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21.12.2005 18:00

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DAX Schluss: Weitere Gewinne dank Wall Street, Premiere bricht um 42 Prozent ein

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Nach einem festen Start erweiterten die deutschen Standardtitel ihre Gewinne im Zuge einer freundlichen Eröffnung der Wall Street. Der Dax legte bis Handelsende 0,76 Prozent auf 5.397,23 Punkte zu. Premiere-Aktien standen heute im MDAX im besonderen Interesse der Anleger, der Index für mittelgroße Werte verschlechterte sich heute dann auch um 0,24 Prozent auf 7.270,35 Zähler.

An die Indexspitze des DAX kletterten Linde-Aktien mit einem Kursplus von 5 Prozent, nachdem der Konzern heute die Übernahme des US-Spezialgaseunternehmens Spectra Gases verkündete. Auf Platz zwei mit einem Aufschlag von 2,8 Prozent folgte Bayer. Papiere des Unternehmens profitierten dabei von der US-Zulassung für das Nierenkrebs-Medikament Sorafenib. Deutlich grüne Vorzeichen prägten das Geschehen daneben bei RWE, Infineon sowie bei MAN.

Im Fokus der Anleger stand unter anderem aber auch die Deutschen Bank. Am heutigen Tag entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass der umstrittene Mannesmann-Prozess um Konzernchef Josef Ackermann neu aufgerollt wird. Überraschend kam das BGH-Urteil aber nicht, Papiere des Unternehmens gewannen bis Handelsende 1,1 Prozent.

Nach Quartalszahlen des Sportartikelherstellers Nike am Vorabend gerieten Papiere des Mitbewerbers adidas-Salomon unter Druck und büßten 0,7 Prozent ein. Zwar konnte Nike die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertreffen, die Anleger zeigten sich aber über den Auftragseingang enttäuscht. Deutlicher abwärts ging es daneben auch für den Indexneuling Hypo Real Estate sowie für Henkel und ALTANA.

In der zweiten Reihe sorgte das Bietergefecht zwischen Premiere, den Kabelgesellschaften sowie der ARD um die Bundesliga-Übertragungsrechte für Spannung. Nachdem die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Nachmittag verkündete, dass Premiere komplett leer ausgeht, kannten Aktien des Unternehmens kein Halten mehr und brachen in der Spitze um 47 Prozent ein, am Ende verbuchte der Titel ein Minus von 42 Prozent.

Schlusskurse (17:38 Uhr):

DAX: 5.397,23 (+0,76 Prozent)

MDAX: 7.270,35 (-0,24 Prozent)

Tagesgewinner: Linde, Bayer, RWE

Tagesverlierer: Hypo Real Estate, Henkel, ALTANA

Unternehmensmeldungen:

Der Technologiekonzern Linde AG (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) teilte heute mit, dass er das US-Spezialgaseunternehmen Spectra Gases Inc. von der Gründerfamilie Alvin und Andy Dietz erworben hat. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion gilt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Spectra Gases produziert hochreine Spezialgase und Chemikalien, die in der Produktion und der Forschung sowie zu Analysezwecken verwendet werden. Daneben produziert das Unternehmen Spezialgasemischungen, zum Beispiel für die Halbleiterindustrie und für die Lasertherapie. Das Unternehmen erzielt mit weltweit 200 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 50 Mio. Euro. Spectra Gases wird künftig innerhalb des Linde-Konzerns als vollständige Tochter der Linde Gas Inc. geführt.

Der Aufsichtsrat der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) äußerte sich heute Nachmittag zu dem Urteilsspruch des Bundesgerichtshofs im so genannten Mannesmann-Verfahren. Demnach bedauert das Aufsichtsratsgremium, dass die Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf nicht bestätigt worden ist und das Verfahren vor dem Landgericht Düsseldorf wieder aufgenommen werden muss. Das Kontrollgremium des im DAX30 notierten Kreditinstituts spricht in diesem Zusammenhang dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Ackermann sein uneingeschränktes Vertrauen aus und dankt ihm für die verantwortungsbewusste Haltung, mit der er sich dem bisherigen Verfahren gestellt hat und dem künftigen Verfahren stellen wird. Der Aufsichtsrat hat keinen Zweifel, dass Herr Dr. Ackermann seine Arbeit erfolgreich fortsetzen wird und unterstützt ihn dabei, teilte das Kontrollgremium weiter mit.

Der Pharmakonzern Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) hat am Dienstagabend die Zulassung für den gemeinsam mit der amerikanischen Onyx Pharmaceuticals Inc. (ISIN US6833991093/ WKN 900778) entwickelten Wirkstoff Sorafenib in den USA erhalten. Demnach erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA schneller als erwartet die Zulassung für Sorafenib für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenkarzinoms. Der orale Multi-Kinase-Hemmer ist die erste neue Behandlungsoption für diese Krebsart seit über zehn Jahren. "Die US-Zulassung von Nexavar ist ein wesentlicher Schritt für eine verbesserte Nierenkrebs-Therapie. Wir sind sehr froh, dass wir dieses dringend benötigte Medikament dank der schnellen Zulassung jetzt früher als geplant zur Verfügung stellen können", sagte Werner Wenning, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG. "Die positive Entscheidung der FDA ist zugleich eine Bestätigung für die Neuausrichtung unseres Pharmageschäfts und ein Erfolg für den Aufbau unseres Bereichs Onkologie." Das Medikament soll innerhalb von 24 Stunden unter dem Handelsnamen Nexava an die Apotheken ausgeliefert werden. Bayer HealthCare hat auch bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA (European Medicines Evaluation Agency) einen Zulassungsantrag gestellt. Dabei wird mit einer Zulassung für Ende des Jahres 2006 gerechnet, hieß es weiter. Darüber hinaus sind Zulassungsanträge in der Schweiz, Australien, Brasilien, Kanada, und Mexiko eingereicht worden.

Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) hat sich von dem Geschäftsgebiet Product Related Services (PRS) der Sparte Siemens Business Services (SBS) getrennt. Wie der im DAX30 notierte Industriekonzern heute bekannt gab, wurde PRS mit Wirkung zum 1. April 2006 an die Fujitsu Siemens Computers BV, ein Joint Venture von Siemens und der der japanischen Fujitsu Ltd. (ISIN JP3818000006/ WKN 855182), veräußert. Damit wird die bereits seit längerem angekündigte Neuausrichtung der IT-Tochter umgesetzt. Nach der Trennung vom produktnahen Wartungsgeschäft wird sich SBS künftig voll auf IT-Services im Outsourcing-Markt und bei innovativen IT-Projekten konzentrieren. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Bei PRS werden derzeit weltweit insgesamt 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, welche im abgelaufenen Fiskaljahr einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro generiert hatten. Bei Fujitsu Siemens Computers wird PRS als Ganzes integriert und den Kern einer neuen Service-Einheit bilden. Nach dem Verkauf besteht die Konzernsparte SBS aus den beiden Säulen Operation Related Services und Solutions ? das Kerngeschäft des Bereichs, das für gut drei Viertel des SBS-Umsatzes von rund 5,4 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2005 steht. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Bereits im Vorfeld gab es Presseberichte über einen bevorstehenden Verkauf von PRS an Fujitsu Siemens. Dabei wurde ein möglicher Kaufpreis von 200 bis 300 Mio. Euro genannt.

Der Automobilhersteller Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) hat seine IT-Tochter gedas AG an T-Systems veräußert. Wie der in Wolfsburg ansässige Automobilhersteller heute erklärte, übernimmt die Geschäftskundensparte der Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) gedas mit Wirkung zum 1. Januar 2006. Gleichzeitig erhält T-Systems von Volkswagen einen "Preferred Partner Status", der die bestehenden IT-Dienstleistungen von gedas für Volkswagen über sieben Jahre sichert. Die rund 5.500 Mitarbeiter von gedas werden dabei künftig den Kern der Automotive-Sparte von T-Systems bilden. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Im Vorfeld des heute bekannt gegebenen Verkaufs hatte es bereits mehrere Presseberichte bezüglich dieser Transaktion gegeben. Dabei wurden Verkaufspreise in Höhe von 400 bis 500 Mio. Euro für die IT-Tochter von Volkswagen genannt.

Der Bezahlfernsehsender Premiere AG (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11) sieht angesichts der Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Zusammenhang mit der heute erfolgten Vergabe der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2006/07 einen erheblich größeren finanziellen Spielraum. Wie der im MDAX notierte Konzern heute bekannt gab, hat Premiere in den kommenden drei Jahren einen erheblich größeren finanziellen Spielraum, um sein Programmangebot in allen Bereichen weiter auszubauen. Auch ohne die Spiele der Fußball-Bundesliga wird der Bezahlfernsehsender zukünftig ein attraktives Sportprogramm mit einem hohen Live-Fußballanteil zeigen, teilte der Konzern weiter mit. Im Ausschreibungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL) konnte sich Premiere mit seinem Angebot nicht durchsetzen. Die DFL hat sich für ein Spieltagsmodell entschieden, in dem die ARD samstags bereits ab 18.30 Uhr, nur 75 Minuten nach Spielende, eine umfassende Zusammenfassung im Free-TV zeigen kann. Premiere hätte in diesem Szenario trotz unveränderter Exklusivität eine finanzielle Mehrbelastung von rund 40 Prozent tragen müssen. Der Bezahlfernsehsender hatte im Bieterverfahren ein Spieltagsmodell angestrebt, bei dem die Free-TV-Verwertung auch Samstags erst um 22.00 Uhr beginnt und dafür ein materiell umfassendes und hochwertiges Gebot abgegeben. Finanzielle Einzelheiten der Offerte wurden nicht bekannt gegeben. Premiere wird daher die Spiele der Fußball-Bundesliga von der Saison 2006/2007 bis zur Spielzeit 2008/2009 nicht live übertragen. Bis zum Ende dieser Saison 2005/06 wird Premiere sein Bundesliga-Live-Angebot unverändert ausstrahlen. Für den Zeitraum ab 1. August 2006 wird Premiere nach der Entscheidung der DFL seine Preis- und Angebotsstruktur den Marktverhältnissen gegebenenfalls anpassen. Bei der Vorlag der Jahreszahlen 2005 am 14. Februar will Premiere einen Ausblick auf das Fiskaljahr 2006 sowie eine aktualisierte mittelfristige Prognose abgeben.

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