13.02.2007 14:27
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Börsen in Europa: Uneinheitlich, Minentitel im Blick, UBS und Sanofi-Aventis unter Druck

Paris (aktiencheck.de AG) - Trotz positiver Vorgaben aus Tokio präsentieren sich die europäischen Börsen am Dienstag uneinheitlich. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewinnt aktuell 0,19 Prozent und notiert bei 4.221,66 Punkten. Der auch britische und schweizerische Werte umfassenden Dow Jones STOXX 50 verliert 0,03 Prozent auf 3.802,45 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 wiederum klettert um 0,24 Prozent auf 985,53 Indexpunkte. Die europäischen Länderbörsen finden ebenfalls keine klare Richtung.

Im London preschen Papiere von BHP Billiton um 2,1 Prozent und Anteilsscheine des Mitbewerbers Rio Tinto um 1,6 Prozent vor. Einem Zeitungsbericht zufolge planen die beiden Minenkonzerne unabhängig voneinander eine Übernahmeofferte für den US-Aluminiumhersteller Alcoa, wobei BHP Billiton mit den Vorbereitungen für ein Angebot wesentlich weiter fortgeschritten ist als Rio Tinto. Ferner profitieren Xstrata, Antofagasta und Anglo American von dem Bericht und tendieren durchweg fester.

In Paris knicken Sanofi-Aventis um knapp 3 Prozent ein. Der Pharmakonzern litt im vierten Quartal unter einem geringeren Ergebnisbeitrag des Medikaments Plavix und meldete einen Gewinnrückgang um rund 4 Prozent. Papiere des Automobilzulieferers Valeo, der im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund eines positiven Einmaleffekts einen Ergebnisanstieg vorweisen konnten, klettern um mehr als 3 Prozent.

In Zürich fallen UBS trotz der Vorlage starker Ergebnisse um über 2 Prozent zurück. Die größte Bankgesellschaft in Europa meldete heute, dass sie im vierten Quartal einen Gewinnrückgang um 47 Prozent verbuchen musste, womit die Erwartungen jedoch übertroffen werden konnten.

Indexstände (14:13 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 4.221,66 (+0,19 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.802,45 (-0,03 Prozent)

EURONEXT 100: 985,53 (+0,24 Prozent)

FTSE 100 (London): 6.363,10 (+0,15 Prozent)

CAC40 (Paris): 5.659,53 (+0,28 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 42.524,00 (+0,17 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 14.809,30 (+0,27 Prozent)

SMI (Zürich): 9.239,05 (-0,24 Prozent)

ATX (Wien): 4.522,42 (-0,27 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der britisch/australische Minenkonzern BHP Billiton Ltd. (ISIN AU000000BHP4/ WKN 850524) plant Presseangaben zufolge genau wie der britisch-australische Rohstoffkonzern Rio Tinto plc/ Ltd. (ISIN GB0007188757/ WKN 852147) (ISIN AU000000RIO1/ WKN 855018) eine Übernahmeofferte für den Aluminiumhersteller Alcoa Inc. (ISIN US0138171014/ WKN 850206). Wie die Londoner Tageszeitung "Times" heute berichtet, wollen beide Minenbetreiber ihre Geschäftsaktivitäten durch eine Übernahme von Alcoa im Aluminiumsegment weiter ausbauen. Dabei haben beiden Konzerne den Angaben zufolge bereits Machbarkeitsstudien über ein Übernahmeangebot für den amerikanischen Aluminiumhersteller angestellt. Ein mögliches Übernahmeangebot für Alcoa soll laut dem Bericht bei mehr als 40 Mrd. Dollar liegen. Den Angaben zufolge sind bislang weder BHP Biliton noch Rio Tinto mit einer konkreten Übernahmeofferte an das Board of Directors von Alcoa herangetreten. Dabei ist BHP Biliton mit den Vorbereitungen für ein Übernahmeangebot für Alcoa bereits wesentlich weiter fortgeschritten als Rio Tinto.

Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone Group plc (ISIN GB00B16GWD56/ WKN A0J3PN) gab heute bekannt, dass er mit der chinesischen ZTE Corp. einen Beschaffungsvertrag für Mobiltelefone geschlossen hat, nach dem ZTE eine Reihe exklusiver, extrem kostengünstiger Vodafone-Handys produziert. Demnach wird ZTE entsprechende Handys produzieren, die nur den Namen Vodafone tragen, womit der britische Konzern seine Original Design Manufacturer-Strategie fortführt. Die Mobiltelefone sollen in sämtlichen Märkten von Vodafone verkauft werden. Mit dem amerikanischen Internet-Medienkonzern Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) hat Vodafone vereinbart, die bestehende Partnerschaft in Europa auszubauen, um ihre jeweiligen Instant Messaging-Services auf sowohl Mobiltelefonen als auch PCs zu ermöglichen.

