23.06.2008 18:01
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DAX Schluss: Gut behauptet, Postbank auf Talfahrt, Siemens deutlich fester

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Aktienindizes haben zum Wochenauftakt unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. Während der DAX trotz des unerwartet starken Rückgangs des ifo Geschäftsklimaindex für Juni 0,17 Prozent auf 6.589,46 Indexpunkte zulegen konnte, verlor der MDAX nach einem festen Auftakt letztendlich 1,44 Prozent auf 9.365,34 Zähler. Die US-amerikanischen Börsen sind am Nachmittag mit Gewinnen in den Handel gestartet. Zum Xetra-Schluss lagen aber Dow Jones, S&P 500 sowie NASDAQ Composite in der Verlustzone.

Papiere des Industriekonzerns Siemens, der im Bereich Umwelt in den kommenden Jahren von deutlichen Zuwachsraten ausgeht, gewannen im oberen Indexdrittel 1,5 Prozent. An der DAX-Spitze rückten Bayer um 2 Prozent vor. Der Konzern kündigte heute weitere Investitionen in Brasilien an. Daneben gingen MAN mit +0,6 Prozent aus dem Handel. Laut einem Zeitungsartikel bereitet der Konzern den Verkauf der in den Bereichen Anlagenbau- und Industriedienstleistungen tätigen Tochter Ferrostaal vor.

Finanzwerte standen ebenfalls im Blick. Titel der HRE gaben 0,8 Prozent ab. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot für knapp 25 Prozent der Anteilsscheine des Immobilienfinanzierers durch den Finanzinvestor JC Flowers läuft heute ab. Papiere der Allianz gingen knapp behauptet aus der Sitzung. Einem Pressebericht zufolge hat die britische Bankgesellschaft Lloyds TSB eine nicht bindende Offerte für die zur Allianz gehörende Tochter Dresdner Bank abgegeben. Titel der Commerzbank, die ebenfalls an der Dresdner Bank interessiert ist, gewannen nach einer positiven Analysteneinschätzung 1,6 Prozent.

Auf der anderen Seite knickten Papiere der Deutschen Postbank nach einer negativen Analystenstudie um 6,2 Prozent ein. Spürbar unter Druck standen mitunter auch die Deutsche Lufthansa, Infineon und Daimler.

Größter Verlierer im MDAX waren EADS mit -5,2 Prozent. Nur knapp dahinter folgten HUGO BOSS und Heidelberger Druck. Die Aktie des Modekonzerns ESCADA legte im SDAX trotz einer Ergebniswarnung leicht zu. Dagegen setzten Air Berlin den steilen Abwärtstrend der vergangenen Wochen fort und gaben knapp 8 Prozent ab. Papiere des MDAX-Absteigers ARQUES verloren mehr als 9 Prozent. Dagegen profitierten SKW von einem Großauftrag des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. Hier ging es um 0,4 Prozent nach oben.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.589,46 (+0,17 Prozent)

MDAX: 9.365,34 (-1,44 Prozent)

Tagesgewinner: Bayer, Deutsche Telekom, Deutsche Börse

Tagesverlierer: Deutsche Postbank, Deutsche Lufthansa, Infineon

Unternehmensnachrichten:

Die Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) will insgesamt rund 100 Mio. Euro in Brasilien investieren. Partnerunternehmen haben darüber hinaus Investitionen in Höhe von weiteren 55 Mio. Euro angekündigt, teilte der Konzern weiter mit. Durch die Projekte von Bayer und den Partnerfirmen entstehen 800 neue Arbeitsplätze in der Region Belford Roxo - zusätzlich zu den derzeit 2.000 Arbeitsplätzen an diesem Standort.

Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) geht im Bereich Umwelt in den kommenden Jahren von deutlichen Zuwachsraten aus. Wie der Konzern heute erklärte, soll der Umsatz mit Produkten und Lösungen zum besonderen Schutz von Umwelt und Klima im Jahr 2011 einen Wert von 25 Mrd. Euro erreichen. Im Jahr 2007 generierte Siemens eigenen Angaben zufolge in diesem Bereich Umsatzerlöse von rund 17 Mrd. Euro, was nahezu einem Viertel des gesamten Konzernumsatzes im vergangenen Fiskaljahr entspricht.

Der Chemiekonzern BASF SE (ISIN DE0005151005/ WKN 515100) hat mit dem US-Agrarkonzern Monsanto Co. (ISIN US61166W1018/ WKN 578919) eine neue Kooperationsvereinbarung geschlossen. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, haben beide Unternehmen einen Vertrag über eine neue Fungizid-Saatgutbeize für Sojabohnen in den USA vereinbart. Der Vertrag überträgt Monsanto die ausschließlichen Rechte an der Vermarktung der neuen Fungizid-Saatgutbehandlung im Sojaanbau. Weitere Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) plant einem Pressebericht zufolge weitere Zukäufe. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, sieht der Finanzvorstand der führenden deutschen Fluglinie Stephan Gemkow im derzeitigen Umfeld gute Chancen, um Optionen für mögliche Zukäufe zu prüfen. In Zusammenhang mit den deutlich gestiegenen Ölpreisnotierungen äußerte sich Gemkow optimistisch, das operative Ergebnis des Vorjahres zu schaffen. Die Prognose, das operative Ergebnis von knapp 1,4 Mrd. Euro zu erreichen, stammt von Ende März, als der Preis für ein Barrel Rohöl noch 30 Dollar weniger gekostet hat als heute.

