07.02.2008 14:29
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Börsen in Europa: Kräftige Verluste - GlaxoSmithKline, BT Group und Yell Group auf Talfahrt

Paris (aktiencheck.de AG) - Belastet von negativen US-Vorgaben sind die europäischen Börsen schwächer in den Handel gestartet. Zur Tagesmitte hin hat sich die Stimmung weiter eingetrübt. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 1,76 Prozent auf 3.693,78 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 büßt daneben 2,10 Prozent auf 3.148,64 Zähler ein. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 fällt unterdessen um 1,94 Prozent auf 839,92 Indexpunkte zurück. Die europäischen Länderbörsen melden ebenfalls kräftige Abschläge.

Wie bereits im Vorfeld erwartet, beschloss der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank auf seiner heutigen Sitzung in Frankfurt, das Zinsniveau unverändert zu belassen. Der Geldpolitische Rat (MPC) der Bank of England hat indes beschlossen, die Geldpolitik zu lockern und das Leitzinsniveau um 25 Basispunkte zurückzunehmen. Infolge der eingetrübten Konjunkturaussichten hatten Ökonomen diese Entscheidung erwartet.

Mit Schrecken wurden die Quartalszahlen von GlaxoSmithKline aufgenommen. Der Gewinn des Pharmakonzerns ist im Schlussquartal um 10 Prozent gesunken und damit deutlicher als von Analysten geschätzt. Darüber hinaus erwartet GlaxoSmithKline für das laufende Jahr eine weitere Ergebnisverschlechterung. Die Aktie verliert daraufhin in London rund 7 Prozent. Für Titel des Triebwerkherstellers Rolls-Royce geht es nach der Vorlage enttäuschender Ergebnisse um knapp 9 Prozent nach unten.

Anteile der Telefongesellschaft BT Group, deren Gewinn im dritten Geschäftsquartal um knapp ein Drittel eingebrochen ist, sacken um mehr als 8 Prozent ab. Mit -14,4 Prozent trifft es Papiere der Yell Group allerdings noch härter. Der Telefonbuchverlag schockte seine Anleger heute insbesondere mit einem schwachen Ausblick. Gegen den Trend verteuern sich Titel der BG Group um knapp 5 Prozent. Der Energie- und Erdgasversorger meldete heute, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 25 Prozent gestiegen ist.

Unilever verlieren in Amsterdam nach einem freundlichen Auftakt 2,5 Prozent, obwohl der Konsumgüterkonzern im vierten Quartal 2007 mehr umgesetzt hat als prognostiziert. Syngenta knicken in Zürich trotz starker Geschäftszahlen um knapp 6 Prozent ein. Petroplus tendieren nach einem starken Auftakt unverändert. Der Raffinerie-Betreiber verbuchte im vierten Quartal einen kräftigen Ergebnisanstieg.

Indexstände (14:07 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.693,78 (-1,76 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.148,64 (-2,10 Prozent)

EURONEXT 100: 839,92 (-1,94 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.735,20 (-2,39 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.706,13 (-2,29 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 33.248,00 (-1,80 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 12.806,30 (-1,77 Prozent)

SMI (Zürich): 7.386,15 (-2,37 Prozent)

ATX (Wien): 3.805,85 (-1,83 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die britische GlaxoSmithKline plc (GSK) (ISIN GB0009252882/ WKN 940561), Europas größter Pharmakonzern, gab heute bekannt, dass ihr Gewinn im vierten Quartal unerwartet deutlich um 10 Prozent gesunken ist, was auf die Konkurrenz durch Generika-Produkte, deutlich geringere Avandia-Umsätze und die anhaltende Dollar-Schwäche zurückzuführen ist. Der Umsatz lag auf dem Niveau des Vorjahres. Für das laufende Gesamtjahr stellt der Konzern einen EPS-Rückgang im mittleren Einstelligen Bereich (bei konstanten Währungen) in Aussicht.

Die BT Group plc (ISIN GB0030913577/ WKN 794796) musste im dritten Geschäftsquartal 2007/2008 einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. Wie die größte Telefongesellschaft in Großbritannien heute bekannt gab, wuchsen die Umsatzerlöse um 1 Prozent. Den weiteren Angaben zufolge stieg das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) vor Sonderposten gegenüber dem Vorjahresquartal um 2 Prozent. Dagegen ging der Nettogewinn um 30 Prozent zurück. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern ein Wachstum bei Umsatz und Ergebnis.

