24.04.2008 18:01
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DAX Schluss: Freundlicher Ausklang - Bayer, BASF und Lufthansa nach Zahlen im Blick, Thielert brechen ein

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet vom unerwartet kräftigen Rückgang des ifo Geschäftsklima-Index sackte der deutsche Aktienmarkt im frühen Handel deutlich ab. Überraschend positive Daten vom US-Arbeitsmarkt haben die Stimmung am Nachmittag aber wieder angeheizt. Letztendlich gewann der DAX 0,39 Prozent auf 6.821,32 Zähler. Der MDAX verlor dagegen 0,55 Prozent auf 9.181,51 Punkte. Die US-amerikanischen Indizes lagen zum Handelsschluss in Deutschland leicht im Plus.

Anteilsscheine von Bayer zogen um 3,1 Prozent an. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und Ergebnis aus dem fortzuführenden Geschäft im ersten Quartal verbessern und die Erwartungen schlagen. Außerdem wurde der Ausblick bekräftigt. Daneben knüpften Infineon nahtlos an die deutlichen Vortagesgewinne an, letztendlich verbuchte der Wert ein sattes Plus von 3,2 Prozent. Wie heute bekannt wurde, plant die Speicherchip-Tochter Qimonda eine Kooperation mit der japanischen Elpida Memory. Papiere der Deutschen Lufthansa, die im ersten Quartal ein operatives Ergebnisplus eingeflogen hat, zogen um 0,8 Prozent an. Deutlich fester gingen die Deutsche Postbank und Continental aus dem Handel.

Nach anfänglichen Verlusten stiegen BASF um 0,9 Prozent. Der Chemiekonzern gab heute bekannt, dass er in den ersten drei Monaten seinen Erfolgskurs mit einem Quartalsrekord fortgesetzt hat und zuversichtlich auf die kommenden Monate blickt. TUI gaben 0,2 Prozent ab. Um für die Containerschiff-Sparte Hapag-Lloyd eine "deutsche Lösung" zu finden, lotet die Deutsche Bahn aktuellen Presseberichten zufolge die Übernahme des Reise- und Schifffahrtskonzerns aus. Das Schlusslicht bildeten Linde mit -2,1 Prozent.

Im MDAX verloren MTU nach einem starken Auftakt 1 Prozent. Der Triebwerkshersteller hat im ersten Quartal bei leicht rückläufigen Erlösen deutlich mehr verdient. Wincor Nixdorf büßten über 3 Prozent ein. Der Geldautomatenhersteller verbuchte im abgelaufenen Quartal dank der starken Entwicklung in Asien und den USA einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. RHÖN-KLINIKUM gewannen nach Zahlen 0,7 Prozent.

Im SDAX stachen Anteilsscheine von Thielert mit einem dramatischen Minus von 78,8 Prozent ins Auge. Der Aufsichtsrat des Motorenherstellers hat die Bestellung der Vorstände Frank Thielert und Roswitha Grosser widerrufen und deren Anstellungsverträge außerordentlich gekündigt. Das angekündigte Maßnahmenpaket zur Behebung der Liquiditätskrise könne deshalb nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden. ESCADA (+10,7 Prozent) profitierten von einem Pressebericht, wonach der Finanzinvestor Apax den Luxusgüterkonzern erneut ins Visier nimmt.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.821,32 (+0,39 Prozent)

MDAX: 9.181,51 (-0,55 Prozent)

Tagesgewinner: Deutsche Postbank, Infineon, Continental

Tagesverlierer: Linde, MAN, Henkel

Unternehmensnachrichten:

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) verbuchte im ersten Quartal einen operativen Ergebnisanstieg. Wie der Konzern heute erklärte, verbesserte sich das operative Ergebnis im Vorjahresvergleich um 24 Prozent. Für das Gesamtjahr ist der Vorstand unverändert zuversichtlich, an das gute operative Ergebnis des Vorjahres anknüpfen zu können und strebt eine weitere Verbesserung an.

