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DAX Schluss: Im Höhenflug, Postbank-Titel schließen deutlich schwächer
Papiere der Deutschen Postbank sackten am Indexende um 2,2 Prozent ab. Einem Pressebericht zufolge könnte der Verkauf des Konzerns möglicherweise an überzogenen Preisvorstellungen der Konzernmutter Deutsche Post (-0,5 Prozent) scheitern. Dagegen gewannen Titel der Deutschen Bank 0,6 und Anteilsscheine der Commerzbank 0,5 Prozent. Am Morgen litt der Sektor noch unter einem Presseartikel, wonach der weltweit zweitgrößte Hedge-Fonds Bridgewater erwartet, dass sich die weltweiten Verluste der Finanzinstitute in Zusammenhang mit der Kreditkrise auf 1,6 Bio. Dollar ausweiten könnten.
Daneben legten Daimler 1,3 Prozent zu. Der Stuttgarter Autobauer hat zuvor den Bau eines Lkw-Werks in Südindien angekündigt. BMW schlossen mit 1,2 Prozent im Plus. Die Münchener konnten im ersten Halbjahr einen Absatzanstieg vorweisen. Im Juni verzeichnete BMW allerdings einen Rückgang der weltweiten Fahrzeugabsätze. Bayer verfestigten sich als Spitzenreiter um 4,1 Prozent. Kräftige Gewinne waren mitunter auch bei Siemens, Continental und Henkel auszumachen. Beflügelt von der aufgekommenen Diskussion um den geplanten Atomausstieg legten auch E.ON und RWE deutlich zu. Papiere der Deutschen Lufthansa stiegen nach der jüngsten Entspannung beim Ölpreis um 2,1 Prozent.
Im MDAX zogen Wincor Nixdorf um 4,4 Prozent an. Presseangaben zufolge hat der Geldautomatenhersteller seine Ziele für das Gesamtjahr bestätigt und peilt eine Dividendenerhöhung an. Dagegen stachen Fresenius mit einem satten Abschlag von gut 9 Prozent ins Auge. Der Gesundheitskonzern gab zuvor bekannt, dass Fresenius Kabi Verträge zum Erwerb des amerikanischen Generikaherstellers APP Pharmaceuticals unterzeichnet hat. Der Barkaufpreis einschließlich aller Wandlungs- und Optionsrechte beträgt vor einer Erfolgsbeteiligung rund 3,7 Mrd. Dollar. Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 traf es nach negativen Analystenkommentaren noch härter. Letztendlich verlor der Wert 11,7 Prozent.
Für Air Berlin ging es im SDAX um 4,8 Prozent nach unten. Die Fluggesellschaft meldete heute, dass sie im Juni mehr Passagiere befördert hat. Anteilsscheine des Online-Brokers comdirect bank gaben nach der Vorlage der Orderzahlen für Juni 0,4 Prozent ab. An der Spitze sprangen ARQUES um rund 20 Prozent. Papiere des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen zogen um 12,8 Prozent an. Wie heute bekannt wurde, hat der First Eagle Overseas Fund seine Beteiligung an dem Unternehmen auf mehr als 5 Prozent ausgebaut.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.395,75 (+1,97 Prozent)
MDAX: 8.590,33 (+1,30 Prozent)
Tagesgewinner: Bayer, E.ON, Siemens
Tagesverlierer: Deutsche Postbank, Deutsche Post
Unternehmensnachrichten:
Der deutsche Computerkonzern Fujitsu Siemens Computers (FSC), ein Joint Venture der japanischen Fujitsu Ltd. (ISIN JP3818000006/ WKN 855182) und der Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610), sieht eine deutliche Eintrübung des Geschäfts mit Informationstechnologie (IT). Das zum 30. Juni abgelaufene Quartal sei "sehr schwierig" gewesen, sagte FSC-Chef Bernd Bischoff gegenüber der Wirtschaftszeitung "EURO am Sonntag". Auch das laufende Quartal verspreche laut dem Manager "keine Besserung". Zur Begründung verwies Bischoff auf die anhaltende Dollar-Schwäche und den scharfen Preisverfall. Angesichts dieser Entwicklung stellte Bischoff die Prognose für das laufende Jahr in Frage.
Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) hat heute den Bau eines Lkw-Werks in Südindien angekündigt. Demnach hat das vor wenigen Wochen zwischen der indischen Hero Group und der Daimler AG gegründete Joint Venture Daimler Hero Commercial Vehicles (DHCV) diese Woche die Verhandlungen über seinen zukünftigen Produktionsstandort abgeschlossen. Die Entscheidung fiel zugunsten der Stadt Chennai. Die an der Ostküste Südindiens liegende Metropole ist die viertgrößte Stadt Indiens und die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu. Ab 2010 sollen am Standort zunächst bis zu 70.000 Lkw hergestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist auch die Produktion von Lastwagen für Exportmärkte mit ähnlichen Produktanforderungen wie im indischen Markt geplant, teilte der Konzern weiter mit.
Der Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) konnte im ersten Halbjahr einen Absatzanstieg vorweisen. Wie der Automobilkonzern heute erklärte, wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt 764.874 Automobile der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce abgesetzt, was im Vergleich zum Vorjahreswert von 730.285 Pkw einem Plus von 4,7 Prozent entspricht. Wie der Münchner Autobauer weiter ausführte, konnte man sich trotz des erfolgreichen ersten Halbjahres den schwierigen wirtschaftlichen Entwicklungen in wichtigen Einzelmärkten wie beispielsweise den USA oder Japan nicht gänzlich entziehen. Demnach verzeichnete BMW im Juni einen Rückgang der weltweiten Fahrzeugabsätze von 2,8 Prozent.
