04.07.2008 14:29
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Börsen in Europa: Schwach, Finanzwerte mehrheitlich unter Druck

Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Marktteilnehmer halten sich wegen des US-Feiertages "Independence Day" mit Engagements zurück. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verliert aktuell 1,08 Prozent auf 3.294,96 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gibt 0,83 Prozent ab auf 2.849,75 Zähler. Für den in Paris berechneten EURONEXT 100 geht es um 0,97 Prozent nach unten auf 756,29 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen liegen ebenfalls im Minus.

Finanzwerte stehen dabei verstärkt im Blick. In Zürich gewinnen Papiere der UBS ein halbes Prozent. Damit liegt der Wert allerdings weit unter seinen morgendlichen Höchstständen. Die Großbank meldete heute, dass ihr Ergebnis für das zweite Quartal voraussichtlich ausgeglichen bis leicht negativ sein wird. Per Quartalsende sieht der Konzern keine Notwendigkeit, zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen. Credit Suisse geben dagegen mehr als 1 Prozent ab. Der Wert leidet wie auch der gesamte europäische Bankensektor unter einer negativen Branchenstudie der US-Investmentbank Goldman Sachs. In London bröckeln mitunter Barclays um 3,6 Prozent und RBS um 2,6 Prozent ab. In Paris verlieren BNP Paribas 1,9 Prozent, Crédit Agricole 2,6 Prozent und Société Générale 2,2 Prozent. An der Madrider Börse stechen Bankinter und BSCH mit Abschlägen von 4,6 bzw. 3,4 Prozent hervor.

Rohstoffwerte entwickeln sich ebenfalls schwach. Titel des britisch/australischen Minenkonzerns BHP Billiton liegen mit 1,4 Prozent im Minus, obwohl man beim chinesischen Stahlkocher Baosteel deutliche Preiserhöhungen für Eisenerze durchgesetzt hat. Daneben verringern sich Rio Tinto um 0,4 Prozent, Anglo American um 3 Prozent und Antofagasta um 1,9 Prozent.

Titel des Satellitenfernsehanbieters BSkyB fallen um mehr als 2 Prozent zurück. Der Konzern zieht Presseangaben zufolge ein Übernahmeangebot in Höhe von 2,5 Mrd. Euro für die spanische Pay-TV-Plattform Digital Plus in Betracht. Für British Airways geht es nach der Vorlage von Passagierzahlen um fast 5 Prozent nach unten.

Indexstände (14:16 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.294,96 (-1,08 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.849,75 (-0,83 Prozent)

EURONEXT 100: 756,29 (-0,97 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.432,60 (-0,80 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.291,43 (-1,21 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 28.719,00 (-1,29 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 11.764,30 (-1,80 Prozent)

SMI (Zürich): 6.802,50 (-0,61 Prozent)

ATX (Wien): 3.791,30 (-1,91 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die schweizerische Großbank UBS AG (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6) meldete heute, dass ihr Ergebnis für das zweite Quartal zum 30. Juni 2008 voraussichtlich ausgeglichen bis leicht negativ sein wird. Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgt wie geplant am 12. August. Den Angaben zufolge werden die positiven Ergebnisbeiträge von Global Wealth Management & Business Banking sowie von Global Asset Management voraussichtlich durch einen weiteren Verlust der Investment Bank neutralisiert. Das Ergebnis des zweiten Quartals beinhaltet auch eine Steuergutschrift von rund 3 Mrd. Schweizer Franken als Folge der bis heute angefallenen Verluste. Per Quartalsende rechnet UBS mit einer BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) von rund 11,5 Prozent und sieht keine Notwendigkeit, zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen.

Der britisch/australischen Minenkonzern BHP Billiton plc/ Ltd. (ISIN GB0000566504/ WKN 908101) (ISIN AU000000BHP4/ WKN 850524) hat beim chinesischen Stahlkocher Baosteel deutliche Preiserhöhungen für Eisenerze durchgesetzt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, steigen die Preise für Eisenerz um fast 97 Prozent. Zuletzt hatten auch andere Eisenerzproduzenten vor dem Hintergrund der weiter steigenden Stahlnachfrage ihre Preise für Eisenerze deutlich angehoben. Der Minenkonzern Rio Tinto plc/ Ltd. (ISIN GB0007188757/ WKN 852147) (ISIN AU000000RIO1/ WKN 855018) hatte zuletzt am 1. Juli bei seinen Abnehmern in Asien Preiserhöhungen von bis zu 96,5 Prozent durchgesetzt.

Der Satellitenfernsehanbieter British Sky Broadcasting Group plc (BSkyB) (ISIN GB0001411924/ WKN 893517) zieht Presseangaben zufolge ein Übernahmeangebot in Höhe von 2,5 Mrd. Euro für die spanische Pay-TV-Plattform Digital Plus in Betracht. Wie die "Financial Times" heute berichtet, gibt es bisher keine Entscheidung, um mit der Vorlage eines Angebots fortzufahren, jedoch ist der Cash-Flow von BSkyB stark genug, dass man damit eine Akquisition finanzieren könnte. Die Grupo Prisa S.A. (ISIN ES0171743117/ WKN 615789), der größte Medienkonzern in Spanien, werde noch in diesem Jahr, voraussichtlich ab September, eine Auktion für Digital Plus starten, um mit den Erlösen Verbindlichkeiten zurückzuzahlen.

Die Fluggesellschaft British Airways plc (ISIN GB0001290575/ WKN 872391) musste im Juni einen Rückgang bei der Zahl der beförderten Passagiere ausweisen. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, wurden im Berichtszeitraum insgesamt 2,15 Millionen Fluggäste befördert, was einem Minus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich um 3,8 Prozentpunkte auf 76,7 Prozent.

Die irische Billigfluglinie Ryanair Holdings plc (ISIN IE00B1GKF381/ WKN A0MJ5T) verbuchte im Juni einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere. Wie der Konzern heute erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 5,17 Millionen Fluggäste gezählt, was einem Plus von 19 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich hingegen um einen Prozentpunkt auf 84 Prozent. (04.07.2008/ac/n/m)

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