18.06.2008 18:04
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DAX-Schluss: Abschläge, Versorger gefragt

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten am heutigen Handelstag mit negativen Vorzeichen schließen. Der DAX schloss mit einem Minus von 0,99 Prozent bei 6.728,91 Punkten, während der MDAX 2,50 Prozent auf 9.510,46 Zähler abgeben musste. Nach schwachen US-Vorgaben vom Vortag war der deutsche Leitindex bereits schwächer in die heutige Sitzung gestartet. Am frühen Nachmittag sorgten dann schwach ausgefallene Quartalszahlen wichtiger US-Unternehmen wie dem Logistikkonzern FedEx oder der Investmentbank Morgan Stanley für zusätzlichen Druck. Nach enttäuschend ausgefallenen Daten zur Entwicklung der US-Öllagerbestände setzte sich am späten Nachmittag die Aufwärtsbewegung bei den Ölpreisnotierungen weiter fort, was die Gemüter der Anleger weiter belastete.

In einem überwiegend negativ geprägten Marktumfeld konnten sich vor allem die Versorger dem allgemeinen Abwärtstrend etwas entziehen. Sehr stark präsentierten sich vor allem E.ON mit einem Plus von mehr als 1 Prozent und RWE mit Aufschlägen von knapp 0,4 Prozent. Leicht fester präsentierte sich daneben Volkswagen, nachdem das Land Niedersachsen weitere Anteile des Wolfsburger Automobilherstellers erworben hatte.

Deutlich schwächer tendierte am Indexende die Aktie der Deutschen Börse, die heute nach den deutlichen Zugewinnen vom Vortag mehr als 4 Prozent abgeben musste. Ebenfalls kräftig Federn lassen mussten Anteilsscheine der Deutschen Post. Hier belasteten die schwachen Geschäftszahlen des US-Wettbewerbers FedEx und sorgten für Abschläge von mehr als 3 Prozent. Wenig gefragt waren daneben außerdem Thyssen und Bayer. Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa tendierten angesichts der weiterhin hohen Ölpreisnotierungen ebenfalls deutlich leichter. Abschläge waren auch beim Reise- und Touristikkonzern TUI auszumachen: Einem Pressebericht zufolge räumt der Reise- und Schifffahrtskonzern potenziellen Käufern der Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd die Möglichkeit ein, die beiden Immobilien der Reederei nicht zu übernehmen. Im Fokus der Investoren standen auch Anteilsscheine von Daimler. Zuvor hatte der Automobilkonzern den Bau einer neuen Niederlassung in Ungarn angekündigt. Außerdem will man einen dreistelligen Millionenbetrag in den Ausbau des Werks in Rastatt investieren. Am Ende tendierte der Wert leicht schwächer.

In der zweiten Reihe machten STADA mit einem Plus von mehr als 5 Prozent auf sich aufmerksam, wobei der Wert von der allgemeinen Konsolidierungsphantasie in der Generikabranche profitieren konnte. Zuvor hatte Sanofi-Aventis die Übernahme des tschechischen Konkurrenten Zentiva angekündigt. Ansonsten war das Bild im MDAX von negativen Vorzeichen geprägt. Unter anderem gaben Anteilsscheine von ProSieben mehr als 7 Prozent ab. Am Vortag hatte der Medienkonzern das Ausscheiden seines Vorstandsvorsitzenden angekündigt. Ebenfalls deutliche Abschläge waren bei IVG, Pfleiderer und Wacker Chemie auszumachen. Im SDAX befand sich die Aktie der Fluglinie Air Berlin nach negativen Analystenkommentaren stellenweise zweistellig im Minus. Nach der Ankündigung eines Kostensenkungsprogramms konnte sich die Aktie gegen Handelsende jedoch leicht erholen.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.728,91 (-0,99 Prozent)

MDAX: 9.510,46 (-2,50 Prozent)

