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DAX-Schluss: Deutliche Aufschläge, TUI im Fokus
Am heutigen Handelstag standen vor allem Finanzwerte auf der Gewinnerseite. Dabei profitierte der gesamte Sektor von den Äußerungen von US-Notenbankchef Bernanke, der weitere Hilfen seitens der US-Notenbank für die ins Trudeln geratenen Finanzmärkte angekündigt hatte. So verfestigten sich Anteilsscheine von HRE zeitweise um mehr als 6 Prozent. In den vergangenen Handelstagen hatte die Aktie teilweise deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Sehr stark präsentierten sich außerdem die Deutsche Bank sowie die Commerzbank, die ebenfalls mit an der Spitze des DAX zu finden waren. Ebenfalls deutlich erholen konnte sich die Deutsche Börse, die nach den kräftigen Abschlägen der vergangenen Handelstage mehr als 6 Prozent fester tendierte. Für Gesprächsstoff sorgte der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI. Einem Pressebericht zufolge will der russische TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow seine Beteiligung nicht an den norwegischen Investor John Fredriksen veräußern. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnte der norwegische Reeder weitere TUI-Aktien am Markt erwerben. Zum Handelsende verbuchte der Titel ein Plus von mehr als 5 Prozent und übernahm damit zeitweise die DAX-Spitze. Am Ende reichte es hinter der Deutschen Börse und dem Halbleiterhersteller Infineon zum dritten Platz. Siemens verfestigte sich um mehr als 2 Prozent, nachdem der Konzern am Vortag ein großangelegtes Stellenabbauprogramm angekündigt hatte. Weiter gefragt waren Anteilsscheine der Deutschen Lufthansa, die trotz der wieder festeren Ölpreisnotierungen mehr als 1 Prozent zulegen konnten. Zuvor hatte der Konzern für Juni einen Anstieg bei den Passagierzahlen vermeldet.
Behauptet präsentierte sich nach anfänglichen Verlusten die Aktie von Volkswagen. Einem Pressebericht zufolge will der Wolfsburger Konzern 600 Mio. Euro in ein neues US-Werk investieren. Am Ende verlor die Aktie leicht.
Wenig gefragt waren Anteilsscheine des Dialysespezialisten FMC. Der Gesundheitskonzern meldete heute, dass er exklusive Lizenzvereinbarungen über die Eisenpräparate Venofer und Ferinject abgeschlossen hat. FMC konnte sich zum Handelsende mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent in die Pluszone retten. Am unteren Ende befanden sich die beiden Energieversorger E.ON und RWE, die nach der starken Performance der vergangenen Wochen unter Gewinnmitnahmen zu leiden hatten. BASF tendierten ebenfalls etwas leichter.
In der zweiten Reihe rangierte die Aktie von Klöckner & Co mit einem Plus von mehr als 8 Prozent an der Spitze. Nachdem der Metallhändler am Vortag die Gewinnprognosen angehoben hatte gab man heute den Verkauf der kanadischen Tochter Namasco an die Samuel, Son & Co. bekannt. Deutliche Aufschläge von mehr als 7 Prozent waren außerdem bei ProSiebenSat.1 und Praktiker auszumachen.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.386,57 (+1,30 Prozent)
MDAX: 8.661,32 (+3,01 Prozent)
Tagesgewinner: Deutsche Börse, Infineon, TUI
Tagesverlierer: RWE, BASF, E.ON
Unternehmensmeldungen:
Der russische Großaktionär der TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00), Alexej Mordaschow, will seine Beteiligung nicht an den norwegischen Investor John Fredriksen veräußern. "Wir haben keine Absicht, zu verkaufen", sagte ein Sprecher der Beteiligungsgesellschaft S-Group des Russen Mordaschow am Dienstag laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim hatte im Interview mit der "FAZ" gesagt: "Wir haben Mordaschow ein neues, höheres Angebot für seine TUI-Aktien unterbreitet." Bei dem Aktionärstreffen hatte er 43 Prozent der Stimmen hinter sich gebracht. Das war jedoch nicht ausreichend für das Vorhaben, den TUI-Aufsichtsratschef zu stürzen. Derzeit ist Fredriksen mit einem Anteil von 15,01 Prozent größter Einzelaktionär bei TUI. Sollte Mordaschow - ein Vertrauter von TUI-Chef Michael Frenzel - tatsächlich nicht verkaufen, werde der norwegische Reeder weitere TUI-Aktien am Markt erwerben, bekräftigte Troim im Interview mit der Zeitung.
