14.07.2008 17:58
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DAX Schluss: Fester, Continental auf der Überholspur

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit Zugewinnen aus dem Handel verabschiedet. Bis Handelsschluss klettere der DAX um 0,76 Prozent auf 6.200,25 Punkte. Gleichzeitig verfestigte sich der MDAX um 0,59 Prozent auf 8.386,62 Zähler. Am Wochenende hat US-Finanzminister Henry Paulson ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der in Schieflage geratenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac angekündigt. Daraufhin sind die US-amerikanischen Indizes auch mit kräftigen Aufschlägen in den Handel gestartet. Zum Xetra-Schluss bot die Wall Street allerdings ein schwaches Bild.

Die Aktie des Automobilzulieferers Continental stach mit einem satten Aufschlag von 22 Prozent ins Auge. Einem Pressebericht zufolge steht Conti möglicherweise vor der Übernahme durch die in Familienhand befindliche Schaeffler-Gruppe. Die Transaktionshöhe könnte sich dabei auf mehr als 10 Mrd. Euro belaufen. Der Automobilzulieferer hatte am Morgen bestätigt, dass man ein erstes Gespräch über ein mögliches Engagement der Schaeffler-Gruppe geführt habe. Laut einem weiteren Bericht will sich der Konzern allerdings gegen eine mögliche feindliche Übernahme zur Wehr setzen.

Kräftige Kursgewinne verzeichneten außerdem Infineon, Siemens und MAN. Im Finanzsektor legten mitunter die HRE 1,9 Prozent und die Commerzbank 1,8 Prozent zu, nachdem die spanische Banco Santander die Übernahme der britischen Bankgesellschaft Alliance & Leicester angekündigt hat. Papiere des Stahlkonzerns ThyssenKrupp, der einem Pressebericht zufolge weitere Stahlpreiserhöhungen durchsetzen will, stiegen leicht.

TUI verloren gegen den Trend 1,8 Prozent. Hier stand ein Zeitungsartikel im Blick, wonach die Hamburger Investorengruppe um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne in Kürze ein attraktives Übernahmeangebot für die zur TUI gehörende Container-Linie Hapag Lloyd abgeben könnte. Am Indexende gaben BMW 1,9 Prozent ab.

Im MDAX zogen EADS um 5,3 Prozent an. Der Flugzeugbauer Airbus, eine Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns, verfügt eigenen Angaben zufolge zum ersten Halbjahr über einen milliardenschweren Auftragsbestand. Anteilsscheine des Baukonzerns HOCHTIEF, der weitere Großaufträge aus dem Ausland erhalten hat, schlossen mit rund 1 Prozent im Plus. Titel der Norddeutschen Affinerie gaben indes 0,8 Prozent ab. Der Kupfererzeuger will weiterhin unabhängig bleiben und eine aktive Rolle in der Branchenkosolidierung spielen, so ein Pressebericht.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.200,25 (+0,76 Prozent)

MDAX: 8.386,62 (+0,59 Prozent)

Tagesgewinner: Continental, Infineon, Commerzbank

Tagesverlierer: BMW, TUI, METRO

Unternehmensnachrichten:

Der Automobilzulieferer Continental AG (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) will sich einem Pressebericht zufolge gegen eine mögliche feindliche Übernahme durch die fränkische Schaeffler-Gruppe zur Wehr setzen. Nach Informationen der Tageszeitung "DIE WELT" (Onlineausgabe) erarbeitet der Konzern derzeit gemeinsam mit der US-Investmentbank Goldman Sachs Group Inc. (ISIN US38141G1040/ WKN 920332) eine Abwehrstrategie gegen ein mögliches feindliches Übernahmeangebot. Nach Informationen von "WELT ONLINE" trafen sich am Freitag Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer und Jürgen Geißinger, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Schaeffler. Ein konkretes Angebot soll nicht unterbreitet worden sein. Medienberichten zufolge will Schaeffler rund 10 Mrd. Euro für Continental hinblättern und das Unternehmen von der Börse nehmen. Continental hatte am Montagmorgen bestätigt, dass man am Ende der vergangenen Woche ein erstes, kurzes Gespräch über ein mögliches Engagement der Schaeffler-Gruppe bei dem Automobilzulieferer geführt habe.

