23.07.2008 14:08
Drucken |

Schrift:

Börsen in Europa: Sehr fest, Peugeot auf der Überholspur, Finanzwerte auf breiter Front im Plus

Paris (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen verzeichnen am Mittwoch deutliche Zuwächse. Nach positiven Vorgaben aus New York und Asien sowie dem jüngsten Ölpreisrückgang gewinnt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 1,39 Prozent auf 3.372,32 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legt 1,54 Prozent zu auf 2.874,84 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 rückt gleichzeitig um 2,13 Prozent vor auf 766,67 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen präsentieren sich ebenfalls sehr fest.

Nach dem gestrigen Kursrutsch legen Vodafone in London 1,6 Prozent zu. Der Mobilfunkbetreiber kündigte zuvor ein Aktienrückkauf-Programm über 1 Mrd. Britische Pfund mit sofortiger Wirkung an. Nach starken Sektorenvorgaben aus den USA springen außerdem Barclays um 8,9 Prozent und RBS um 9,1 Prozent. HBOS liegen mit 10,5 Prozent im Plus.

In Paris gewinnen Crédit Agricole gut 6 Prozent, BNP Paribas 3,9 Prozent und Société Générale 6,5 Prozent. Für Peugeot geht es um fast 9 Prozent nach oben. Der Automobilkonzern gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 49 Prozent gesteigert hat. Im Fahrtwasser von Peugeot rücken außerdem Renault um über 4 Prozent vor. STMicroelectronics springen um knapp 4 Prozent. Der zweitgrößte Chip-Hersteller in Europa konnte seinen Verlust im abgelaufenen Quartal drastisch zurückfahren. Vor Einmaleffekten wurde ein unerwartet hoher Gewinn erzielt.

An der Züricher Börse ziehen Credit Suisse um 5 Prozent und UBS um 4,6 Prozent an. Gegen den Trend geben Julius Bär nach Zahlen ein halbes Prozent ab. Fiat gewinnen in Mailand 7,7 Prozent. Der Automobil- und Industriekonzern verbuchte im zweiten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg und bestätigte im Anschluss die Jahresprognosen. In Amsterdam rücken KPN um gut 5 Prozent vor. Die Telefongesellschaft hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang ausgewiesen. Gleichzeitig wurde jedoch die Ergebnisprognose für das niederländische Geschäft nach oben korrigiert.

Telenor geben in Oslo nach Ergebnisvorlage 2,8 Prozent ab. Ähnlich schwach entwickeln sich Volvo in Stockholm. Der weltweit zweitgrößte Lkw-Hersteller meldete zuvor, dass sein Gewinn im zweiten Quartal um 28 Prozent gestiegen ist.

Indexstände (13:50 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.372,32 (+1,39 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.874,84 (+1,54 Prozent)

EURONEXT 100: 766,67 (+2,13 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.422,70 (+1,09 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.388,64 (+1,42 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 28.715,00 (+1,72 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 11.865,20 (+2,20 Prozent)

SMI (Zürich): 7.011,56 (+1,29 Prozent)

ATX (Wien): 3.736,36 (+1,99 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone Group plc (ISIN GB00B16GWD56/ WKN A0J3PN) kündigte heute ein Aktienrückkauf-Programm über 1 Mrd. Britische Pfund mit sofortiger Wirkung an. Hintergrund der Maßnahme ist die Ansicht des Boards, dass das Unternehmen durch den derzeitigen Aktienkurs deutlich unterbewertet werde.

Der französische Automobilkonzern Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën) (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) gab heute bekannt, dass er seinen Gewinn im ersten Halbjahr um 49 Prozent gesteigert hat, was auf geringere Produktionskosten und eine starke Nachfrage nach seinen Modellen 308 und 207 zusammenhängt. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 1,6 Prozent. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten kletterte um 32 Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern sein Ziel, eine operative Marge in Höhe von 3,5 Prozent zu erreichen.