Die zum Stahlkonzern ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) gehörende Tochter Uhde hat vom norwegischen Düngemittelhersteller Yara International ASA (ISIN NO0010208051/ WKN A0BL7F) einen Auftrag erhalten. Wie aus einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, wurde Uhde mit der Planung und Errichtung einer großen Harnstoff-Anlage am Produktionsstandort der Yara-Tochter Yara Sluiskil B.V in Sluiskil beauftragt. Den Angaben zufolge investiert Yara Sluiskil insgesamt 400 Mio. Euro in das Gesamtprojekt, welches nicht nur die neue Harnstoff-Anlage, sondern auch wichtige Modernisierungsmaßnahmen der bestehenden Einrichtungen, wie die Granulierungsanlage, die Anlage zur Herstellung von Flüssigdünger, das Dampfsystem, etc. beinhaltet. Mit einer Produktionsleistung von 3.500 Tonnen Harnstofflösung pro Tag zählt die Harnstoff-Anlage zu den größten dieser Art und wird 2011 in Betrieb gehen.
Der Verkauf der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) könnte einem Pressebericht zufolge möglicherweise an überzogenen Preisvorstellungen der Konzernmutter Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) scheitern. Wie die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Kreise des Bundesfinanzministeriums berichtet, sieht die Post den Wert ihrer Banktochter bei mehr als 10 Mr. Euro. Die bisherigen unverbindlichen Gebote lägen aber zwischen 8 und 9 Mrd. Euro. Laut dem Bericht besteht der Aufsichtsrat jedoch auf einem zweistelligen Milliardenangebot, was jedoch jenseits der Gebote der Kaufinteressenten liegt. Zudem soll es bei der Post zunehmend Bedenken geben, die stabile Finanztochter abzugeben, weil das Kerngeschäft Logistik wegen des hohen Ölpreises unter Druck gerät. Die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) sei den Angaben zufolge nach wie vor an einem Kauf interessiert, will jedoch keinesfalls mehr als 10 Mrd. Euro bezahlen. Aus dem Rennen um die Postbank ausgeschieden sei hingegen die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200), die sich künftig auf eine Fusion mit der zur Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörenden Tochter Dresdner Bank konzentrieren wolle.
Der Gesundheitskonzern Fresenius SE (ISIN DE0005785638/ WKN 578563) gab heute bekannt, dass Fresenius Kabi Verträge zum Erwerb der APP Pharmaceuticals Inc. (ISIN US00202H1086/ WKN A0M7Z7) unterzeichnet hat. APP ist einer der führenden nordamerikanischen Hersteller von intravenös verabreichten generischen Arzneimitteln. Der Barkaufpreis für alle ausstehenden Aktien des Unternehmens einschließlich aller Wandlungs- und Optionsrechte beträgt vor der Erfolgsbeteiligung rund 3,7 Mrd. Dollar. Fresenius erwartet, dass sich die Akquisition entsprechend dem Finanzierungsplan im ersten Jahr neutral und ab dem zweiten Jahr deutlich positiv auf das Ergebnis pro Aktie auswirken wird.
Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf AG (ISIN DE000A0CAYB2/ WKN A0CAYB) hat seine Ziele für das Gesamtjahr bestätigt und peilt eine Dividendenerhöhung an. "Wir halten an unserer Ausschüttungspolitik fest. Eine Anhebung ist deshalb durchaus vorstellbar", sagte Vorstandschef Eckard Heidloff der "WirtschaftsWoche". Trotz der im Zwischenbericht genannten eingetrübten Rahmenbedingungen ist Heidloff überzeugt, die angestrebten Ergebnisse zu erreichen. "Wir sind sicher, dass wir wie geplant 8 Prozent mehr Umsatz und ein Plus im operativen Ergebnis von 10 Prozent schaffen. Bisher haben wir immer geliefert." Dabei nannte der Vorstandschef die Erwartungen der Analysten, die beim Ergebnis je Aktie sogar ein Plus von 15 Prozent erwarten, realistisch: "Der Anstieg des Gewinns nach Steuern und Zinsen wird in der Tat höher ausfallen als der Zuwachs im Betriebsergebnis", so der Manager.
Die Fluggesellschaft Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) meldete heute, dass sie im Monat Juni 2008 insgesamt 2.704.655 Passagiere (Vorjahr: 2.706.088) befördert hat. Die Auslastung der Flugzeuge war mit 80,9 Prozent um 0,7 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Der Umsatz pro angebotenem Sitzplatzkilometer (ASK) erhöhte sich im Juni 2008 um 9 Prozent von 4,88 auf 5,32 Cent, hieß es.
Der Online-Broker comdirect bank AG (ISIN DE0005428007/ WKN 542800) konnte die Zahl der Wertpapierorders im Monat Juni steigern. Wie der Konzern heute erklärte, lag die Zahl der abgewickelten Transaktionen im Berichtsmonat bei 637.373, nach 614.833 im Mai. Die Kundenzahl der comdirect bank erhöhte sich im Juni auf 1.213.718 (Mai: 1.177.590). Ende Juni wurden 665.368 Wertpapierdepots geführt (Mai: 662.632). Die Zahl der Girokonten stieg auf 368.376 (Mai: 362.757), die Zahl der Tagesgeld PLUS Konten auf 647.798 (Mai: 616.753). Wie der Online-Broker weiter ausführte, verringerte sich das betreute Kundenvermögen im Vergleich zum Vormonat von 22,04 Mrd. Euro auf 21,72 Mrd. Euro. (07.07.2008/ac/n/m)
| 06.10.2008 | Siemens overweight | Morgan Stanley | |
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