Die zum Technologiekonzern Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) gehörende Tochter Qimonda AG (ISIN US7469041013/ WKN A0KEAT) plant eine Kooperation mit der japanischen Elpida Memory Inc. (ISIN JP3167640006/ WKN A0DK2L). Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, haben Qimonda und Elpida Memory eine Absichtserklärung für eine Technologiepartnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung von DRAM-Speicherchips unterzeichnet. Entsprechend der heutigen Unterzeichnung der Absichtserklärung planen Qimonda und Elpida, die Verhandlungen zu gegebener Zeit mit einer definitiven Vereinbarung abzuschließen, hieß es weiter.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF SE (ISIN DE0005151005/ WKN 515100) gab heute bekannt, dass er in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 seinen Erfolgskurs mit einem Quartalsrekord fortgesetzt hat und zuversichtlich auf die kommenden Monate blickt. Der Umsatz erhöhte sich demnach um fast 9 Prozent Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter stieg um 13 Prozent. "Der gute Start im ersten Quartal bestätigt unseren positiven Ausblick für 2008. Bei Annahme eines unveränderten Portfolios streben wir im Jahr 2008 an, den Umsatz zu steigern und das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen leicht zu verbessern", so der Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Hambrecht.

Die Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) konnte Umsatz und Ergebnis aus dem fortzuführenden Geschäft im ersten Quartal 2008 verbessern. Wie der Pharmakonzern heute mitteilte, wuchs der Konzernumsatz um 2,4 Prozent. Währungs- und portfoliobereinigt lag das Plus bei 6,9 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen kletterte um 8,9 Prozent. Nach Sondereinflüssen erhöhte sich das EBIT um 14,3 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern aus dem fortzuführenden Geschäft stieg von um 16 Prozent. Bayer plane weiterhin, den Konzernumsatz währungsbereinigt um etwa 5 Prozent zu erhöhen, das EBITDA vor Sondereinflüssen zu steigern und die bereinigte EBITDA-Marge weiter zu verbessern. Auch das Margenziel für 2009 wurde bestätigt: Für den Konzern plant Bayer eine Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge auf über 22 Prozent.

Aktuellen Presseberichten zufolge lotet die Deutsche Bahn AG die Übernahme des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) aus. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" am Mittwochabend in ihrer Onlineausgabe. Nach Informationen der FTD sind bislang nur die Konzernspitzen mit den Plänen vertraut. Hauptziel ist es, für die Containerschiff-Sparte Hapag-Lloyd eine "deutsche Lösung" zu finden, so die Zeitung weiter. Den Angaben zufolge wollen deutsche Spitzenmanager und Wirtschaftspolitiker einen Ausverkauf der Reederei Hapag-Lloyd an Ausländer verhindern.

Aktuellen Presseberichten zufolge geraten die Pläne der Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) beim griechischen Konkurrenten Hellenic Telecommunications Organisation S.A. (OTE) (ISIN GRS260333000/ WKN 903465) einzusteigen ins Wanken. Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise schrieb, verliefen die Gespräche mit der Athener Regierung sehr schwierig. Während die Deutsche Telekom die Managementkontrolle beansprucht, um OTE auch ohne den Erwerb der Mehrheit in ihrer Bilanz konsolidieren zu können, verlangen die Griechen als größter Einzelaktionär dagegen weitreichende Mitspracherechte.

Die RHÖN-KLINIKUM AG (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) legte ihren Zwischenbericht zum Ende des ersten Quartals 2008 vor und verkündete einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Wie der Klinikkonzern heute erklärte, wuchsen die Umsatzerlöse um gut 3 Prozent. . Ferner erhöhte sich der Konzerngewinn um 17,5 Prozent. "Wir sind optimistisch und gehen mit breiten Schultern in das Geschäftsjahr 2008", erklärte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Pföhler. "Ohne Berücksichtigung möglicher Übernahmen weiterer Krankenhäuser rechnen wir mit Umsatzerlösen in Höhe von knapp unter 2,1 Mrd. Euro und einem Konzerngewinn in Höhe von 123 Mio. Euro."

