08.04.2005 14:37
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Börsen in Europa: Sinkender Ölpreis stützt die Märkte

Die europäischen Börsen notieren am Freitagnachmittag weitgehend fester. Besonders der rückläufige Ölpreis sorgt zum Wochenschluss für gute Stimmung.

Im Telekomsektor ist heute die Dividendenzahlung von Nokia im Gespräch. Bei der britischen Colt Telecom sorgen Spekulationen über eine Übernahme durch TDC für kräftige Kursgewinne. Bei Alcatel führen die Gerüchte um den Rücktritt von COO Germond zu steigenden Kursen.

Indexstände (14.16 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.093,90 (+0,10 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 2.911,52 (+0,16 Prozent)

EURONEXT 100: 708,49 (+0,26 Prozent)

FTSE 100 (London): 4.986,10 (+0,18 Prozent)

CAC 40 (Paris): 4.135,97 (+0,28 Prozent)

MIB30 (Mailand): 32.854 (-0,01 Prozent)

IBEX35 (Madrid): 9.399,30 (+0,07 Prozent)

SMI (Zürich): 6.023,84 (+0,00 Prozent)

ATX (Wien): 2.702,18 (+0,05 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Die finnische Nokia Corp., der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefonen, hat auf ihrer gestrigen Hauptversammlung entschieden, für das Geschäftsjahr 2004 eine Dividende in Höhe von 33 Cent an die Aktionäre auszuschütten. Zudem hat die Hauptversammlung das Nokia-Board im Rahmen eines Aktienrückkauf-Programms über 5 Mrd. Euro dazu ermächtigt, ab dem 14. April 443,2 Millionen eigene Aktien zurückzukaufen. Die Anzahl der Board-Mitglieder wurde mit zehn bestätigt. Sämtliche Mitglieder wurden wiedergewählt, darunter Paul J. Collins, Georg Ehrnrooth, Bengt Holmström, Per Karlsson, Jorma Ollila, Marjorie Scardino, Vesa Vainio und Arne Wessberg. Neu in das Gremium gewählt wurden Daniel R. Hesse und Edouard Michelin. Das Board of Directors bestätigte CEO Jorma Ollila als Chairman of the Board und Paul J. Collins als Vice Chairman of the Board. Darüber hinaus wurde PricewaterhouseCoopers als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2005 wiedergewählt.

Wie die französische Zeitung "Les Echos" berichtet, wird Philippe Germond, COO des französischen Telekommunikationsausrüsters Alcatel, wegen unterschiedlicher Auffassungen mit dem Chairman und CEO Serge Tchuruk über strategische Fragen zurücktreten. Nach Angaben der Zeitung wird Alcatel den Rücktritt von Germond, der einen Zusammenschluss mit dem französischen Rüstungskonzern Thales anscheinend nicht unterstützt, in wenigen Tagen offiziell bekannt geben. Der Zeitung zufolge hängt der Rücktritt mit der jüngsten Entscheidung von Alcatel zusammen, die Aktionäre auf der nächsten Hauptversammlung über die Verlängerung des Mandats des aktuellen Chairman um zwei Jahre abstimmen zu lassen, sollte eine getrennte Besetzung von Chairman und CEO beschlossen werden. Bei einem entsprechenden Beschluss würde Tchuruk (67) demnach neben einem neuen CEO, über den bereits seit längerem spekuliert wird, zwei weitere Jahre Chairman bleiben - ein Amt, das von Germond hätte besetzt werden können, hieß es.

Der französische Getränkekonzern Pernod Ricard und der US-Wettbewerber Fortune Brands werden für den britischen Spirituosenkonzern Allied Domecq am 18. oder 19. April ein gemeinsames Übernahmeangebot vorlegen. Dies berichtet die französische Tageszeitung "La Tribune". Der Zeitung zufolge wird die Offerte bei rund 670 Pence pro Allied-Aktie liegen, womit der britische Konzern mit 10,8 Mrd. Euro ohne die Berücksichtigung von Verbindlichkeiten bewertet würde. Das Angebot wird sich zu 80 Prozent aus Bargeld und zu 20 Prozent aus Aktien zusammensetzen, hieß es.

