27.03.2008 17:59
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DAX Schluss: Freundlicher Ausklang, HRE im Höhenflug, SAP schwach

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Am deutschen Aktienmarkt dominierten am Donnerstag die Pluszeichen. Der DAX gewann bis Handelsende 1,37 Prozent und schloss bei 6.578,06 Indexpunkten. Beim MDAX war ein Aufschlag von 2,02 Prozent auf 8.775,64 Zähler auszumachen. Die am Nachmittag in den USA vorgestellten Konjunkturdaten haben dem Markt dabei neuen Schwung verliehen. Die Vorgaben der Wall Street waren jedoch uneinheitlich.

Die Aktie des Software-Riesen SAP schloss mit einem satten Abschlag von 4,2 Prozent. Der Wert litt unter den enttäuschenden Ergebnissen des US-Mitbewerbers Oracle. Dieser konnte seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal weniger stark als erwartet steigern, während sich der Gewinn wie prognostiziert entwickelt hat.

Anteilsscheine der HRE schossen nach einem schwachen Auftakt um 14 Prozent in die Höhe, obwohl der Immobilienfinanzierer bekannt gab, dass die Rahmenbedingungen für den Konzern seit Jahresanfang 2008 schwieriger geworden sind. Deshalb könne auch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Planung für das Geschäftsjahr 2008 nicht ganz erreicht werden kann. Die Aktie hat in den letzten Monaten allerdings bereits massiv an Wert verloren. E.ON gewannen 2,7 Prozent. Einem Pressebericht zufolge hat der Energieversorger gute Chancen auf eine Übernahme der Mehrheit des belgischen Gashändlers Distrigaz. Weitere Gewinner waren unter anderem ThyssenKrupp, Continental und die Allianz.

Im MDAX waren insbesondere ARQUES (+10,3 Prozent) und KlöCo (+9,1 Prozent) gefragt. EADS schlossen mit 3,5 Prozent im Plus. Das von dem Luftfahrtkonzern geführte Konsortium AirTanker hat einen milliardenschweren Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums erhalten. STADA zogen um 2,8 Prozent an. Der Generikahersteller hat zuvor alle vorläufigen Geschäftszahlen bestätigt. DEUTZ gewannen 5,6 Prozent. Der Motorenhersteller konnte im Geschäftsjahr 2007 zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und EBIT erzielen.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.578,06 (+1,37 Prozent)

MDAX: 8.775,64 (+2,02 Prozent)

Tagesgewinner: HRE, ThyssenKrupp, Continental

Tagesverlierer: SAP, Volkswagen, Deutsche Post

Unternehmensnachrichten:

Der Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) hat einem Pressebericht zufolge gute Chancen auf eine Übernahme der Mehrheit des belgischen Gashändlers Distrigaz. Wie das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) berichtet, hat die französische Muttergesellschaft SUEZ S.A. (ISIN FR0000120529/ WKN 852491) den im DAX30 notierten Konzern in die engere Wahl für eine Übernahme aufgenommen. Auch Electricité de France SA (EDF) (ISIN FR0010242511/ WKN A0HG6A) und der italienische Öl- und Erdgaskonzern Eni S.p.A. (ISIN IT0003132476/ WKN 897791) seien im engeren Kreis der Interessenten für den 57,3 Prozent-Anteil an Distrigaz. Nach Angaben der Zeitung sei es wahrscheinlich, dass letztlich E.ON oder EDF den Zuschlag erhält.

Die Hypo Real Estate Holding AG (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) musste im Geschäftsjahr 2007 einen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der Immobilienfinanzierer heute bekannt gab, sank das Ergebnis vor Steuern auf Pro-Forma-Basis um 18,5 Prozent. Der Rückgang ist auf eine Vielzahl von Sondereffekten zurückzuführen. Auf bereinigter Basis lag der Vorsteuergewinn nur um 2,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Vorstand rechnet für 2008 mit der Fortsetzung der positiven Entwicklung der operativen Geschäfte. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für die Hypo Real Estate Group seit Jahresanfang 2008 schwieriger geworden. Deshalb könne nicht mehr ausgeschlossen werden, dass die Planung für das Geschäftsjahr 2008 nicht ganz erreicht werden kann.

Das von der European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) geführte Konsortium AirTanker hat einen milliardenschweren Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums erhalten. Wie EADS heute bekannt gab, haben beide Seiten einen Vertrag über die Bereitstellung von Lufttransport- und Luftbetankungskapazitäten für die britischen Luftstreitkräfte geschlossen. Den Angaben zufolge beträgt die Laufzeit 27 Jahre. Der Wert des Auftrags wurde auf 13 Mrd. Britische Pfund beziffert. Außerdem meldete das Technologie- und Raumfahrtunternehmen OHB Technology AG (ISIN DE0005936124/ WKN 593612) heute, dass OHB/MT Aerospace und der zum europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehörende Flugzeugbauer Airbus nach mehreren Monaten intensiver Verhandlungen die Gespräche über den Kauf der drei deutschen Werke Nordenham, Varel und Augsburg eingestellt haben.

Der Generikahersteller STADA Arzneimittel AG (ISIN DE0007251803/ WKN 725180) meldete heute, dass er Umsatz und Ertrag im zwölften Jahr in Folge auf neue Spitzenwerte steigern konnte. Alle vorläufigen Geschäftszahlen wurden demnach bestätigt. Im Geschäftsjahr 2007 wurde beim Konzernumsatz ein Zuwachs von 26 Prozent erzielt. Der Konzerngewinn stieg um 14 Prozent. Unter Herausrechnung einmaliger Sondereffekte kletterte der bereinigte Konzerngewinn um 44 Prozent.

Der Modekonzern HUGO BOSS AG (ISIN DE0005245534/ WKN 524553) gab heute seine Abschlusszahlen des Geschäftsjahres 2007 bekannt. Der Umsatz verbesserte sich den Angaben zufolge um 9 Prozent (währungsbereinigt um 12 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 19 Prozent gesteigert werden. Das Konzernergebnis kletterte um 20 Prozent.

Die DEUTZ AG (ISIN DE0006305006/ WKN 630500) konnte im Geschäftsjahr 2007 zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und EBIT erzielen. Wie der Motorenhersteller heute erklärte, erhöhte sich der Konzernumsatz, vor allem getragen durch das internationale Geschäft, um 28,8 Prozent. Das Konzernergebnis kletterte kräftig und ist maßgeblich beeinflusst durch den Gewinn aus der Veräußerung und das laufende Ergebnis von DEUTZ Power Systems. Bereinigt um diesen positiven Effekt zog das Konzernergebnis der fortgeführten Aktivitäten um 54,3 Prozent an. (27.03.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

EON 127,1 +1,1%
Hypo Real Estate 22,5 -1,9%
European Aeronautic Defence and Space 15,7 -1,1%
STADA Arzneimittel 42,9 -1,0%
HUGO BOSS vz 33,2 -15,9%
DEUTZ 7,1 -2,6%

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