Die Wincor Nixdorf AG (ISIN DE000A0CAYB2/ WKN A0CAYB) verbuchte im zweiten Quartal dank der starken Entwicklung in Asien und den USA einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Wie der Spezialist für IT-Lösungen im Filialgeschäft von Banken und Handel heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 8 Prozent. Der Periodenüberschuss verbesserte sich um 21 Prozent. "Wir gehen unverändert von einem Plus beim Umsatz von 8 Prozent und beim operativen Ergebnis von 10 Prozent aus", bekräftigte Vorstandsvorsitzenden Eckard Heidloff die Erwartungen für das Gesamtgeschäftsjahr.

Die MTU Aero Engines Holding AG (ISIN DE000A0D9PT0/ WKN A0D9PT) verbuchte im ersten Quartal dank erfolgreich umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen einen Ergebnisanstieg. Wie der Triebwerkshersteller heute erklärte, sank der Gesamtumsatz um 1,7 Prozent. Ohne die Berücksichtigung des schwachen Dollars verzeichnete der Konzern ein Umsatzplus von 10 Prozent. Das Nachsteuerergebnis konnte mehr als verdoppelt werden. Dabei war im Vorjahreszeitraum noch eine einmalige Belastung enthalten. Bereinigt um diese Belastung wurde ein Anstieg beim Nachsteuerergebnis von 40 Prozent ausgewiesen.

Der Motorenhersteller Thielert AG (ISIN DE0006052079/ WKN 605207) gab am Mittwochabend bekannt, dass der Aufsichtsrat heute die Bestellung der Vorstände Frank Thielert und Roswitha Grosser aus wichtigem Grund widerrufen und deren Anstellungsverträge außerordentlich gekündigt hat. Grundlage dafür sind unter anderem Erklärungen des Vorstands und Informationen, die der Aufsichtsrat vom Landeskriminalamt Hamburg im Rahmen laufender Ermittlungsverfahren gegen Vorstände von Thielert erhalten hat. Den Angaben zufolge ist davon auszugehen, dass die Jahresabschlüsse 2003 bis 2005 wahrscheinlich fehlerhaft und möglicherweise nichtig sind. Aktionäre, die Thielert ihre Unterstützung bei der Umsetzung des geplanten Sanierungskonzepts unter bestimmten Bedingungen zugesagt hatten, haben dem Unternehmen mitgeteilt, dass sie dazu nicht mehr bereit sind. Das Maßnahmenpaket zur Behebung der Liquiditätskrise kann deshalb nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden.

Der Finanzinvestor Apax nimmt einem Pressebericht zufolge erneut den Luxusgüterkonzern ESCADA AG (ISIN DE0005692107/ WKN 569210) ins Visier. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise berichtet, laufen seit dieser Woche erneut eingehende Gespräche - jedoch nicht mit dem ESCADA-Vorstand, sondern mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko. Eine Einigung stehe im Raum, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person gemäß der Wirtschaftszeitung. Wie es zudem aus Branchenkreisen hieß, wolle Aksenenko nicht aussteigen. Der russische Investor hält mehr als 26 Prozent an dem Konzern. (24.04.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Infineon Technologies 6,6 +2,0%
Qimonda 2,8 +8,0%
BASF SE 89,9 +1,2%
Bayer 55,9 -0,2%
TUI 17,6 +0,9%
Deutsche Telekom 12,0 +1,4%
RHÖN-KLINIKUM 20,6 +0,1%
Wincor Nixdorf 50,0 +0,9%
MTU Aero Engines 30,2 -0,8%
Thielert 0,5 -0,6%
ESCADA 12,9 +1,2%

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