Die britische Bank Standard Chartered hat von der südkoreanischen Finanzaufsicht am Freitag grünes Licht für die Übernahme der Korea First Bank erhalten. Das Unternehmen hatte bereits vor drei Monaten ein gegnerisches Angebot der HSBC Holdings übertroffen. Hierbei waren 3,4 Mrd. Won (3,4 Mrd. Dollar) für die Korea First Bank geboten worden. Standard Chartered wird nun einen Anteil in Höhe von 48,6 Prozent von der US-amerikanischen Newbridge Capital übernehmen. Die verbleibenden Aktien sollen von der koreanischen Regierung akquiriert werden. Durch diese Übernahme hofft Standard Chartered bis zum Jahr 2012 auf eine Steigerung seines Marktanteils auf 6 bis 8 Prozent. Damit könnte das Unternehmen zu einer der fünf größten Banken in Südkorea aufsteigen.

Die französische JCDecaux S.A., ein Spezialist für Außenwerbung, könnte ihr Ziel eines organischen Wachstums von 4 Prozent im laufenden Geschäftsjahr übertreffen. Dies berichtet die französische Wochenzeitung "La Vie Financiere". Nach Angaben der Zeitung, die sich auf ein Interview mit CEO Jean-Charles Decaux beruft, strebt das Unternehmen mittelfristig eine operative Bruttomarge von 30 Prozent auf Pro-Forma-Basis an. Im Vergleich dazu wurde im letzten Jahr eine Marge von 28,5 Prozent erzielt. Zudem verfolge das Unternehmen derzeit keine Akquisitionen, wobei man an der Außenwerbungs-Sparte des US-Medienkonzerns Viacom Inc. interessiert wäre, wenn diese zum Verkauf stünde.

Der Schweizer Chemiekonzern Givaudan teilte heute mit, dass er im abgelaufenen ersten Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen musste. Das Unternehmen bezifferte seine Erlöse demnach auf 668,7 Mio. CHF. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres war hier noch ein Wert in Höhe 701,6 Mio. CHF erzielt worden. Dies entspricht einem Rückgang von 4,7 Prozent (wechselkursbereinigt 1,6 Prozent). Givaudan erklärte, dass der Rückgang vor allem darauf zurückzuführen ist, dass man im Vorjahreszeitraum ein erhebliches Wachstum verzeichnen konnte. Dieses hatte die Vergleichbasis erheblich ansteigen lassen. Ferner wurde ein Preisrückgang bei einigen Rohmaterialien als Grund angeführt. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen jedoch ein positives Resultat.

Die österreichische BWT AG hat heute die Zahlen für das Geschäftsjahr 2004 vorgelegt. Demnach konnte Europas Marktführer in Sachen Wassertechnologie bei Umsatz und Ergebnis ein Rekordniveau erzielen. Das EBITDA stieg im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 37,8 Mio. Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) konnte von 13,6 Mio. Euro auf nun 24,6 Mio. Euro gesteigert werden. Das Konzernergebnis nach Minderheiten wuchs um 119,2 Prozent auf 16,8 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie stieg von 0,43 Euro im Jahr 2003 auf 0,94 Euro. Infolgedessen will der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung um 12,5 Prozent auf 0,27 Euro je Aktie vorschlagen. Der Konzernumsatz stieg von 416,0 Mio. Euro auf 488,1 Mio. Euro an. Der deutliche Umsatzanstieg viel dabei in allen drei Geschäftsbereichen an und führte, unterstützt durch ein professionelles Kostenmanagement, zu dem deutlichen Ertragssprung im Jahr 2004. Der Auftragseingang in 2004 konnte um 26 Prozent auf 507 Mio. Euro gesteigert werden. Der Auftragsbestand per 31. Dezember 2005 erhöhte sich um 18 Prozent auf 123,7 Mio. Euro. In Bezug auf das Geschäftsjahr 2005 äußerte sich CEO Andreas Weißenbacher zuversichtlich: "Das international stark zunehmende Bewusstsein um den Wert der Ressource Wasser bietet für die BWT langfristig exzellente Wachstumsperspektiven. Basierend auf der guten Auftragslage, den exzellenten Marktaussichten erwartet der BWT-Vorstand für das Wirtschaftsjahr 2005 eine weitere Umsatz- und Ertragssteigerung. Erstmals in der Unternehmensgeschichte soll der Konzernumsatz auf über 500 Mio. Euro und das Konzernergebnis auf über 20 Mio. Euro anwachsen."

Aktien in diesem Artikel

Nokia 14,4 -7,4%
Alcatel-Lucent 3,7 -2,1%
Givaudan 577,9 -1,3%
BWT 20,3 -1,4%
Pernod Ricard 65,1 -1,2%
Pernod Ricard 65,1 -1,2%
Standard Chartered 17,4 -4,6%
HSBC 10,5 -0,5%
JCDecaux 14,3 -4,1%
COLT Telecom Group
TDC 35,8 -1,1%
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