Tagesgewinner: E.ON, RWE, Volkswagen

Tagesverlierer: Deutsche Börse, Deutsche Post, MAN

Unternehmensmeldungen:

Der Technologiekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gab heute bekannt, dass die chinesische Chinalco Aluminium Co. Ltd. bei Siemens VAI Metals Technologies zwei zusätzliche Fertiggerüste für das Aluminium-Warmwalzwerk der Chinalco Ruimin Co. Ltd. in Mawei (Fuzhou) bestellt hat. Den Angaben zufolge hat der Erweiterungsauftrag ein Volumen von rund 15 Mio. Euro und soll im September 2009 abgeschlossen sein.

Der Automobilhersteller Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) plant die Errichtung eines neuen Werks im ungarischen Kecskemét. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, beläuft sich das geplante Investitionsvolumen in das neue Werk auf rund 800 Mio. Euro. Dabei sollen in Ungarn künftig die A- und B-Klasse von Mercedes-Benz gefertigt werden, die bislang in Rastatt produziert werden. Durch das neue Werk in Ungarn verspricht sich der Automobilhersteller neben der Erschließung neuer Absatzmärkte sowie dem dringend benötigten Ausbau der Fertigungskapazitäten auch die Sicherung seiner Wettbewerbsfähigkeit. Wie der Automobilhersteller weiter erklärte, will man auch zukünftig am Produktionsstandort in Rastatt festhalten, wobei das Produktangebot von Mercedes-Benz im Kompaktwagensegment von bisher zwei auf vier Modelle erweitert werden soll. In diesem Zusammenhang sind Investitionen in Höhe von 600 Mio. Euro geplant, um dabei langfristig die volle Nutzung der Kapazitäten im Werk Rastatt sicherzustellen.

Die TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) will ihre Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd möglicherweise ohne Immobilien veräußern. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland", die sich bei ihren Angaben auf Unternehmenskreise beruft, räumt der Reise- und Schifffahrtskonzern potenziellen Käufern von Hapag-Lloyd die Möglichkeit ein, die beiden Immobilien der Reederei nicht zu übernehmen. Diese Option für die Immobilien schürt dabei Spekulationen, wonach die Stellen in der Zentrale von Hapag-Lloyd am Hamburger Ballindamm und in einem weiteren Verwaltungsgebäude nach der Übernahme durch eine ausländische Reederei aus der Hansestadt abgezogen werden. Derzeit beschäftigt Hapag-Lloyd in Hamburg 1.800 Mitarbeiter, davon etwa 600 Seeleute. Laut dem Bericht befürchten viele der Beschäftigten nach einer Übernahme einen drastischen Stellenabbau, insbesondere in der Verwaltung von Hapag-Lloyd.

Die Bilfinger Berger AG (ISIN DE0005909006/ WKN 590900) erwartet den Zuschlag für ein Großprojekt in Ungarn. Wie der Baukonzern heute erklärte, liegt ein Konsortium unter Führung des Konzerns im Wettbewerb um ein weiteres Teilstück der ungarischen Autobahn M6 an erster Position. Dabei beläuft sich das Investitionsvolumen dieses Auftrags, der die Planung, Finanzierung sowie den Bau des neuen 65 Kilometer langen Schnellstraßenabschnitts umfasst, auf 500 Mio. Euro. Mit eingeschlossen ist dabei außerdem der Betrieb des Autobahnabschnitts über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Konzern hält an der Projektgesellschaft einen Anteil von 45 Prozent.

Das Bundesland Niedersachsen hat seine Beteiligung an der Volkswagen AG (VW) (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) erhöht. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, hat das Land Niedersachsen über die Norddeutsche Landesbank 500.000 VW-Aktien gekauft. Der Kauf war erforderlich geworden, weil die Volkswagen AG circa drei Millionen so genannte Mitarbeiteroptionen ausgegeben hat. (18.06.2008/ac/n/m)

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