13.09.2006 14:22
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Börsen in Europa: Leicht positiv, Scania und Alitalia im Fokus

Zürich (aktiencheck.de AG) - Trotz starker US-Vorgaben tendieren die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch nur leicht positiv. Im Vorfeld einiger US-Konjunkturdaten sowie einer Rede von US- Finanzminister Henry Paulson lassen es die Marktteilnehmer ruhig angehen. So verzeichnet der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell einen leichten Aufschlag von 0,24 Prozent und notiert bei 3.798,18 Punkten, der auch britische und schweizerische Werte umfassende Dow Jones STOXX 50 gewinnt 0,16 Prozent auf 3.504,97 Zähler hinzu. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 rückt daneben um 0,20 Prozent auf 884,74 Indexpunkte vor. Die europäischen Länderbörsen melden mehrheitlich positive Vorzeichen.

In Stockholm preschen Papiere des Nutzfahrzeughersteller Scania um knapp 9 Prozent nach oben. Zuvor bestätigte der deutsche Mitbewerber MAN sein Interesse an einer Übernahme des schwedischen Unternehmens. MAN-Papiere legen in Frankfurt aktuell knapp 3 Prozent zu. In London entwickeln sich Papiere der Bekleidungskette Next äußerst positiv und verbuchen ein knapp 6-prozentiges Kursplus, nachdem der Konzern überraschend gute Ergebnisse auf den Tisch gelegt hat. Ebenfalls nach der Zahlenbekanntgabe verteuern sich Titel des Verteidigungskonzerns BAE Systems um ein knappes Prozent. Dagegen brechen Anteilsscheine des Reiseveranstalters MyTravel, der für das laufende Fiskaljahr von weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen ausgeht, um 5 Prozent ein.

Der Handel in Paris verläuft dagegen in ruhigen Bahnen. Papiere von Gaz de France setzen sich am Tag nach den Zahlen mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent an die Spitze des CAC 40, während EADS 1,8 Prozent abgeben. Abseits der Standardwerte fallen Anteilsscheine des weltgrößten Herstellers von Smartcards Gemalto, der im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch erlitt, um knapp 14 Prozent zurück.

Alitalia-Aktien brechen in Mailand um mehr als 8 Prozent ein. Die Fluggesellschaft hat ihren Verlust im ersten Halbjahr ausgeweitet und erwartet nun auch für das Gesamtjahr rote Zahlen. Dagegen geht es für Sanpaolo IMI sowie für Finmeccanica nach Ergebnisvorlage leicht aufwärts.

Indexstände (14:12 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.798,18 (+0,24 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.504,97 (+0,16 Prozent)

EURONEXT 100: 884,74 (+0,20 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.891,20 (-0,07 Prozent)

CAC40 (Paris): 5.129,97 (+0,08 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 37.907,00 (-0,03 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 12.192,30 (+0,23 Prozent)

SMI (Zürich): 8.224,38 (+0,36 Prozent)

ATX (Wien): 3.680,42 (-0,06 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der Nutzfahrzeughersteller MAN AG (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) hat sein Interesse an einer Übernahme seines schwedischen Mitbewerbers Scania AB (ISIN SE0000308272/ WKN 899845) bestätigt. Wie der im DAX30 notierte Konzern heute bekannt gab, hat man sich in Anbetracht der Pressespekulationen und der gestrigen Stellungnahme von Scania in Bezug auf ein angeblich bevorstehendes Übernahmeangebot durch MAN dazu entschlossen, sein Interesse an einer Kombination beider Unternehmen zu bestätigen. Nach Ansicht von MAN gibt es eine überzeugende industrielle Logik für eine solche Kombination. Zusammen würden beide Unternehmen zur Nummer eins im europäischen Markt für Nutzfahrzeuge werden und damit eine bedeutende Plattform für profitables Wachstum schaffen. Eine weitere diesbezügliche Ankündigung soll in der kommenden Woche erfolgen, teilte MAN weiter mit.

Der britische Verteidigungskonzern BAE Systems plc (ISIN GB0002634946/ WKN 866131) meldete heute, dass sein Gewinn im ersten Halbjahr um 28 Prozent gestiegen ist, was mit US-Aufträgen für nachgerüstete Bradley-Kampffahrzeuge zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 405 Mio. Britische Pfund (GBP) bzw. 12,4 Pence pro Aktie, nach 317 Mio. GBP bzw. 10,8 Pence pro Aktie im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 354 Mio. GBP ausgegangen. Der Umsatz kletterte im Berichtszeitraum um 21 Prozent auf 8,21 Mrd. GBP. Der Konzern beabsichtigt, seine Zwischendividende von 4,0 Pence pro Aktie auf 4,4 Pence pro Aktie anzuheben. Mit der Übernahme der United Defense Industries Inc. im Juni 2005 ist BAE zum siebtgrößten Auftragsnehmer des Pentagon aufgestiegen. Der Konzern, der seinen Aktionären kürzlich den Verkauf des 20-prozentigen Airbus-Anteils an EADS empfohlen hat, will sich künftig auf US-Akquisitionen konzentrieren.