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) sieht sich angesichts der höheren Rohstoffpreise zu weiteren Preisanhebungen genötigt. Dies erklärte Konzernchef Ekkehard Schulz in einem Gespräch mit dem Magazin "DER SPIEGEL". In diesem Zusammenhang verwies der Manager auf die zuletzt kräftig gestiegenen Kosten für Eisenerz und Kohle. Kunden des Stahlkonzerns, die einen Jahresvertrag mit fest vereinbarten Preisen für 2008 hätten, könnten nach Aussage von Schulz auf die Einhaltung der fest vereinbarten Preise für 2008 bestehen, müssten sich "dann darauf einstellen, dass die Preise für das Jahr 2009 deutlich stärker steigen", so der Vorstandschef. Außerdem könne diesen Kunden nicht garantiert werden, dass sie im Jahr 2009 die gewünschte Menge Stahl von dem Düsseldorfer Konzern erhielten.

Die zur Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) gehörende Lufthansa Technik AG wurde von der irischen Billig-Fluglinie Aer Lingus Group plc (ISIN IE00B1CMPN86/ WKN A0KFMP) mit der Komponenten-Versorgung ihrer wachsenden Airbus-Flotte beauftragt. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervor. Der Auftragswert liegt den Angaben zufolge bei über 90 Mio. Euro.

Die Hamburger Investorengruppe um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist optimistisch, bis zum 21. Juli ein attraktives Übernahmeangebot für die zur TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) gehörende Container-Linie Hapag Lloyd abgeben zu können. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" führen die Hamburger Initiatoren aussichtsreiche Gespräche mit vermögenden Privatinvestoren. Den Angaben zufolge sollen auch Private Equity-Firmen für das Bieterkonsortium gewonnen werden.

Die Norddeutsche Affinerie AG (NA) (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) will weiterhin unabhängig bleiben und eine aktive Rolle in der Branchenkosolidierung spielen. "Wir sind nach der Übernahme von Cumerio der führende Kupfererzeuger und -verarbeiter Europas", sagte Vorstandschef Bernd Drouven der Wirtschaftszeitung "EURO am Sonntag". "Wir erwarten eine weitere Konsolidierung der Branche und wollen diese aktiv gestalten. Dabei richten wir unseren Blick auch auf Regionen außerhalb Europas, zum Beispiel in Asien oder Südamerika." Am Donnerstag hatte der frühere Großaktionär A-TEC Industries AG (ISIN AT00000ATEC9/ WKN A0LFDH) sein noch verbliebenes 9-prozentiges Anteilspaket an der Norddeutschen Affinerie verkauft, was zu Spekulationen über einen Einstieg des Stahlkonzerns Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) geführt hatte.

Der Technologiekonzern GEA Group AG (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) gab heute die Übernahme der amerikanischen Norbco Inc. bekannt. Wie der Konzern erklärte, soll durch die Akquisition des in Westmoreland im Bundesstaat New York ansässigen Unternehmens die Division Landtechnik weiter verstärkt werden. Im vergangenen Jahr generierte Norbco mit rund 100 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 30 Mio. Dollar. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus, eine Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914), verfügt zum ersten Halbjahr über einen milliardenschweren Auftragsbestand. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, beläuft sich der Auftragsbestand im Zeitraum von Januar bis Juni dieses Jahres auf insgesamt 525 Maschinen. Der Listenpreis der Bestellungen wurde auf 62 Mrd. Dollar beziffert. Inklusive von Stornierungen und Verschiebungen bei einzelnen Aufträgen verfügt Airbus über einen Netto-Auftragsbestand von 487 Maschinen zum Ende des Monats Juni. Insgesamt hat Airbus heute knapp 3.700 Flugzeuge in den Büchern. Dies entspricht einem komfortablen Volumen von sechs Jahren bei voller Produktion, teilte der Konzern weiter mit.

Der Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) hat weitere Großaufträge aus dem Ausland erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, wurde die Al Habtoor Leighton Group, eine Beteiligung der HOCHTIEF-Tochter Leighton Holdings Ltd. (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187), mit der Errichtung der Quartiersentwicklung Al Bustan für die Hamid Gruppe beauftragt. Außerdem wurde die Leighton-Tochter John Holland mit einem Wasserbauprojekt im australischen Melbourne beauftragt. Insgesamt beläuft sich das Volumen der beiden Aufträge auf 475 Mio. Euro. (14.07.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Continental 74,0 +0,0%
ThyssenKrupp 29,1 -4,3%
Deutsche Lufthansa 14,7 -1,9%
TUI 12,8 -3,0%
Norddeutsche Affinerie 29,0 -3,6%
Salzgitter 88,0 -5,0%
GEA Group 19,9 -2,6%
European Aeronautic Defence and Space 14,7 -3,7%
HOCHTIEF 51,8 -5,5%
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