. (ISIN AU000000PRY5/ WKN 936621) erhalten. Wie der weltweit drittgrößte Pharmakonzern heute bekannt gab, erwirbt er von Primary Health Care den Geschäftsbereich Symbion Consumer, der Vitamine und nicht verschreibungspflichtige Medikamente herstellt. Die Übernahme mit einem Volumen von 560 Mio. Australischen Dollar soll Ende August abgeschlossen sein.

Der schweizerische Pharmakonzern Roche Holding AG (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) gab heute bekannt, dass er beabsichtigt, die Anteile der amerikanischen Genentech Inc. (ISIN US3687104063/ WKN 924632), die sich noch nicht in seinem Besitz befinden, für rund 43,7 Mrd. Dollar zu übernehmen. Der schweizerische Pharmakonzern hat sich im Jahr 1990 die Mehrheit an dem US-Unternehmen gesichert und hält derzeit 55,9 Prozent der Genentech-Anteile. Darüber hinaus veröffentlichte Roche heute seine Zahlen zum ersten Halbjahr. Demnach sank der Umsatz um 3,6 Prozent. Der Konzerngewinn fiel um 2 Prozent. Der Konzern bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr.

Presseangaben zufolge haben fünf Anwaltskanzleien am 14. Juli in New York Klage gegen die schweizerische Großbank UBS AG (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) eingereicht. Wie die "WirtschaftsWoche" am Samstag in einer Vorabausgabe berichtete, sei im Zuge einer Sammelklage geschädigter Anleger gegen die UBS eine "erweiterte Klageschrift" an das New Yorker Gericht gegangen. Bereits im April hatte das Gericht mehrere institutionelle Investoren, die mit der UBS-Aktie hohe Verluste gemacht hatten, zu so genannten Leitklägern ernannt. Die Großanleger würden der UBS vorwerfen, zu spät über drohende Wertberichtigungen informiert zu haben.

Das schweizerische Logistikunternehmen Kühne + Nagel International AG (ISIN CH0025238863/ WKN 938311) meldete am heute, dass es in den ersten sechs Monaten des Jahres ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum und eine gute Ertragsentwicklung erzielt hat. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent (bereinigt um negative Währungseffekte und Akquisitionen: 10,3 Prozent). Das Betriebsergebnis (EBITDA) wurde um 12,3 Prozent (bereinigt: 15,7 Prozent) verbessert. Vor dem Hintergrund der eher ungünstigen Konjunkturprognosen für das zweite Halbjahr 2008 geht das Unternehmen davon aus, dass sich zwar die Wachstumsdynamik in den Logistikmärkten verlangsamen, aber das Unternehmen aufgrund seines globalen Netzwerks und umfassenden Produktportfolios nach wie vor von der Globalisierung und einer zu erwartenden Veränderung der Warenströme profitieren wird. (21.07.2008/ac/n/m)

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