25.06.2008 18:04
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DAX-Schluss: Deutliche Zugewinne, Continental Tagesgewinner

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte tendierten im Vorfeld der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank positiv. Nach überwiegend freundlichem Verlauf verbuchte der DAX ein Plus von 1,25 Prozent auf 6.617,84 Punkte, während der MDAX mit einem Plus von 1,06 Prozent auf 9.346,69 Zähler aus dem Handel ging. Am Morgen hatte der DAX trotz verhaltener Vorgaben aus den USA mit Aufschlägen eröffnet und konnte diese bis Mittag halten und weiter ausbauen. Dabei ließen sich die Investoren auch nicht von deutlich schwächeren Daten zum US-Immobilienmarkt beeindrucken. Für weiteren Aufwind sorgten am Nachmittag auch die im Zuge besser als erwartet ausgefallener US-Öllagerbestände rückläufigen Ölpreisnotierungen. Am Abend richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die bevorstehende Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank.

Im Blickpunkt standen über den gesamten Tagesverlauf hinweg Anteilsscheine der Deutschen Postbank. Hintergrund waren neue Gerüchte über den bevorstehenden Verkaufsprozess. So wird ein Dreierbündnis zwischen der Commerzbank, der Allianztochter Dresdner Bank und der Deutschen Postbank einem Medienbericht zufolge zunehmend unwahrscheinlicher. Stattdessen strebe die Konzernmutter Deutsche Post Verhandlungen mit der Deutschen Bank sowie mehreren ausländischen Kreditinstituten an. Zum Handelsende konnte sich die Postbank mit einem deutlichen Plus mit an der DAX-Spitze behaupten. Am Nachmittag profitierte der Wert zusätzlich von Presseberichten über ein gemeinsames Gebot von Commerzbank und Dresdner Bank für die von der Konzernmutter Deutsche Post gehaltene 50-prozentige Beteiligung an der Deutschen Postbank. Sehr stark präsentierten sich daneben auch die übrigen Finanzwerte, die im Zuge einer deutlichen Sektorerholung mit an der Spitze des DAX zu finden waren. So konnten unter anderem die Commerzbank, die Allianz sowie die Deutsche Bank teilweise recht deutliche Zugewinne vorweisen. Ebenfalls gefragt waren Anteilsscheine von Continental, die nach der zuletzt schwachen Performance der vergangenen Wochen mehr als 8 Prozent zulegen konnten und damit die Spitze im DAX übernahmen. Dabei präsentierte sich der Wert trotz negativer Analystenkommentare deutlich fester. Ebenfalls einen Blick wert war die Deutsche Lufthansa. Diese hatte trotz rekordhoher Kerosinpreise die Erwartungen für das Gesamtjahr bestätigt. Zum Handelsende lag der Wert mit einem Plus von mehr als 2,5 Prozent im oberen Bereich des DAX. Der rückläufige Ölpreis sorgte dabei ebenfalls für Rückenwind.

Spekulationen über ein in Kürze bevorstehendes Gebot der asiatischen Reederei NOL für die zum Verkauf stehende Konzernsparte Hapag-Lloyd rückten die Aktie von TUI ins Rampenlicht. Nach deutlicheren Aufschlägen verbuchte der Wert zum Schluss ein leichtes Plus. Der Industriekonzern Siemens rückte gegen Ende des heutigen Handelstages ebenfalls ins Blickfeld. Einem Pressebericht zufolge will der Münchener Industriekonzern bis zu 15.900 Stellen abbauen. Zum Ende tendierte die Aktie knapp behauptet.

Am unteren Ende befand sich fast über den gesamten Tagesverlauf hinweg die Aktie von ThyssenKrupp, die unter Befürchtungen bezüglich weiter steigender Eisenerzpreise zu leiden hatte, In den vergangenen Tagen hatten Eisenerzproduzenten teilweise massive Prieserhöhungen bei Mitbewerbern durchgesetzt. Deutlichere Abschläge waren auch bei der Hypo Real Estate zu verzeichnen, wobei die Aktie durch negative Analystenkommentaren belastet wurde. Schwächer präsentierten sich daneben auch Anteilsscheine von BASF.

In der zweiten Reihe befanden sich vor allem Immobilienwerte im Fokus der Anleger, die teilweise massive Verluste hinnehmen mussten. Hintergrund ist eine negative Branchenstudie der US-Investmentbank Merrill Lynch. Am unteren Ende befanden sich die Anteilsscheine von GAGFAH, die zeitweise mehr als 11 Prozent leichter tendierten. An der Spitze des MDAX konnten sich die Anteilsscheine von Demag Cranes und MTU Aero Engines behaupten.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.617,84 (+1,25 Prozent)

MDAX: 9.346,69 (+1,06 Prozent)

Tagesgewinner: Continental, Deutsche Postbank, Commerzbank

Tagesverlierer: ThyssenKrupp, HRE, BASF

Unternehmensnachrichten:

Der Verkaufsprozess bei der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) nimmt offenbar eine überraschende Wende. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die sich bei ihren Angaben auf informierte Kreise beruft, sind die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) sowie die zum Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörende Konzerntochter Dresdner Bank als Kandidaten für eine Übernahme der Postbank vorläufig aus dem Rennen. Stattdessen strebt die Konzernmutter Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) den Angaben zufolge Verhandlungen mit der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) sowie mehreren ausländischen Kreditinstituten an.