Der britische Telefonbuchverlag Yell Group plc (ISIN GB0031718066/ WKN 813528) legte heute die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vor. Dabei konnte der Konzern beim Umsatz und dem operativen Ergebnis einen Anstieg vorweisen. Der Umsatzausblick für das Gesamtjahr fiel hingegen enttäuschend aus. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Yell Group beim EBITDA sowie beim Cash-Flow ein Ergebnis im Rahmen der eigenen Prognosen. Angesichts der zuletzt verschärften Rahmenbedingungen auf dem Heimatmarkt Großbritannien wird man die eigenen Erwartungen beim Umsatz hingegen voraussichtlich knapp verfehlen.

Der britische Energie- und Erdgasversorger BG Group plc (ISIN GB0008762899/ WKN 931283) meldete heute, dass sein Gewinn im vierten Quartal um 25 Prozent gestiegen ist, was mit höheren LNG-Preisen und einer verstärkten Nachfrage nach Treibstoff in Japan zusammenhängt. Der Umsatz kletterte um 27 Prozent. Der operative Gewinn (ohne Joint Ventures) stieg um 6 Prozent.

Die britische Rolls-Royce Group plc (ISIN GB0032836487/ WKN 136198) gab heute die Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr bekannt. Demnach verzeichnete der auf die Produktion von Flugzeugtriebwerken spezialisierte Konzern im abgelaufenen Fiskaljahr beim Umsatz einen Anstieg um 4 Prozent. Aufgrund höherer Ausgaben in der Verwaltung sowie bei Forschung und Entwicklung verringerte sich der operative Gewinn deutlich. Der Nettogewinn reduzierte sich im Vorjahresvergleich ebenfalls.

Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever plc/N.V. (ISIN GB00B10RZP78/ WKN A0JNE2) (ISIN NL0000009355/ WKN A0JMZB) konnte im vierten Quartal 2007 bei Umsatz und Ergebnis zulegen. So wuchsen die Umsatzerlöse um 6,1 Prozent. Ferner kletterte der Vorsteuergewinn um 3 Prozent. Bei konstanten Wechselkursen wurde sogar ein Plus von 10 Prozent verzeichnet. Dagegen ging der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 13 Prozent zurück. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Rückgang um 6 Prozent. Für das Gesamtjahr 2008 geht Unilever davon aus, dass das bereinigte Umsatzwachstum am oberen Ende der Spanne von 3 bis 5 Prozent liegen wird.

Der schweizerische Pflanzenschutzhersteller und Chemiekonzern Syngenta AG (ISIN CH0011037469/ WKN 580854) meldete heute, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 75 Prozent gestiegen ist, was mit einer stärkeren Nachfrage der Landwirtschaft nach Pestiziden und Herbiziden zusammenhängt. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent, wobei zu konstanten Währungen ein Plus von 11 Prozent ausgewiesen wurde.

Der schweizerische Raffinerie-Betreiber Petroplus Holdings AG (ISIN CH0027752242/ WKN A0LEKR) verbuchte im vierten Quartal dank der starken Entwicklung im operativen Geschäft einen kräftigen Ergebnisanstieg. Beim Konzernumsatz verzeichnete Petroplus einen Anstieg um 186 Prozent. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern aufgrund der unverändert guten Rahmenbedingungen eine Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung und erwartet zusätzlich Impulse aus den im Vorjahr übernommenen Raffinerien in Coryton und Ingolstadt.

Die Banco Santander Central Hispano S.A. (BSCH) (ISIN ES0113900J37/ WKN 858872), die größte Bankgesellschaft in Spanien, meldete heute, dass ihr Gewinn im vierten Quartal unerwartet deutlich um 6 Prozent zurückgegangen ist, was mit einer Abschreibung in Höhe von 737 Mio. Euro auf ihr Sovereign Bancorp-Investment zusammenhängt. Die Nettozinseinnahmen erhöhten sich um kapp 20 Prozent. (07.02.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

GlaxoSmithKline 15,8 -0,4%
BT Group 2 2,1 -4,6%
Yell Group 1,3 -5,3%
BG Group 13,0 -2,8%
Rolls-Royce Group 4,7 -3,9%
Unilever 19,2 -0,3%
Syngenta 166,7 -2,5%
Petroplus 31,0 -3,1%
Banco Santander Central Hispano 11,2 -1,1%
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