07.05.2008 18:02
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DAX Schluss: Fester Ausklang, Henkel an der Spitze, Heidelberger Druck gewinnen über 9 Prozent

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte haben am Mittwoch überwiegend fester geschlossen. Der DAX konnte letztendlich 0,84 Prozent zulegen auf 7.076,25 Indexpunkte. Gleichzeitig kletterte der MDAX um 1,42 Prozent auf 9.632,79 Zähler. Die Wall Street lieferte am Nachmittag angesichts gemischter Konjunkturdaten negative Vorgaben. Positiv überrascht haben die Daten zur Produktivität sowie zu den Lohnstückkosten, während die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA wie erwartet weiter gefallen ist.

Allen voran legten Anteilsscheine von Henkel 5,7 Prozent zu. Der Konsumgüterkonzern musste im abgelaufenen Quartal einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen, während der Quartalsüberschuss deutlicher zulegen konnte. Zudem wurde eine aktualisierte Umsatz- und Ergebnisprognose 2008 veröffentlicht. Die Aktie der Deutschen Börse gewann 2,2 Prozent. Wie der Börsenbetreiber am Vorabend bekannt gab, hat er im ersten Quartal das beste Ergebnis in seiner Unternehmensgeschichte erzielt.

Titel der Commerzbank waren ebenfalls gesucht, bis Handelsende ging es hier um 1,6 Prozent nach oben. Eigenen Angaben zufolge hat man im ersten Quartal in einem anhaltend schwierigen Umfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis vorlegen können. In den ersten drei Monaten brach der Konzernüberschuss um 54 Prozent ein. Daneben standen BMW im Blick. Der Autobauer verbuchte im April einen deutlichen Absatzanstieg. An der Börse wurde die Neuigkeit mit einem Kursplus von 1,6 Prozent aufgenommen

Außerdem waren bei TUI grüne Vorzeichen auszumachen. Der Reise- und Schifffahrtskonzern gab heute anlässlich der Hauptversammlung vorab Eckdaten für das erste Quartal bekannt. Des Weiteren wurde bekannt, dass die Vorbereitung für die Trennung der Schifffahrtssparte vom Konzern planmäßig läuft. Papiere der Allianz schlossen mit 0,5 Prozent im Plus. Der Allfinanzkonzern prüft laut einem Pressebericht den Erwerb der Hochspannungsnetze des Energieversorgers E.ON (-0,2 Prozent). Anteilsscheine der Deutschen Post sackten am Indexende ex-Dividende um 3,8 Prozent ab.

Im MDAX verloren MLP nach Zahlen 2,2 Prozent. Der Finanzdienstleister verbuchte im ersten Quartal wie erwartet einen operativen Ergebnisanstieg. Dagegen gewannen LEONI 1 Prozent. Der Umsatz des Automobilzulieferers ist im ersten Quartal deutlich gewachsen, während das Ergebnis annähernd das Niveau des Vergleichsquartals erreichte. Titel des Sportartikelherstellers PUMA, dessen Ergebnis im abgelaufenen Quartal rückläufig war, zogen ebenfalls deutlich an. Douglas stiegen nach Ergebnissen um 0,7 Prozent. Die Indexspitze markierten aber Heidelberger Druck mit +9,3 Prozent. Die Zahlen des Druckmaschinenherstellers waren weniger schlecht als befürchtet.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 7.076,25 (+0,84 Prozent)

MDAX: 9.632,79 (+1,42 Prozent)

Tagesgewinner: Henkel, Deutsche Postbank, Infineon

Tagesverlierer: Deutsche Post, Volkswagen, FMC

Unternehmensnachrichten:

Die Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) verbuchte im April einen deutlichen Absatzanstieg. Wie der Automobilkonzern heute erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 133.205 Modelle abgesetzt, was im Vergleich zum Vorjahreswert einem Plus von 12,5 Prozent entspricht. Bei der Kernmarke BMW stieg der Absatz im April 2008 um 11,6 Prozent.