Die schweizerische Julius Bär Holding AG (ISIN CH0029758650/ WKN A0MQFZ) musste im ersten Halbjahr 2008 einen leichten Ergebnisrückgang ausweisen. Wie das Unternehmen heute erklärte, ging der Gewinn vor Steuern um 3 Prozent zurück. Nach Abzug der Steuern resultierte ein zum ersten Halbjahr 2007 lediglich um 2 Prozent niedrigerer Konzerngewinn. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft wuchs um 32 Prozent an, während der Erfolg aus dem Handelsgeschäft um 28 Prozent zunahm. Ferner teilte die Bank mit, dass Johannes A. de Gier wie geplant per 1. September 2008 als Group CEO zurücktreten und sich auf die Funktion als Executive Chairman von GAM konzentrieren wird.

Die schweizerische STMicroelectronics N.V. (ISIN NL0000226223/ WKN 893438), der zweitgrößte Chip-Hersteller in Europa, meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass ihr Verlust im zweiten Quartal drastisch gesunken ist, was mit geringeren Sonderbelastungen aus dem Verkauf des Flash-Speichergeschäfts und aus anderen Restrukturierungen zusammenhängt. Vor Einmaleffekten wurde ein unerwartet hoher Gewinn erzielt. Der Umsatz lag leicht unter dem Vorjahreswert.

Die niederländische Telefongesellschaft KPN N.V. (ISIN NL0000009082/ WKN 890963) meldete heute, dass sich ihr Gewinn im zweiten Quartal um 12 Prozent verringert hat, was mit einer höheren Steuerlast und gestiegenen Finanzkosten zusammenhängt. Der Umsatz nahm um 22 Prozent zu. der Konzern weiter mitteilte, hat er seine Ergebnisprognose für das niederländische Geschäft nach oben korrigiert. Demnach wird im Gesamtjahr nun mit einem unveränderten Ergebnis gerechnet, nach einem zuvor erwarteten Rückgang.

Der italienische Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A. (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) verbuchte im zweiten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg und bestätigte im Anschluss die Jahresprognosen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 11 Prozent. Beim Nettoergebnis vor Minderheiten wurde ein Anstieg von 3 Prozent ausgewiesen. Besonders deutliche Zuwachsraten konnte das Automobilsegment vorweisen, welches bei einem Absatzplus von 11,4 Prozent einen Umsatzanstieg von 14,4 Prozent erzielen konnte. Für das Gesamtjahr bestätigte Fiat trotz der weiterhin schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen die Prognosen und geht weiterhin von einem Umsatz im Bereich von 63 Mrd. Euro sowie einem Nettogewinn von 2,4 bis 2,6 Mrd. Euro aus.

Die norwegische Telenor ASA (ISIN NO0010063308/ WKN 591260), die nach Umsatz größte Telefongesellschaft in Skandinavien, musste im zweiten Quartal 2008 einen Ergebnisrückgang ausweisen. Unternehmensangaben von heute zufolge wuchsen die Umsatzerlöse leicht. Ferner konnte das EBITDA vor Sondereffekten gesteigert werden. Der Nettogewinn verringerte sich dagegen um 8 Prozent.

Der schwedische Nutzfahrzeugkonzern Volvo AB (ISIN SE0000115446/ WKN 855689), der weltweit zweitgrößte Lkw-Hersteller, meldete heute, dass sein Gewinn im zweiten Quartal um 28 Prozent gestiegen ist, was auf erhöhte Absatzzahlen in Europa und Asien zurückzuführen ist. Der Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent. Der operative Gewinn nahm um 26 Prozent zu. (23.07.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Vodafone Group 1,8 -1,1%
Peugeot 32,6 -1,2%
Julius Baer 1 40,8 +3,2%
STMicroelectronics 9,0 -1,0%
KPN 11,6 -0,7%
Fiat 10,7
Telenor ASA 10,7 +2,0%
Volvo AB (B) 8,0 +1,9%
Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle wirtschaftliche Situation?
Besser als vor einem Jahr
Schlechter als vor einem Jahr
Unverändert




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige