07.04.2008 18:04
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DAX Schluss: Freundlicher Ausklang, RWE etwas schwächer, ProSiebenSat.1 deutlich im Plus

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich mit Kursgewinnen aus der heutigen Sitzung verabschiedet. Letztendlich rückte der DAX um 0,85 Prozent vor und schloss bei 6.821,03 Indexpunkten. Beim MDAX war ein Aufschlag von 0,56 Prozent auf 9.118,17 Zähler auszumachen. Neben positiven Vorgaben aus Asien zehrte der Markt auch von einem freundlichen Auftakt der Wall Street. Nach Börsenschluss in New York wird der US-Aluminiumkonzern Alcoa traditionell die Berichtssaison einläuten.

Der Gesundheitskonzern FMC rechnet auch nach dem am Freitag ergangenen Gerichtsentscheid im Zusammenhang mit Patentstreitigkeiten mit Baxter weiterhin nicht mit einer nennenswerten Beeinträchtigung des Produktgeschäfts mit Dialysemaschinen in den USA. Der Konzern geht weiterhin davon aus, dass die betreffenden Patente von Baxter nichtig und somit nicht mehr durchsetzbar sind. Die FMC-Aktie gewann nach einem schwachen Auftakt leicht hinzu.

Zugewinne waren auch beim Automobilkonzern Daimler auszumachen. Einem Pressebericht zufolge ziehen die Stuttgarter einen Zukauf im Lkw-Geschäft in Betracht. Auch die Übernahme einer Pkw-Marke wollte Daimler-Chef Zetsche nicht komplett ausschließen. Nach der Vorlage starker Absatzzahlen für den Monat März verfestigten sich BMW um 1 Prozent.

Papiere der Deutschen Telekom schlossen mit knapp 2 Prozent im Plus. Am heutigen Montag hat in Frankfurt der Musterprozess um den Börsengang des Telekommunikationsriesen begonnen. Insgesamt verlangen rund 16.000 Anleger von dem Konzern Schadenersatz. An der Spitze standen aber Titel von TUI mit +3,4 Prozent. Dagegen verloren RWE 0,4 Prozent. Presseangaben zufolge hat der Energieversorger Verhandlungen mit der britischen Centrica über ein mögliches Übernahmeangebot für den führenden britischen Atomkraftkonzern British Energy aufgenommen. Belastet wurde der Wert außerdem durch eine Entscheidung des Bundesumweltministeriums, die Laufzeit für das Atomkraftwerk Biblis A nicht zu verlängern.

Im MDAX richteten sich die Blicke mitunter auf Premiere. Der Bezahlfernsehsender ist laut einem Pressebericht an dem zum Medienkonzern ProSiebenSat.1 gehörenden Fernsehsender Sat.1 interessiert. Während die Premiere-Aktie 0,4 Prozent abgeben musste, preschten Titel von ProSiebenSat.1 um mehr als 5 Prozent nach oben.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.821,03 (+0,85 Prozent)

MDAX: 9.118,17 (+0,56 Prozent)

Tagesgewinner: TUI, Deutsche Börse, Infineon

Tagesverlierer: Münchener Rück, RWE

Unternehmensnachrichten:

Der deutsche Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) konnte im März auch dank der starken Nachfrage beim Kleinwagenmodell MINI einen Absatzanstieg vorweisen. Wie der Automobilhersteller heute erklärte, wurden im Berichtszeitraum insgesamt 153.184 Modelle abgesetzt, was im Vergleich zum Vorjahresmonat von 141.576 Pkw einem Plus von 8,2 Prozent entspricht.

Die beiden Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) und Electricite de France (EDF) (ISIN FR0010242511/ WKN A0HG6A) haben einem Pressebericht zufolge Verhandlungen mit der britischen Centrica plc (ISIN GB00B033F229/ WKN A0DK6K) über ein mögliches Übernahmeangebot für den führenden britischen Atomkraftkonzern British Energy Group plc (ISIN GB00B04QKW59/ WKN A0DPS5) aufgenommen. Laut einem Bericht der "Financial Times" seien die Gespräche jedoch noch in einem recht frühen Stadium. Centrica sei laut dem Bericht selbst nicht in der Lage, ein Übernahmeangebot für British Energy abzugeben, da der Konzern nicht über die finanziellen Rahmenbedingungen verfüge. Eine mögliche Kombination zwischen einem ausländischen Interessenten und Centrica hätte dabei außerdem den Vorteil, dass eventuelle wettbewerbsrechtliche Bedenken seitens der zuständigen Behörden zerstreut werden könnten.

Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) zieht Presseangaben zufolge einen Zukauf im Lkw-Geschäft in Betracht. Wie die "WirtschaftsWoche" am Samstag in einer Vorabausgabe unter Berufung auf einer Interview mit Dieter Zetsche berichtete, kann sich der Daimler-Chef im Nutzfahrzeuggeschäft einen Zukauf durchaus vorstellen. Die Übernahme einer Pkw-Marke wollte Zetsche zwar nicht ausschließen, jedoch glaube er nicht "dass ein solches Ziel der Begierde für uns bei den Pkw-Herstellern zu sehen wäre." Zudem prüft Daimler laut dem Magazin derzeit den Aufbau weiterer Produktionskapazitäten in Osteuropa. Die Entscheidung, ob das neue Werk in Polen, Tschechien oder Rumänien stehen wird, soll noch im zweiten Quartal fallen. Darüber hinaus will Daimler künftig Lkw in Russland produzieren, hieß es.

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC) (ISIN DE0005785802/ WKN 578580) meldete heute, dass ihre US-Tochter Fresenius Medical Care Holdings Inc. auch nach dem am Freitag ergangenen Gerichtsentscheid im Zusammenhang mit Patentstreitigkeiten mit der Baxter Healthcare Corp. weiterhin nicht mit einer nennenswerten Beeinträchtigung des Produktgeschäfts mit Dialysemaschinen in den USA rechnet. Den Angaben zufolge hatte das Bundesbezirksgericht für Nordkalifornien in dem laufenden Verfahren den Antrag von Baxter auf ein neues Verfahren Ende letzter Woche abgelehnt. Das Gericht hat jedoch in erster Instanz angeordnet, dass FMC für seine Dialysemaschine 2008K Lizenzzahlungen an Baxter leisten müsse und die Maschine von Januar 2009 an in den USA mit der derzeitigen Touchscreen-Benutzeroberfläche nicht mehr verkaufen dürfe. Aufgrund der bestehenden Sachlage geht FMC aber weiterhin davon aus, dass die betreffenden Patente von Baxter - wie vom US-Patentamt in einer Neubewertung festgestellt - nichtig und somit nicht mehr durchsetzbar sind.

Die Premiere AG (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11) ist laut einem Pressebericht an dem zum Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) gehörenden Fernsehsender Sat.1 interessiert. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" erklärte der Premiere-Vorstandschef Michael Börnicke: "Wir sind daran interessiert, Sat 1 zu kaufen. Der Berliner Sender würde ideal zu uns passen." Der Vorstand von ProSiebenSat 1 will vom Verkauf seines Senders jedoch anscheinend nichts wissen. "Es gibt darüber keine Gespräche", sagte eine Konzernsprecherin gegenüber der Wirtschaftszeitung. Allerdings hat es laut dem Bericht in der Vergangenheit Spekulationen gegeben, dass die Sendergruppe geteilt werden könnte. Sat.1 kämpft mit schlechten Zuschauerquoten und enttäuschenden Zahlen.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) gab heute bekannt, dass seine Sparte EADS Astrium einen Vertrag zur Übernahme der Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) von der University of Surrey geschlossen hat. SSTL ist auf das Design und die Produktion von kleinen und Mikro-Satelliten spezialisiert. Im Rahmen der jüngsten Transaktion geht die Mehrheitsbeteiligung der University of Surrey in Höhe von rund 80 Prozent auf die EADS Astrium N.V. über. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht genannt.

Die Fluggesellschaft Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) konnte im März einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere verbuchen. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, wurden im Berichtszeitraum inklusive ihrer Tochtergesellschaften LTU und Belair sowie der Luftfahrtgesellschaft Walter insgesamt 2.175.427 Passagiere befördert, was im Vergleich zum Vorjahreswert einem Plus von 5,5 Prozent entspricht. Auch die Auslastung der Flotte verbesserte sich um 3,9 Prozentpunkte auf 77,8 Prozent.
(07.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Bayerische Motoren Werke 37,1 +1,0%
RWE 77,3 -0,1%
Daimler 52,4 +0,9%
Fresenius Medical Care 35,5 +0,8%
Premiere 12,8 -1,9%
ProSiebenSat1 Media vz 10,0 -0,3%
European Aeronautic Defence and Space 16,9 -0,1%
Air Berlin 8,2 +4,5%

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