08.03.2006 14:20
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Börsen in Europa: Verluste weiten sich aus, Pharmawerte im Plus

Gewinnmitnahmen prägen das Bild auch am heutigen Mittwoch. Zwar starteten die europäischen Börsen noch behauptet in den Tag, gegen Mittag hat sich die Stimmung indes komplett gedreht. So verliert der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 0,91 Prozent auf 3.711,01 Punkte. Der auch britische und schweizerische Werte umfassende Dow Jones STOXX 50 sackt um 0,80 Prozent auf 3.445,94 Zähler ab, zugleich verschlechtert sich der in Paris beheimatete EURONEXT 100 um 0,93 Prozent auf 854,45 Punkte. Die europäischen Länderbörsen präsentieren sich ebenfalls ausnahmslos schwächer. Hart trifft es dabei insbesondere den österreichischen Leitindex ATX, der um mehr als 2,5 Prozent einknickt.

In London gehen die Rohstoffwerte angesichts rückläufiger Rohstoffpreise erneut auf Talfahrt. So verlieren Aktien von Rio Tinto, BHP Billiton, Antofagasta und Xstrata jeweils mehr als 3 Prozent, lediglich Papiere von Anglo American präsentieren sich recht stabil. Auf der Gewinnerseite finden sich indes Titel aus dem Pharmasektor. AstraZeneca rücken dabei um 1,7 Prozent und GlaxoSmithKline um 1,5 Prozent vor. Aktien der Rundfunkunternehmens ITV stehen nach Bekanntgabe der Ergebnisse ebenfalls auf der Einkaufliste der Anleger und gewinnen satte 2,5 Prozent.

In Paris tendieren ebenfalls die meisten Werte im negativen Terrain. Gegen den Trend verbessern sich Papiere von Sanofi-Aventis um 1,3 Prozent. Des Weiteren greifen die Anleger bei SUEZ zu. Presseangaben zufolge will der italienische Energieversorger Enel mit seinem Übernahmeangebot für den französischen Konkurrenten fortfahren, obwohl sich dieser bereits mit Gaz de France auf eine Fusion unter Gleichen verständigt hat. Dagegen verlieren unter anderem Aktien der Bankgesellschaft Crédit Agricole trotz starker Geschäftszahlen ein knappes Prozent. Einen Kursrutsch von mehr als 6 Prozent verursachen indes die von Accor präsentierten Ergebnisse.

In Zürich schieben sich Anteilsscheine der beiden Pharmakonzerne Roche und Novartis sowie die der Chemieunternehmen Lonza und Ciba leicht nach oben. Gefragt sind zudem Papiere der Swisscom, nachdem der Konzern Zahlen auf den Tisch legte. Im arg gebeutelten ATX fallen indes Aktien des Anlagenbauers Andritz nach einem negativen Analystenkommentar mit einem fast 6-prozentigen Abschlag an das Indexende.

Indexstände (14:13 Uhr):

Dow Jones EURO STOXX 50: 3.711,01 (-0,91 Prozent)

Dow Jones STOXX 50: 3.445,94 (-0,80 Prozent)

EURONEXT 100: 854,45 (-0,93 Prozent)

FTSE 100 (London): 5.802,40 (-0,94 Prozent)

CAC40 (Paris): 4.949,7 (-0,85 Prozent)

MIB 30 (Mailand): 37.096,00 (-0,63 Prozent)

IBEX 35 (Madrid): 11.592,50 (-0,93 Prozent)

SMI (Zürich): 7.805,70 (-0,74 Prozent)

ATX (Wien): 3.883,73 (-2,56 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Das britische Rundfunkunternehmen ITV plc (ISIN GB0033986497/ WKN A0BLQP) erklärte heute, dass es seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2005 um 62 Prozent gesteigert hat, was mit höheren Werbeeinnahmen bei seinen digitalen Sendern zusammenhängt. Zudem wurde ein Aktienrückkauf angekündigt. Der Nettogewinn lag bei 222 Mio. Britischen Pfund (GBP) bzw. 5,3 Pence pro Aktie, gegenüber 137 Mio. GBP bzw. 3,4 Pence pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 6 Prozent auf 2,18 Mrd. GBP. Die Jahresdividende wurde auf 1,8 Pence pro Aktie festgelegt. Darüber hinaus will der Konzern in den kommenden Monaten eigene Aktien im Wert von 300 Mio. GBP zurückkaufen.