Der Pharmakonzern Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) hat mit der klinischen Phase-III-Studie mit dem Krebsmedikament Erbitux zur Behandlung von Magenkrebs begonnen. Wie der Konzern heute erklärte, wurde der erste Patient in die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie EXPAND bei Magenkarzinomen aufgenommen. Die Studie untersucht den klinischen Nutzen des zielgerichteten Krebstherapeutikums Erbitux in Kombination mit Cisplatin und Capecitabin als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen/metastasierten Adenokarzinomen des Magens einschließlich Adenokarzinomen des gastroösophagalen Übergangs (GEJ). Primärer Endpunkt der Studie ist die progressionsfreie Überlebenszeit.
Die Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) plant einem Pressebericht zufolge ein groß angelegtes Investitionsprogramm in den USA. Demnach will Konzernchef Martin Winterkorn nach Informationen des "Handelsblatt" insgesamt rund 600 Mio. Euro in ein neues US-Werk investieren. Der VW-Vorstand befasse sich heute mit Winterkorns Plan. "Wir entscheiden erst einmal grundsätzlich über die Investition", sagte Volkswagens Betriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh dem "Handelsblatt". "Die Frage, ob wir Fabriken für Motoren und Getriebe bauen, wird zu einem späteren Zeitpunkt geklärt." Branchenkenner schätzen die dafür anfallenden Kosten auf noch einmal mindestens 300 Mio. Euro.
Der Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) (ISIN DE0005785802/ WKN 578580) meldete heute, dass er exklusive Lizenzvereinbarungen über die intravenös verabreichten Eisenpräparate Venofer (ein Eisen-Saccharose-Komplex) und Ferinject (Ferric Carboxymaltose) abgeschlossen hat. Venofer und Ferinject werden zur Behandlung von Blutarmut bei Dialysepatienten eingesetzt. Venofer ist das weltweit umsatzstärkste intravenös verabreichte Eisenpräparat. Den Angaben zufolge bilden die Galenica Ltd. und ihre Tochter Vifor Pharma mit FMC ein strategisches Joint Venture im Bereich Dialyse mit dem Ziel, die Produkte Venofer und Ferinject in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Lateinamerika zu vermarkten und zu vertreiben. In Nordamerika erhält FMC außerdem eine Sublizenz zur exklusiven Herstellung und zum Vertrieb von Venofer für Anwendungen in der Dialyse in den USA.
Die Klöckner & Co AG (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) gab heute bekannt, dass sie gestern den Verkauf der kanadischen Tochter Namasco Ltd. an die Samuel, Son & Co. Ltd. abgeschlossen hat. Die Übernahme wurde von der kanadischen Kartellbehörde genehmigt. Den Angaben zufolge ist Namasco vorrangig in der Anarbeitung von Flachstahlprodukten für die nordamerikanische Automobilindustrie tätig. Diese Art des Großkundengeschäfts gehört jedoch nicht zum Kerngeschäft des Klöckner & Co-Konzerns, hieß es.
Die ARQUES Industries AG (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) gab heute bekannt, dass sie Immobilien aus ihrem Bestandsportfolio verkauft hat. Der Veräußerungserlös beträgt 32 Mio. Euro. Käufer ist der renommierte US-Immobilienfond W.P. Carey. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die Immobilien im Rahmen des Erwerbs der Actebis Peacock GmbH mit übernommen. Dabei handelt es sich um den Hauptsitz der Actebis in Soest und ein dazugehöriges Logistikzentrum in Bad Wünnenberg (NRW).
Die Fluggesellschaft Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) meldete heute, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart das Verfahren wegen des Verdachts verbotener Insider-Geschäfte gegen den Vorstandsvorsitzenden Joachim Hunold, den Aufsichtsratsvorsitzenden Johannes Zurnieden und drei weitere leitende Mitarbeiter des Unternehmens wegen mangelnden Tatverdachts am Dienstag nach mehr als einjährigen Ermittlungen eingestellt hat. Am 19. Juni 2007 hatten Beamte der Staatsanwaltschaft Stuttgart sowie der Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Berlin, Büros und Wohnungen der Beschuldigten durchsucht. Hunold und Zurnieden hatten von Anfang an ihre Unschuld beteuert und versichert, dass sie ihre Aktien damals nur gekauft hätten, um angesichts des sinkenden Kurses öffentlich ein Signal zu setzen. Die Käufe waren auch der Börsenaufsicht gemeldet und auf der Internetseite von Air Berlin veröffentlicht worden.
(09.07.2008/ac/n/m)
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