FRANKFURT (dpa-AFX) - Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller hat am Tag vor der voraussichtlich entscheidenden Aufsichtsratssitzung das Interesse seines Hauses an einer Übernahme der Dresdner Bank bekräftigt. Sowohl die Dresdner als auch die Postbank seien "renommierte, begehrenswerte Banken", sagte Müller in einem am Samstag ausgestrahlten Interview mit dem Radiosender hr-INFO. Bei der Postbank gehe er jedoch davon aus, dass das Bonner Institut derzeit nicht mehr zu Verkauf stehe.
In den Verhandlungen zur Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank ist nach Müllers Angaben noch keine endgültige Entscheidung gefallen: "Wie Sie wissen, gebieten die Gesetze in Deutschland, dass, sobald man ein Ergebnis erreicht hat, dies mit einer adhoc-Mitteilung der Öffentlichkeit auch mitgeteilt wird. Eine solche Mitteilung hat es noch nicht gegeben, deshalb scheint es auch noch kein Ergebnis zu geben."
Müller, der bis Mitte Mai Vorstandsvorsitzender der zweitgrößten deutschen Bank war, betonte, die Commerzbank sei finanziell in der Lage, die Dresdner Bank zu übernehmen: Er sei zuversichtlich, dass "der Vorstand der Commerzbank keine Verhandlungen führt, von denen er im Endeffekt glauben muss, dass er sie nicht finanzieren kann".
Am Freitag hatten sich Meldungen verdichtet, dass die Allianz ihre angeschlagene Banktochter mehrheitlich an die Commerzbank verkaufen wird. Eine Entscheidung wird an diesem Sonntag (31.8.) erwartet, wenn die Aufsichtsräte von Allianz und Commerzbank zu außerordentlichen Sitzungen zusammenkommen./DP/zb/sk