Der Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) prüft einem Pressebericht zufolge den Erwerb der Hochspannungsnetze des Energieversorgers E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440). Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet, bereitet sich das neue Infrastrukturteam des Versicherungskonzerns intensiv auf den bevorstehenden Verkaufsprozess vor. Angesichts großer Vorbehalte in der Politik gegenüber möglichen Käufern aus dem Ausland würden einem Gebot der Allianz den Angaben zufolge gute Chancen eingeräumt. Der Energieversorger hatte Ende Februar angekündigt, seine 10.000 Kilometer Stromnetz zu veräußern. Dies ist Teil eines Deals mit der EU-Kommission, um damit eine drohende Kartellstrafe abzuwenden. Der Wert des E.ON-Netzes wird auf 1,5 Mrd. Euro geschätzt.

Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) gab heute bekannt, dass sie in einem anhaltend schwierigen Umfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis im ersten Quartal 2008 vorlegen konnte. Wie das Kreditinstitut mitteilte, zeigte sich besonders das Kerngeschäft mit dem Mittelstand sowie Privat- und Geschäftskunden, aber auch mit gewerblichen Immobilienkunden stabil. Das Operative Ergebnis sank dabei um 52 Prozent. Angesichts weiterer Wertkorrekturen im Zusammenhang mit der internationalen Finanzkrise sowie der Belastungen aus der Restrukturierung der Hypothekenbank in Essen zeigt sich der Vorstand mit diesem Ergebnis zufrieden. Der den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Konzernüberschuss ging um 54 Prozent zurück.

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) hat am Dienstagabend die Zahlen zum ersten Quartal 2008 veröffentlicht. Dabei konnte der Börsenbetreiber das beste Ergebnis in seiner Unternehmensgeschichte erzielen. Der Umsatz stieg demnach um 19 Prozent und reflektiert neue Höchststände bei den Handelsvolumina sowie die Konsolidierung der International Securities Exchange (ISE). Daneben stieg das Ergebnis je Aktie um 61 Prozent. Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung im ersten Quartal, struktureller Wachstumschancen über das gesamte Geschäftsportfolio, der erhöhten Volatilität an den internationalen Märkten und strikter Kostendisziplin geht das Unternehmen von weiterem Ertragswachstum in 2008 aus.

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) gab heute anlässlich der Hauptversammlung vorab Eckdaten für das erste Quartal 2008 bekannt. Zudem wurde gemeldet, dass die Vorbereitung für die Trennung der Schifffahrtssparte vom Konzern planmäßig läuft. Den Angaben zufolge erhöhte sich der Umsatz der Sparten des Konzerns um rund 24 Prozent. Beim bereinigten Ergebnis der Sparten (bereinigtes Sparten-EBITA) wurde ein geringerer Verlust ausgewiesne. Hinsichtlich der Trennung der Schifffahrtssparte teilte der Konzern mit, dass der Desinvestitionsprozess bereits begonnen hat. Gleichzeitig stellte der der Vorstandschef Dr. Michael Frenzel klar, dass die Trennung von Hapag-Lloyd zügig umgesetzt werden soll.

Der Konsumgüterkonzern Henkel KGaA (ISIN DE0006048432/ WKN 604843) gab heute bekannt, dass er Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal steigern konnte. Demnach erhöhte sich der um Wechselkurseffekte bereinigte Umsatz um 1,7 Prozent. Organisch, d.h. bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen/Divestments, stieg der Umsatz um 3,3 Prozent. Insgesamt ging der Umsatz, vor allem als Folge der ungünstigen Wechselkurseffekte, im ersten Quartal leicht zurück. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) lag in etwa auf dem hohen Vorjahresniveau (-0,9 Prozent). Bereinigt um Wechselkurseffekte betrug das Wachstum 2,5 Prozent. Der Quartalsüberschuss nahm aufgrund des verbesserten Finanzergebnisses und niedrigerer Steuern um 6,2 Prozent zu. Der Konzern ist zuversichtlich, ohne Berücksichtigung der National Starch-Geschäfte die bisherigen Umsatz- und Ergebnisziele zu erreichen. Unter Einbeziehung der am 3. April 2008 erworbenen Geschäfte von National Starch gibt man folgende Umsatz- und Ergebnisprognose: Henkel erwartet ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent. Für das betriebliche Ergebnis, bereinigt um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Restrukturierungsaufwendungen ("bereinigtes EBIT"), erwartet Henkel einen Zuwachs im mittleren Zehn-Prozent-Bereich.

