28.02.2008 14:27
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Börsen in Europa: Rot regiert, Aviva und InBev deutlich im Plus, A-TEC auf Talfahrt

Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen präsentieren sich am Donnerstag nach leicht negativen Vorgaben aus Übersee schwächer. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 0,88 Prozent auf 3.822,74 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt ebenfalls 0,88 Prozent auf 3.271,82 Zähler ab. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 fällt daneben um 0,76 Prozent auf 873,02 Indexpunkte zurück. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls in der Verlustzone. Im weiteren Handelsverlauf stehen in den USA die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal 2007 sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zur Veröffentlichung an.

In London sticht die Aktie von Aviva mit einem Aufschlag von knapp 4 Prozent hervor. Der Versicherer verzeichnete im vergangenen Jahr völlig überraschend ein leichtes Ergebnisplus. Titel der Royal Bank of Scotland, die im Jahr 2007 ein kräftiges Gewinnwachstum erzielen konnte, tendieren leicht positiv. Anteilsscheine von British American Tobacco stehen knapp behauptet im Handel. Wie der weltweit zweitgrößte Tabakkonzern heute meldete, ist sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12 Prozent gestiegen.

Für Papiere des Versicherungskonzerns AXA geht es in Paris um gut 2 Prozent nach unten. Das heute vorgelegte Zahlenwerk konnte nur teilweise überzeugen. Dagegen preschen Pernod Ricard um rund 4 Prozent vor. Der Spirituosenhersteller verbuchte in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres dank deutlich verbesserter Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg. Zudem wurde der Ausblick angehoben.

In Madrid richten sich die Blicke mitunter auf das von Telefonica vorgelegte Zahlenwerk. Die zweitgrößte Telefongesellschaft in Europa teilte heute mit, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal leicht verbessert hat. Der Wert kann aktuell leicht zulegen. Die Aktie des Öl- und Erdgaskonzerns Repsol, der ebenfalls einen Blick in seine Bilanzen gewährt hat, gewinnt gut 1 Prozent.

Papiere von A-TEC brechen in Wien um knapp 10 Prozent ein. Medienangaben zufolge muss der Industriekonzern auf Druck der deutschen Kartellbehörden voraussichtlich seine Beteiligung an dem deutschen Kupferhersteller Norddeutsche Affinerie deutlich reduzieren. In Brüssel ziehen Anteilscheine von InBev um annähernd 9 Prozent an. Der größte Brauereikonzern der Welt meldete zuvor, dass sich sein Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt hat.

Indexstände (14:06 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.822,74 (-0,88 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.271,82 (-0,88 Prozent)

EURONEXT 100: 873,02 (-0,76 Prozent)

FTSE 100 (London): 6.011,90 (-1,06 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.911,00 (-1,16 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 34.309,00 (-0,65 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 13.389,60 (-0,48 Prozent)

SMI (Zürich): 7.737,16 (-0,58 Prozent)

ATX (Wien): 3.955,82 (-0,04 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die Royal Bank of Scotland Group plc (RBS) (ISIN GB0007547838/ WKN 865142) konnte im Jahr 2007 ein kräftiges Gewinnwachstum erzielen. Wie das zweitgrößte britische Kreditinstitut heute verkündete, kletterte das Nettoergebnis unerwartet deutlich um knapp 18 Prozent. Den weiteren Angaben zufolge soll die Dividendenausschüttung um 10 Prozent erhöht werden.

Die Aviva plc (ISIN GB0002162385/ WKN 854013) verzeichnete im Jahr 2007ein starkes Wachstum im Geschäft mit Lebensversicherungen in den USA sowie Europa und konnte hierdurch ihr Ergebnis leicht verbessern. Wie der größte britische Versicherer heute mitteilte, stieg der operative Gewinn auf vergleichbarer Basis um 1 Prozent. Dagegen hatten Analysten durchschnittlich mit einem Rückgang gerechnet.

Die British American Tobacco plc (BAT) (ISIN GB0002875804/ WKN 916018), der weltweit zweitgrößte Tabakkonzern, meldete heute, dass ihr Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund von Preiserhöhungen um 12 Prozent gestiegen ist. Zudem wurde die Übernahme des Zigarettengeschäfts der ST Group für insgesamt 2 Mrd. Britische Pfund (GBP) angekündigt. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum von um 2,6 Prozent. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft kletterte um 11 Prozent und damit weniger stark als erwartet.