Der italienische Energieversorger Enel S.p.A. (ISIN IT0003128367/ WKN 928624) will nach Angaben des "Wall Street Journal" mit einem Übernahmeangebot für seinen französischen Konkurrenten SUEZ S.A. (ISIN FR0000120529/ WKN 852491) fortfahren, obwohl sich dieser bereits mit der Gaz de France S.A. (ISIN FR0010208488/ WKN A0ER6Q) auf eine Fusion unter Gleichen verständigt hat. Wie die Zeitung am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hat Enel bereits im Vorfeld Interesse an einer Offerte für SUEZ gezeigt. Ein entsprechendes Angebot in Höhe von fast 40 Mrd. Euro könnte nun innerhalb von wenigen Tagen vorgelegt werden, hieß es. Ende Februar haben sich die beiden französischen Energieversorger SUEZ und Gaz de France nach monatelangen Verhandlungen auf eine Fusion unter Gleichen geeinigt. Durch den Zusammenschluss, der in der zweiten Jahreshälfte 2006 erfolgen soll, entsteht ein Konzern mit Umsätzen von 64 Mrd. Euro, der einer der führenden Anbieter in den Bereichen Erdgas- und Energieversorgung sowie Umweltservicedienstleistungen in Europa sein wird. Im Rahmen der Fusion geht man zudem von Synergien in Höhe von 500 Mio. Euro jährlich aus.

Die Crédit Agricole S.A. (ISIN FR0000045072/ WKN 982285), die größte Bankgesellschaft in Frankreich, meldete heute, dass sich ihr Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt hat, was auf starke Ergebnisse in den Bereichen Fondsmanagement und Investment Banking zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 1,01 Mrd. Euro, gegenüber 441 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 921 Mio. Euro ausgegangen. Die Einnahmen kletterten um 24 Prozent auf 3,68 Mrd. Euro. Das um akquisitionsbedingte Kosten bereinigte operative Ergebnis (GOP) stieg um 62 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro. Im vierten Quartal erhöhten sich die Rückstellungen für Kreditausfälle um 31 Prozent auf 205 Mio. Euro, während die Kosten um 11 Prozent auf 2,47 Mrd. Euro zunahmen. Das Kreditinstitut beabsichtigt, eine Dividende in Höhe von 0,94 Euro pro Aktie auszuschütten, was einer Steigerung von 42 Prozent entspricht.

Der französische Hotelbetreiber Accor S.A. (ISIN FR0000120404/ WKN 860206) konnte Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr steigern. Wie das Unternehmen heute verkündete, wuchsen die Umsatzerlöse in 2005 auf 7,6 Mrd. Euro. Dies bedeutet ein Wachstum von 7,9 Prozent gegenüber 2004. Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn um 42,9 Prozent auf 333 Mio. Euro an. Analysten hatten mit einem Gewinn zwischen 329 Mio. und 446 Mio. Euro gerechnet. Den weiteren Angaben zufolge plant das Unternehmen Desinvestitionen in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro in den Jahren 2005 bis 2008.

Das österreichische Wassertechnologie-Unternehmen BWT AG (ISIN AT0000737705/ WKN 884042) verbuchte im abgelaufenen Fiskaljahr nach vorläufigen Berechungen aufgrund der erfolgreichen Neuausrichtung einen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute unter Berufung auf vorläufige Berechungen bekannt gab, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Gesamtjahr bei 27,0 Mio. Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (24,6 Mio. Euro) einem Plus von 9,8 Prozent entspricht. Das Konzernergebnis hat sich trotz des Wegfalles der ertragsstarken Monate November und Dezember aus dem Segment Aqua Systems Technologies (AST) von 16,8 Mio. Euro um 12,6 Prozent auf 19,0 Mio. Euro verbessert. Beim Konzernumsatz verbuchte BWT aufgrund der Abspaltung des Segments AST für die letzten beiden Monate des Geschäftsjahres 2005 einen Rückgang von 488,1 Mio. Euro auf 463,5 Mio. Euro. Für das laufende Fiskaljahr erwartet BWT nach dem Wegfall des Segments AST einen Konzernumsatz von 330 Mio. Euro sowie ein Konzernergebnis von 20 Mio. Euro. Zugleich betonte die Unternehmensgruppe, dass man sich künftig auf die Entwicklung, die Produktion, den Vertrieb und das Service von Serienprodukten für die Wasseraufbereitung nach dem Motto "Sicherheit, Hygiene und Gesundheit - BWT Water Technologies for a better Life" konzentrieren will. Dabei strebt BWT ein stärkeres Wachstum in Märkten außerhalb der Europäischen Union an. Primär wurden in diesem Zusammenhang Asien und Osteuropa genannt. Des Weiteren ist eine Anhebung der Dividende von 0,27 Euro auf 0,30 Euro je Aktie für das abgelaufene Fiskaljahr geplant.