Der Sportartikelhersteller PUMA AG Rudolf Dassler Sport (ISIN DE0006969603/ WKN 696960) meldete heute, dass sein Ergebnis im ersten Quartal rückläufig war, der Umsatz jedoch gestiegen ist. Demnach erhöhten sich die konsolidierten Umsätze währungsbereinigt um 6,6 Prozent (in Euro 2,7 Prozent). Der Konzerngewinn sank indes um 6,7 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2008 bestätigt das Management trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfeldes ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im einstelligen Bereich.

Die MLP AG (ISIN DE0006569908/ WKN 656990) verbuchte im ersten Quartal einen operativen Ergebnisanstieg. Wie der Finanzdienstleister heute erklärte, stiegen die Gesamterlöse um rund 8 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 17 Prozent. Der Überschuss in den fortzuführenden Geschäftsbereichen war indes deutlich rückläufig. Als Grund wurde die Dividendenausschüttung an die Minderheitsaktionäre der Feri Finance AG genannt. Gleichzeitig wurde auf die erhöhte Steuerquote verwiesen. Für das Gesamtjahr erwartet MLP trotz der tief greifenden Veränderungen durch die VVG-Reform weiterhin einen Anstieg der Gesamterlöse über den Rekordwert des Jahres 2007. Gleichzeitig wird die EBIT-Marge leicht rückläufig sein, sollte aber nicht unter das hohe Niveau des Geschäftsjahres 2006 sinken. Für die Folgejahre rechnet MLP dann wieder mit einer Verbesserung der Marge.

Die LEONI AG (ISIN DE0005408884/ WKN 540888) konnte im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzzuwachs erzielen. Wie der Automobilzulieferer heute erklärte, stieg der Umsatz um 31 Prozent. Dieser deutliche Anstieg resultierte dabei vor allem aus der erstmaligen Konsolidierung der neuen Tochter Leoni Wiring Systems (LWS) France. Wie erwartet, lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern durch Ergebnisbelastungen aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung bei LWS France nach drei Monaten leicht unter dem Vorjahresniveau von. Der Konzernüberschuss erreichte annähernd das Niveau des Vergleichsquartals. Für das Gesamtjahr wurden die Prognosen bestätigt.

Die Douglas Holding AG (ISIN DE0006099005/ WKN 609900) verbuchte im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg und konnte beim Ergebnis zulegen. Wie der Einzelhandelskonzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 6,9 Prozent. Der Vorsteuerverlust konnte deutlich zurückgefahren werden. Unter dem Strich verringerte sich auch der Fehlbetrag. Aufgrund der insgesamt recht ordentlichen Entwicklung im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2007/08 bleibt der Vorstand bei seinen im Januar dieses Jahres abgegebenen Prognosen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) musste im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der schwachen Entwicklung auf dem US-Absatzmarkt einen Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der Druckmaschinenhersteller heute auf Basis vorläufiger Berechnungen erklärte, sank der Umsatz um 3,5 Prozent. Wie der Konzern weiter ausführte, war der vorläufige Jahresüberschuss leicht rückläufig. (07.05.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Bayerische Motoren Werke 36,9 +0,5%
Allianz SE 129,5 +0,2%
Commerzbank 22,7 -3,4%
Deutsche Börse 105,8 +1,2%
TUI 18,0 +2,6%
Henkel vz 30,6 +3,3%
PUMA 239,3 -0,5%
MLP 11,1 +1,9%
LEONI 35,3 -1,9%
DOUGLAS 34,9 +0,6%
Heidelberger Druckmaschinen 17,7 +1,8%

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