Die britische Bankgesellschaft Lloyds TSB Group plc (ISIN GB0008706128/ WKN 871784) hat einem Pressebericht zufolge eine nicht bindende Offerte für die zur Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörende Tochter Dresdner Bank abgegeben. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" laufen bereits seit mehreren Wochen Verhandlungen zwischen dem Allfinanzkonzern und der britischen Großbank über einen Verkauf der Dresdner Bank-Aktivitäten. Den Angaben zufolge haben die Briten bereits ein unverbindliches Kaufangebot abgegeben. Wie es weiter heißt, sei die Allianz bereit, erhebliche Abschreibungen bei einem Verkauf hinzunehmen. Derzeit werde die Dresdner Bank mit 12 Mrd. Euro in den Büchern der Allianz stehen, während ein realistischer Verkaufswert eher bei 8 Mrd. Euro liegen dürfte, so das Magazin.

Die MAN AG (ISIN DE0005937007/ WKN 593700) bereitet einem Pressebericht zufolge den Verkauf der in den Bereichen Anlagenbau- und Industriedienstleistungen tätigen Tochter Ferrostaal vor. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet, hat der Industriekonzern die Investmentbank Goldman Sachs Group Inc. (ISIN US38141G1040/ WKN 920332) mit der Suche nach geeigneten Kaufinteressenten für die Sparte beauftragt. Durch den Verkauf der Traditionssparte würde sich für MAN die Chance ergeben, seine Struktur rasch zu vereinfachen, sollte es zu einer Dreierallianz zwischen den Lkw-Herstellern Volkswagen AG (VW) (ISIN DE0007664005/ WKN 766400), MAN und Scania AB (ISIN SE0000308272/ WKN 899845) kommen.

Der Finanzinvestor JC Flowers hält kurz vor Ablauf des freiwilligen Übernahmeangebots für knapp 25 Prozent der Anteilsscheine der Hypo Real Estate Holding AG (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) mehr als 18 Prozent an dem Immobilienfinanzierer. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, wurden bis zum 20. Juni 17.00 Uhr 18,54 Prozent der Anteilsscheine der Hypo Real Estate angedient. Die Annahmefrist läuft am heutigen Montag um 24.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit aus. JC Flowers hatte am 23. Mai dieses Jahres ein Übernahmeangebot in Höhe von 22,50 Euro je Aktie der Hypo Real Estate vorgelegt. Die Mindestannahmeschwelle, damit die Offerte zustande kommt, liegt bei 20 Prozent.

Die SKW Stahl-Metallurgie GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG (ISIN DE000SKWM013/ WKN SKWM01), hat mit der zum Stahlkonzern ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) gehörenden ThyssenKrupp CSA (Brasilien) eine Vereinbarung über einen Zehnjahres-Liefervertrag für Calciumcarbid-basierte Entschwefelungsgemische (CaD) geschlossen. Wie der im SDAX notierte Spezialchemiekonzern heute mitteilte, wird man das derzeit im Bau befindliche brasilianische Werk des Stahlkonzerns beliefern. Zu diesem Zweck wird SKW Metallurgie in unmittelbarer Nähe von ThyssenKrupp in der Region Rio de Janeiro (Brasilien) ein eigenes Werk für die Produktion von Calciumcarbid-basierten Entschwefelungsgemischen bauen. Der Vertrag deckt mindestens 75 Prozent des jährlichen CaD-Bedarfs von ThyssenKrupp CSA in Brasilien ab. Der voraussichtliche Produktionsbeginn soll parallel zur Inbetriebnahme des Stahlwerks in 2009 erfolgen. Den weiteren Angaben zufolge verläuft das zweite Quartal bislang sehr positiv.

Der Modekonzern ESCADA AG (ISIN DE0005692107/ WKN 569210) hat am Freitag eine Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2007/08 veröffentlicht. Den Angaben zufolge ist das Marktumfeld für den Konzern in den vergangenen Wochen nochmals schwieriger geworden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen passt ESCADA die Umsatz- und Ergebniserwartung für das Geschäftsjahr 2007/08 an: Anstatt eines Konzernergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von ca. 51 Mio. Euro erwartet der Vorstand ein EBITDA von rund 37 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern wird aus heutiger Sicht einen negativen Wert aufweisen. Beim Konzernumsatz 2007/08 erwartet ESCADA ein Rückgang um einen niedrigeren zweistelligen Prozentsatz. (23.06.2008/ac/n/m)

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