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) hat offenbar einen Favoriten für die zum Verkauf stehende Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd gefunden. Wie die Tageszeitung "DIE WELT" am Mittwoch berichtet, deutet derzeit alles auf die Reederei Neptune Orient Lines Ltd. (NOL) (ISIN SG1F90001388/ WKN 871125) aus Singapur als wahrscheinlichsten Käufer für Hapag-Lloyd hin.

Der Chemiekonzern LANXESS AG (ISIN DE0005470405/ WKN 547040) will in Deutschland neue Arbeitsplätze schaffen. "Weil wir aus Deutschland exportieren und hier investieren, werden wir hier neue Arbeitsplätze aufbauen und stellen schon jetzt in einigen Bereichen neue Mitarbeiter ein", sagte Vorstandschef Axel Heitmann im Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Die GERRY WEBER International AG (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) setzte ihre Rekordserie im ersten Halbjahr 2007/2008 mit neuen Höchstwerten bei Umsatz und Ertrag fort. Wie der im SDAX notierte Modekonzern am Mittwoch erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 13,4 Prozent, während das EBITDA um 25,4 Prozent zunahm. Der Periodenüberschuss kletterte um 49,2 Prozent.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) hat am Mittwoch im Rahmen ihres Investorentages die Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Wie aus der Pressemitteilung der führenden deutschen Fluggesellschaft hervorgeht, bleibt man trotz der deutlich gestiegenen Ölpreisnotierungen für das Gesamtjahr weiterhin optimistisch: So erwartet der Vorstand, mit dem operativen Ergebnis für das Gesamtjahr 2008 an das Rekordniveau des Vorjahres anknüpfen zu können. Die gestiegenen Kosten sollen durch Effizienzsteigerungen, Kosteneinsparungen im Rahmen eines bereits eingeleiteten Maßnahmenpaketes und Treibstoffzuschläge kompensiert werden. Derzeit rechnet der Konzern für 2008 mit einem Treibstoffaufwand von rund 5,6 Mrd. Euro.

Der Handels- und Reisekonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) hat am Mittwoch die Emission nicht-nachrangiger und unbesicherter Schuldverschreibungen mit Umtauschrecht in Aktien der Thomas Cook Group plc. beschlossen. Arcandor plant, den Erlös aus der Platzierung der Schuldverschreibungen zur Schaffung weiteren finanziellen Spielraums für ihre Wachstumsstrategie sowie für die Neustrukturierung eines Teils ihrer bestehenden Kredite zu verwenden. Das anfängliche Emissionsvolumen wurde auf 300 Mio. Euro beziffert zuzüglich einer Erhöhungsoption von 50 Mio. Euro. Die Laufzeit der Schuldverschreibungen beträgt fünf Jahre. Der Ausgabe- und Rückzahlungspreis bei Endfälligkeit beträgt 100 Prozent des Nennbetrags. Bei Umtausch hat Arcandor das Wahlrecht, die Schuldverschreibungen in Aktien und/oder bar abzurechnen.Die Schuldverschreibungen sind voraussichtlich mit einem jährlichen Kupon zwischen 7,875 und 8,875 Prozent ausgestattet.

Die die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) sowie die zum Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörende Konzerntochter Dresdner Bank wollen weiterhin ein Gebot für die Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) abgeben. Nach Informationen von "WELT ONLINE", die sich auf Finanzkreise beruft, planen die beiden Häuser, in Kürze der Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) ein Kompromissangebot zum Kauf der 50-Prozent-Beteiligung an der Postbank vorzulegen. Darauf hätten sich hochrangige Vertreter der beiden Finanzdienstleister sowie der Deutschen Post am vergangenen Wochenende geeinigt, berichtet die Online-Ausgabe der Tageszeitung "DIE WELT".

Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) will einem Pressebericht zufolge ein groß angelegtes Rationalisierungsprogramm durchführen. Laut einem Bericht des "Handelsblatt", das sich bei seinen Angaben auf Kreise der Arbeitnehmervertreter beruft, sollen 10 000 bis 15 000 Arbeitsplätze in Vertrieb und Verwaltung wegfallen. Ein Konzern-Sprecher wollte die Zahl nicht kommentieren. "Wir stehen im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern", sagte der Sprecher laut der Wirtschaftszeitung. Vorstandschef Peter Löscher hatte angekündigt, dass die Vertriebs- und Verwaltungskosten bis 2010 um 10 Prozent, das entspricht 1,2 Mrd. Euro, verringert werden sollen. Dies sei ohne Stellenabbau nicht möglich. In Arbeitnehmerkreisen war mit mehreren Tausend, maximal 10 000 bedrohten Arbeitsplätzen gerechnet worden. (25.06.2008/ac/n/m)

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