13.06.2008 18:05
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DAX Schluss: Freundlicher Wochenausklang nach positiven US-Vorgaben, Commerzbank und Allianz im Blick

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach anfänglichen Verlusten hat sich der DAX letztendlich mit einem Plus von 0,76 Prozent auf 6.765,32 Indexpunkte in das Wochenende verabschiedet. Beim MDAX war ein Aufschlag von 0,51 Prozent auf 9.573,85 Zähler auszumachen.

Schützenhilfe kam dabei aus den USA. Nach positiv aufgenommenen Konjunkturdaten ist die Wall Street fester in den Handel gestartet. Zum Xetra-Schluss lag der Standardwerteindex Dow Jones mit 1,1 Prozent im Plus, der NASDAQ Composite sogar mit 1,8 Prozent. Die am Nachmittag in den USA vorgestellten Inflationsdaten fielen im Großen und Ganzen wie erwartet aus. Der unerwartet starke Rückgang der Verbraucherstimmung wurde mit Blick auf die kommende Sitzung der Fed ebenfalls positiv gewertet. Deutlich schwächer präsentierte sich der Euro, nachdem ein Referendum über den EU-Reformvertrag in Irland offenbar gescheitert ist.

Finanzwerte standen dabei erneut im Blick. Einem Pressebericht zufolge gewährt die Allianz mehreren Interessenten Einblick in die Bücher der Dresdner Bank. Dabei kristallisiere sich ein Zusammengehen zwischen Commerzbank und Dresdner Bank als mögliche Lösung heraus, wobei ein Komplettausstieg der Allianz als sehr unwahrscheinlich gelte. Am Markt kam der Bericht offenbar gut an. Papiere der Commerzbank kletterten an der DAX-Spitze um 5,9 Prozent, Titel der Allianz folgten dahinter mit einem Plus von 4,1 Prozent. Für die Aktie von Siemens ging es nach einer positiven Analystenstudie um 2,7 Prozent nach oben.

Belastet von negativen Analystenstimmen verloren Anteilsscheine von BMW 0,3 Prozent. Daimler und Volkswagen schlossen dagegen leicht im Plus. Laut Angaben des europäischen Automobilverbandes ACEA sind die Pkw-Neuzulassungen in Europa im Mai kräftig gesunken.

RWE gaben 0,7 Prozent ab. Der Energieversorger hat sich Presseangaben zufolge ein neues mittelfristiges Sparziel gesetzt. So sollen die Kosten bei dem Energiekonzern bis 2012 um 1 Mrd. Euro gesenkt werden. Am Indexende fielen allerdings ThyssenKrupp um 2,5 Prozent zurück. Daneben trennten sich die Anleger verstärkt von der Deutschen Börse und MAN.

Im MDAX bildeten GILDEMEISTER mit -3,3 Prozent das Schlusslicht. Celesio legten an der Indexspitze 5 Prozent zu.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.765,32 (+0,76 Prozent)

MDAX: 9.573,85 (+0,51 Prozent)

Tagesgewinner: Commerzbank, Allianz, Siemens

Tagesverlierer: ThyssenKrupp, Deutsche Börse, MAN

Unternehmensnachrichten:

Presseangaben zufolge gewährt der Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) mehreren Interessenten Einblick in die Bücher der Dresdner Bank. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagsausgabe) berichtet, hat Allianz-Vorstandsmitglied Paul Achleitner eine Art inoffizielle Auktion für die Dresdner Bank gestartet. Mit von der Partie seien u.a. die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) und die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000). Ein Komplettausstieg der Allianz gelte jedoch als sehr unwahrscheinlich. Der Zeitung zufolge kristallisiert sich ein Zusammengehen zwischen Commerzbank und Dresdner Bank als mögliche Lösung heraus. Beide Parteien sprechen seit Wochen über eine mögliche Verbindung und treten gemeinsam als Interessenten für die eventuell zum Verkauf stehenden Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) auf, hieß es.

Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) hat sich Presseangaben zufolge ein neues mittelfristiges Sparziel gesetzt. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 10/2008) berichtet, sollen die Kosten beim zweitgrößten deutschen Energiekonzern bis 2012 um 1 Mrd. Euro gesenkt werden. Das wolle der neue Konzernchef Jürgen Großmann im August offiziell verkünden. Bisher sei angestrebt worden, die Kosten bis 2010 um lediglich 600 Mio. Euro zu verringern. Darüber hinaus will Großmann den Börsenwert von RWE innerhalb seiner Amtszeit auf rund 100 Mrd. Euro bringen und damit mehr als verdoppeln, hieß es weiter.

Der Automobilhersteller Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) meldete heute, dass er bis zum Jahr 2012 über 1 Mrd. Dollar in den USA investiert. Den Angaben zufolge wird die US-Zentrale in Woodcliff Lake (New Jersey) für 100 Mio. Dollar erweitert. Wie die BMW Group mitteilte, investiert sie weitere 170 Mio. Dollar bis Ende des Jahres in zwei neue regionale Teile-Distributionszentren in Pennsylvania und Illinois. Bereits im März 2008 hatte der Konzern die Investition von 750 Mio. Dollar für den Ausbau des Werks Spartanburg (South Carolina) angekündigt. Damit steigt die Kapazität bis 2012 von 160.000 auf 240.000 Einheiten.

Der Logistikkonzern Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) beabsichtigt einem Pressebericht zufolge, sein eigenes Filialnetz aufzugeben. Wie das Bielefelder "Westfalen-Blatt" unter Berufung auf einen Postsprecher schreibt, will sich der Konzern bis Ende 2011 komplett von seinem eigenen Filialnetz trennen. Geplant sei die Umwandlung der rund 800 eigenen Filialen in so genannte Postagenturen. Von diesen Plänen seien über 2.000 Mitarbeiter betroffen, es soll jedoch keine Entlassungen geben, hieß es weiter.

Die Balda AG (ISIN DE0005215107/ WKN 521510), die komplette Baugruppen aus Kunststoff, Metall und Elektronikkomponenten sowie Touch-Sensoren entwickelt und produziert, meldete heute, dass ihre Gespräche mit Banken und mehreren Investoren über die Neuordnung der Finanzierungsstruktur, insbesondere zur Ablösung der Konsortial- und Schuldscheingläubiger, in den nächsten Wochen fortgeführt werden. Neben den vorliegenden Angeboten zur Ablösung der Banken, an denen Balda mitgewirkt hat, kommt nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Joachim Gut "für die Banken unter bestimmten Bedingungen auch eine Verlängerung ihres Engagements in Betracht". Der Balda-Vorstand ist davon überzeugt, dass das Stillhalteabkommen ausreichend verlängert werden wird, um in diesem zeitlichen Rahmen die Verhandlungen über die Refinanzierung erfolgreich abschließen zu können. (13.06.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Allianz SE 114,2 +0,3%
Commerzbank 20,2 -2,2%
Deutsche Bank 58,2 -0,1%
RWE 73,5 +0,3%
Bayerische Motoren Werke 28,3 -0,7%
Deutsche Post 16,0 +1,1%
Balda 1,6 -3,0%
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Unverändert




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