Die Telefongesellschaft Swisscom AG (ISIN CH0008742519/ WKN 916234) verbuchte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund geringerer Sonderbelastungen trotz geringerer Umsatzerlöse einen leichten Gewinnanstieg. Wie der schweizerische Konzern heute bekannt gab, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum bei 2,78 Mrd. Schweizer Franken (CHF) nach 2,70 Mrd. CHF im Vorjahr. Beim Nettogewinn verzeichnete Swisscom einen Anstieg von 1,60 Mrd. CHF auf 2,02 Mrd. CHF. Der Ergebnisanstieg wurde aufgrund geringerer Einmalbelastungen sowie einem verbesserten Finanzergebnis ermöglicht. Beim Konzernumsatz verzeichnete Swisscom einen leichten Rückgang von 10,06 Mrd. CHF auf 9,73 Mrd. CHF. Der Konzern hatte sich im vergangenen Jahr unter anderem von der Sparte International Carrier Services getrennt, was zu einem leichten Umsatzminus geführt hat. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Swisscom einen Umsatz von 9,5 Mrd. CHF sowie ein EBITDA von 4,0 Mrd. CHF (Vorjahr: 4,17 Mrd. CHF). Als Hauptgrund für den erwarteten Rückgang beim EBITDA wurden die tieferen Mobilfunk-Terminierungsgebühren, die erstmals im ganzen Jahr das Ergebnis belasten (sieben Monate im Vorjahr), genannt. Swisscom kündigte neben einer Dividendenanhebung von 14 CHF auf 16 CHF je Aktie außerdem ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 2,25 Mrd. CHF an.

Der niederländische Medienkonzern VNU N.V. (ISIN NL0000389872/ WKN 856373), die Muttergesellschaft des Marktforschungsinstituts ACNielsen und der Herausgeber des "Billboard"-Magazins, teilte heute mit, dass er das Übernahmeangebot in Höhe von 7,5 Mrd. Euro eines Konsortiums, dem die Blackstone Group und die Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) angehören, angenommen hat. Im Rahmen der Transaktion erhalten VNU-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 28,75 Euro in bar und damit mehr als in der vorläufigen Offerte vom Januar vorgesehen. Am 16. Januar hatte das Private Equity-Konsortium noch 28,00 bis 28,50 Euro pro VNU-Aktie geboten. Das jüngste Angebot entspricht zudem einer Prämie von 5,1 Prozent auf den gestrigen Schlusskurs der VNU-Aktie. Neben Blackstone und KKR gehören der Investorengruppe die niederländische AlpInvest Partners N.V. sowie die US-Gesellschaften Carlyle Group, Hellman & Friedman LLC und Thomas H. Lee Partners LP an. Darüber hinaus meldete VNU heute seine Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Demnach stieg der Nettogewinn von 246 Mio. Euro bzw. 0,97 Euro pro Aktie im Vorjahr auf nun 256 Mio. Euro bzw. 1,00 Euro pro Aktie. Der Umsatz nahm um 4 Prozent auf 3,46 Mrd. Euro zu.

Aktien in diesem Artikel

ITV 0,6 +2,6%
Enel 5,8 -1,4%
SUEZ 45,1 +2,9%
Gaz de France 42,7 -2,4%
Crédit Agricole 14,7 +6,1%
Accor 44,4 +2,8%
BWT 22,6 +2,3%
Swisscom 197,0 -0,3%
VNU %
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John McCain
Barack Obama
Keinen von beiden




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