Der britische Reiseveranstalter MyTravel Group plc (ISIN GB00B06BLB41/ WKN A0D85T) geht für das laufende Fiskaljahr von weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen aus. Wie der Konzern heute im Rahmen seines Trading-Update erklärte, wurde der bisherige Geschäftsverlauf im Sommer insbesondere durch den Zwischenfall in Großbritannien sowie die jüngsten Terroranschläge in Jordanien und der Türkei belastet. Als weitere Belastungsfaktoren wurden der steigende Ölpreis sowie negative Wechselkurseffekte genannt, wobei man in diesem Zusammenhang mit einer Belastung in Höhe von ca. 50 Mio. Britischen Pfund (GBP) rechnet. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Vorsteuergewinn von 40 bis 45 Mio. GBP, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 17,4 Mio. GBP ausgewiesen werden musste. Der operative Gewinn soll auf Konzernebene im Bereich von 55 bis 60 Mio. GBP liegen. Für den Heimatmarkt Großbritannien erwartet MyTravel Group angesichts der jüngsten Ereignisse sowie dem anhaltend schwierigen Marktumfeld keine Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr. Dabei will man für Großbritannien einen operativen Verlust von 10 bis 15 Mio. GBP erreichen, nachdem man im Vorjahr auf vergleichbarer Basis ein operatives Minus von 27,4 Mio. GBP ausweisen musste. Zuvor hatte MyTravel eine Rückkehr in die Gewinnzone für den Heimatmarkt im Gesamtjahr in Aussicht gestellt.

Die Next plc (ISIN GB0032089863/ WKN 779551), der drittgrößte Bekleidungskette in Großbritannien, meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent gestiegen ist, was auf größere Geschäfte und Preissenkungen zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 124 Mio. Britische Pfund (GBP) bzw. 53,3 Pence pro Aktie, nach 119,9 Mio. GBP bzw. 47,9 Pence pro Aktie im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 116 Mio. GBP ausgegangen. Der Umsatz kletterte um 8,1 Prozent auf 1,51 Mrd. GBP. Der Gewinn vor Steuern lag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres bei 178,9 Mio. GBP, im Vergleich zu 172,6 Mio. GBP im Vorjahr. Analysten hatten hier mit einem Vorsteuergewinn von 167,3 Mio. GBP gerechnet.

Die Finmeccanica S.p.A. (ISIN IT0003856405/ WKN A0ETQX) hat am Dienstag die Zahlen zum ersten Halbjahr 2006 vorgelegt. Dabei konnte der italienische Luftfahrt- und Rüstungskonzern aufgrund des Börsengangs eines 60-prozentigen Anteils an ihrer Tochtergesellschaft Ansaldo STS einen Gewinnsprung verzeichnen. Die Umsatzerlöse konnten in den ersten sechs Monaten von 4,72 Mrd. Euro auf nun 5,71 Mrd. Euro gesteigert werden. Das Betriebsergebnis EBIT erhöhte sich von 251 Mio. Euro auf nun 305 Mio. Euro. Das Nettoergebnis stieg von 101 Mio. Euro auf nun 564 Mio. Euro. Bereinigt um den IPO von Ansaldo STS hätte sich der Gewinn auf 170 Mio. Euro belaufen. Für das Gesamtjahr bestätigte Finmeccanica seine Prognosen. Dabei erwartet der Konzern Umsätze von 12,7 bis 13,0 Mrd. Euro und ein EBIT von 840 bis 860 Mio. Euro. Für 2007 erwartet Finmeccanica dann Umsätze von 13,6 bis 14,0 Mrd. Euro und ein EBIT von 0,96 bis 1,10 Mrd. Euro.

Die Sanpaolo IMI S.p.A. (ISIN IT0001269361/ WKN 916898) veröffentlichte am Dienstag die Zahlen zum ersten Halbjahr 2006. Dabei konnte das italienische Kreditinstitut, dass derzeit vor einer Fusion mit der Banca Intesa S.p.A. (ISIN IT0000072618/ WKN 850605) steht, den Gewinn um 27,5 Prozent steigern. Den Angaben zufolge stieg der Nettogewinn von 894 Mio. Euro auf nun 1,140 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 23,5 Prozent auf 1,769 Mrd. Euro. Der Bruttogewinn stieg um 10,3 Prozent auf 4,354 Mrd. Euro. Dabei ging die Cost-Income-Ratio von 56,4 Prozent auf 53,1 Prozent zurück. In den ersten sechs Monaten gelang es dem Konzern 35.000 neue Retail-Kunden zu gewinnen.

Die Alitalia Linee Aeree Italiane S.p.A. (ISIN IT0003918577/ WKN A0F63R) veröffentlichte am Dienstag die Zahlen zum ersten Halbjahr 2006. Dabei musste die italienische Fluggesellschaft ihren Verlust ausweiten und erwartet nun auch für das Gesamtjahr rote Zahlen. Die Umsatzerlöse gingen in den ersten sechs Monaten um 1,6 Prozent auf 2,239 Mio. Euro zurück. Der operative Verlust musste von 129 Mio. Euro auf 132 Mio. Euro ausgeweitet werden. Der Nettoverlust stieg von 125 Mio. Euro auf nun 221 Mio. Euro. Als Auslöser hierfür nannte der Konzern steigende Kerosinpreis und den härter werdenden Wettbewerb mit Billigfliegern. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg dagegen im Berichtszeitraum um 3,1 Prozent auf 11,7 Millionen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Konzern mit einem positiven operativen Ergebnis. Der Umsatz soll auf Vorjahresniveau liegen.

Die niederländische Gemalto N.V. (ISIN NL0000400653/ WKN A0CA8L), der weltgrößte Hersteller von Smartcards, meldete heute, dass ihr Gewinn im ersten Halbjahr um fast die Hälfte gesunken ist, was mit einem harten Wettbewerb im Mobiltelefonsektor zusammenhängt. Der Nettogewinn ging demnach gegenüber dem Vorjahr um 47,3 Prozent auf 34,4 Mio. Dollar zurück. Der Umsatz des Konzerns fiel im Berichtszeitraum um 1 Prozent auf 1,04 Mrd. Dollar. Für das zweite Halbjahr rechnet man mit einer operativen Entwicklung auf dem Niveau der ersten sechs Monate. (13.09.2006/ac/n/m)

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