30.05.2008 18:01
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DAX Schluss: Freundlich, Deutsche Lufthansa und Air Berlin gesucht

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte haben sich überwiegend mit Kursgewinnen aus dem letzten Handelstag der Woche verabschiedet. Beim DAX war letztendlich ein Aufschlag von 0,59 Prozent auf 7.096,79 Zähler auszumachen, während es für den MDAX um 0,88 Prozent auf 9.685,41 Indexpunkte nach oben ging. Dow Jones und S&P 500 lagen zum Handelsende in Deutschland leicht im Plus, während beim NASDAQ Composite dank unerwartet guter Zahlen des PC-Herstellers Dell etwas deutlichere Gewinne auszumachen waren. Die am Nachmittag in den USA vorgestellten Konjunkturdaten hatten indes keine größeren Auswirkungen auf den Markt.

Größter Profiteur von der jüngsten Entspannung beim Ölpreis war die Aktie der Deutschen Lufthansa. Der Wert gewann auf dem zweiten Platz hinter der Deutschen Postbank (+4 Prozent) über 3 Prozent. Dahinter folgten Infineon, die Commerzbank und BMW mit Zuwächsen von jeweils mehr als 2 Prozent. Ungeachtet immer neuer Details in Zusammenhang mit den Spähaktionen der Deutschen Telekom gewann die T-Aktie 0,2 Prozent.

Belastet von Gewinnmitnahmen schloss das DAX-Schwergewicht RWE mit 0,8 Prozent im Minus. Weitere Verlierer waren unter anderem Merck, ThyssenKrupp und adidas. Der kräftige Abschlag bei der Deutschen Bank war dem Dividendenabschlag geschuldet.

Titel der Norddeutschen Affinerie stiegen im MDAX um gut 4 Prozent. Von seinem Tageshoch mit einem Plus von zeitweise mehr als 7 Prozent war der Wert damit aber deutlich entfernt. Wie der Kupferhersteller heute erklärte, konnte er Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr steigern. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei mehr als erfüllt.

Im SDAX zogen Air Berlin um 5,3 Prozent an. Das von INDUS vorgelegte Zahlenwerk honorierten die Anleger mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent. Papiere des Anbieters von Öl- und Gasfeld-Dienstleistungen C.A.T. oil, der im ersten Quartal ein rückläufiges Ergebnis ausweisen musste, sackten dagegen um über 5 Prozent ab.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 7.096,79 (+0,59 Prozent)

MDAX: 9.685,41 (+0,88 Prozent)

Tagesgewinner: Deutsche Postbank, Deutsche Lufthansa, Infineon

Tagesverlierer: Deutsche Bank, Merck, adidas

Unternehmensnachrichten:

Die Spähaktionen der Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) gingen nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft weiter als bekannt. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" heute. Der Zeitung zufolge sollen nicht nur Telefonverbindungen, sondern auch Bankdaten von Journalisten und Aufsichtsräten ausgespäht worden sein. Zudem sollen mit einer speziellen Software Bewegungsprofile einzelner Personen erstellt worden sein. Demnach sei über Mobilfunkdaten abgeglichen worden, wo sich diese aufgehalten hätten. Zwei der Spitzel stünden dabei unter Stasi-Verdacht. Die Telefongesellschaft wollte damit eine undichte Stelle in der Unternehmenskommunikation aufdecken, hieß es. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat bereits die Konzernzentrale der Telekom durchsucht, inzwischen laufen laut der Zeitung Ermittlungen gegen den ehemaligen Chefkontrolleur Klaus Zumwinkel und Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke.

Die Norddeutsche Affinerie AG (NA) (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2007/08 (Oktober 2007 bis März 2008) Umsatz und Ergebnis verbessert. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Kupferherstellers hervorgeht, wuchs der Umsatz um rund 13 Prozent. Nach Steuern wuchs der Konzernüberschuss um 142 Prozent.

Die österreichische C.A.T. oil AG (ISIN AT0000A00Y78/ WKN A0JKWU), ein Anbieter von Öl- und Gasfeld-Dienstleistungen in Russland und Kasachstan, musste im ersten Quartal 2008 ein rückläufiges Ergebnis ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, wuchsen die Umsatzerlöse um 37,8 Prozent. Dagegen sank das Nettoergebnis deutlich.

Die INDUS Holding AG (ISIN DE0006200108/ WKN 620010), die sich auf den Erwerb von leistungsstarken, mittelständischen Unternehmen konzentriert, meldete heute, dass sie einen guten Start in das Geschäftsjahr 2008 verzeichnet hat. Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal leicht unter dem Vorjahresniveau. Nach Minderheitsanteilen stieg der Periodenüberschuss um 18,3 Prozent. Insgesamt liegen damit die Quartalszahlen voll im Budget. Trotz der zum Teil schwierigen Rahmenbedingungen an den Rohstoff- und Kapitalmärkten bestätigt der Vorstand die positiven Prognosen für das Gesamtjahr. Getragen von einer guten operativen Entwicklung des bestehenden Portfolios sollen Umsatz und EBIT weiter wachsen. (30.05.2008/ac/n/m)

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