Der französische Versicherungskonzern AXA S.A. (ISIN FR0000120628/ WKN 855705) meldete heute, dass sein Gewinn im zweiten Halbjahr um 6 Prozent gestiegen ist, nachdem er mehr Lebens- und Sachversicherungen verkaufen konnte. Der bereinigte Gewinn kletterte überraschend deutlich um 24 Prozent. Im Gesamtjahr erhöhte lag sich der bereinigte Gewinn um 22 Prozent.

Der französische Baukonzern Vinci S.A. (ISIN FR0000125486/ WKN 867475) hat am Mittwoch die Zahlen zum Gesamtjahr 2007 veröffentlicht. Dabei konnten die Umsatzerlöse um 16,9 Prozent gesteigert werden. Der Nettogewinn verbesserte sich um 14,4 Prozent. Für 2008 zeigte sich Vinci optimistisch. Der Auftragsbestand liege den Angaben zufolge mit 21,5 Mrd. Euro 20 Prozent über dem Vorjahresstand.

Der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard S.A. (ISIN FR0000120693/ WKN 853373) verbuchte in den ersten sechs Monaten des laufenden Fiskaljahres dank deutlich verbesserter Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 5,9 Prozent. Das organische Umsatzplus lag bei 10,1 Prozent. Unter dem Strich wurde beim Nettoergebnis nach Minderheiten ein Plus von knapp 18 Prozent verbucht. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Pernod Ricard aufgrund der sehr starken Absatzentwicklung eine deutliche Ergebnisverbesserung und hob in diesem Zusammenhang die Prognose für das operative Ergebnis an. Demnach erwartet man im Vorjahresvergleich nunmehr eine operative Gewinnsteigerung von 12 Prozent.

Die spanische Telefonica S.A. (ISIN ES0178430E18/ WKN 850775), die zweitgrößte Telefongesellschaft in Europa, teilte heute mit, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal leicht verbessert hat, was auf ein Wachstum in Lateinamerika zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum ebenfalls. Für das laufende Geschäftsjahr 2008 rechnet der Konzern mit einem Umsatzplus von 6 bis 8 Prozent.

Der spanische Öl- und Erdgaskonzern Repsol YPF S.A. (ISIN ES0173516115/ WKN 876845) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2 Prozent gesteigert hat, was mit hohen Ölpreisen zusammenhängt. Der Umsatz fiel um 5,3 Prozent. Die Öl- und Gasproduktion von Europas fünftgrößtem Ölkonzern ging im Berichtszeitraum um 7,9 Prozent zurück.

Der österreichische Industriekonzern A-TEC Industries AG (ISIN AT00000ATEC9/ WKN A0LFDH) muss auf Druck der deutschen Kartellbehörden voraussichtlich seine Beteiligung an der Norddeutsche Affinerie AG (NA) (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) deutlich reduzieren. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" werde das Bundeskartellamt die Beteiligung des vom österreichischen Investor geführten Mischkonzerns am größten europäischen Kupferhersteller als wettbewerbswidrig untersagen. Den Angaben zufolge dürfe A-TEC voraussichtlich nur 5 Prozent der Anteile an der NA halten und müsse in diesem Zusammenhang seinen 2007 aufgebauten Anteil von 13,85 Prozent am dem Hamburger Unternehmen zurückführen.

Die belgische InBev S.A. (ISIN BE0003793107/ WKN 590932), der größte Brauereikonzern der Welt, meldete heute, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt hat, was mit Immobilienverkäufen und höheren Umsätzen in Brasilien und Osteuropa zusammenhängt. Der Umsatz erhöhte sich um 8,1 Prozent. (28.02.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Royal Bank of Scotland Group 2,7 -2,6%
Aviva 6,3 +4,8%
British American Tobacco 22,6 +6,4%
AXA 18,2 -3,2%
Vinci 37,8 +1,8%
Pernod Ricard 58,2 -2,9%
Telefonica 17,3 -2,0%
Repsol YPF 24,4 +0,2%
A-TEC Industries 49,3 +1,7%
InBev 41,1 -0,9%
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