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis S.A. (ISIN FR0000120578/ WKN 920657) meldete heute einen Gewinnrückgang um 4,2 Prozent im vierten Quartal, was mit einem geringeren Ergebnisbeitrag des Medikaments Plavix zusammenhängt. Der Nettogewinn belief sich auf 1,38 Mrd. Euro bzw. 1,02 Euro pro Aktie, nach 1,44 Mrd. Euro bzw. 1,08 Euro pro Aktie im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,34 Mrd. Euro ausgegangen. Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 5,1 Prozent auf 7,36 Mrd. Euro. Im Schlussquartal wurde das Ergebnis durch einen geringeren Beitrag des Medikaments Plavix beeinträchtigt. Demnach sank der Gewinn beim weltweit am zweitbesten verkauften Medikament, als zuletzt in einem Patentstreit Generika-Versionen auf den US-Markt kamen.

Der französische Automobilzulieferer Valeo S.A. (ISIN FR0000130338/ WKN 854052) konnte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund eines positiven Einmaleffekts einen Ergebnisanstieg vorweisen. Wie der Konzern am Montag nach Börsenschluss erklärte, lag der operative Gewinn im Gesamtjahr 2006 bei 341 Mio. Euro, nach 374 Mio. Euro im Vorjahr. Inklusive Einmaleffekte verringerte sich der operative Gewinn im Vorjahresvergleich von 324 Mio. Euro auf 271 Mio. Euro. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter verbesserte sich hingegen von 142 Mio. Euro auf 161 Mio. Euro, wobei im Berichtszeitraum positive Sondereffekte aus dem Verkauf der Elektromotorensparte in Höhe von 36 Mio. Euro sowie weiteren 38 Mio. Euro aus weiteren Desinvestitionen enthalten sind. Der Konzernumsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 9,834 Mrd. Euro auf 10,086 Mrd. Euro. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Valeo erst ab Mitte des Jahres eine Stabilisierung der Automobilproduktion und hat in diesem Zusammenhang weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen eingeleitet.

Die schweizerische UBS AG (ISIN CH0024899483/ WKN UB0BL6), die größte Bankgesellschaft in Europa, meldete heute, dass sie im vierten Quartal einen Gewinnrückgang um 47 Prozent verbuchen musste, womit die Erwartungen jedoch übertroffen werden konnten. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 3,41 Mrd. Schweizer Franken (CHF), im Vergleich zu 6,49 Mrd. CHF im Vorjahr. Im Vorjahresergebnis war jedoch ein Einmalertrag von 3,7 Mrd. CHF aus dem Verkauf von vier Vermögensverwaltungssparten enthalten. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft kletterte um 18 Prozent auf 3,06 Mrd. CHF. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,79 Mrd. CHF ausgegangen. Der Verwaltungsrat wird für 2006 die Erhöhung der Dividende auf 2,20 CHF pro Aktie vorschlagen. Sofern die Aktionäre zustimmen, bedeutet dies eine Erhöhung von 16 Prozent gegenüber der letztjährigen Ausschüttung, welche eine Nennwertrückzahlung von 0,30 CHF pro Aktie beinhaltete. Im Vergleich zur regulären Dividende 2006 von 1,60 CHF pro Aktie entspricht dies einer Steigerung von 38 Prozent. Im März 2007 endet das gegenwärtige Aktienrückkaufsprogramm von UBS, welches seit sieben Jahren jährlich erneuert wurde. Es wird abgelöst durch ein dreijähriges Rückkaufsprogramm über die zweite Handelslinie, mit einer Maximallimite von 10 Prozent der ausstehenden Aktien. Beim aktuellen Preis der UBS-Aktie entspräche dies einem Totalbetrag von rund 16 Mrd. CHF.

Die Ciba Spezialitätenchemie AG (ISIN CH0005819724/ WKN 905373) hat im vierten Quartal bei einem nahezu unveränderten Umsatz einen Gewinn erzielt. Wie der schweizerische Konzern heute bekannt gab, lag der Nettogewinn bei 84 Mio. Schweizer Franken (CHF), nach einem Fehlbetrag von 476 Mio. CHF im Vorjahreszeitraum. Im Vorjahresergebnis waren signifikante Anpassungen im Zusammenhang mit dem Textile Effects-Segment enthalten. Der Umsatz lag mit 1,55 Mrd. CHF nahezu auf Vorjahresniveau (1,54 Mrd. CHF). Der operative Gewinn lag im Berichtszeitraum unverändert bei 117 Mio. CHF, während der Gewinn aus dem laufenden Geschäft gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf 95 Mio. CHF zulegen konnte. Wie weiter mitgeteilt wurde, ist der aktuelle COO Brendan Cummins mit Wirkung zum 1. Januar 2008 zum neuen CEO bestellt worden. Cummins wird damit die Nachfolge von Armin Meyer antreten. (13.02.2007/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

BHP Billiton 4 20,5 -1,6%
Rio Tinto 61,0 -6,2%
Alcoa 19,6 -2,5%
Vodafone Group 1,7 -2,9%
Sanofi-Aventis 45,9 -1,5%
Valeo 24,2 -3,4%
UBS 14,5 +0,1%
Ciba Spezialitaetenchemie 20,3 +11,1%
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