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DAX Schluss: Knapp behauptet, Deutsche Post gesucht, RWE etwas schwächer
Papiere der Deutschen Post knüpften nahtlos an die starke Vortagesentwicklung an und gewannen am Tag nach den Zahlen 2,7 Prozent. Daneben kletterten die Deutsche Postbank um 3 Prozent und Henkel um 2,4 Prozent. Die Aktie von TUI stieg um 0,5 Prozent. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern konnte seinen Umsatz im ersten Quartal steigern, während das Konzernergebnis deutlich rückläufig war.
Infineon gewannen 0,6 Prozent. Hier stützte ein Pressebericht, wonach der russische Mischkonzern Sistema Interesse für den Chiphersteller bekundet. Leicht grüne Vorzeichen prägten das Bild auch bei der Commerzbank. Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns äußerte sich im Rahmen der heutigen Hauptversammlung trotz der schwelenden Finanzkrise vorsichtig optimistisch bezüglich der Ergebnisentwicklung im laufenden Fiskaljahr.
Für RWE ging es hingegen um 0,4 Prozent nach unten. Der Energieversorger gab zuvor bekannt, dass seine Ertragslage im ersten Quartal stärker als im Vorjahr durch regulatorische Maßnahmen belastet war. Das betriebliche Ergebnis sei daher zurückgegangen. Dennoch bestätigte das Unternehmen den im Februar veröffentlichten Ergebnisausblick für 2008 mit Ausnahme des Nettoergebnisses. Ungeachtet eines 1,4 Mrd. Euro schweren Großauftrags für den Bereich Bahntechnik gaben Siemens leicht ab. Am Indexende verloren Bayer 1,7 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass der Pharmakonzern das Herzmedikament Trasylol vom US-Markt nimmt.
In der zweiten Reihe sprangen Anteilsscheine des Baukonzerns HOCHTIEF, dessen Gewinn im abgelaufenen Quartal kräftig gestiegen ist, um mehr als 6 Prozent. Titel der Hafengesellschaft HHLA gewannen 4 Prozent. Der profitable Wachstumskurs des Konzerns hat sich auch im ersten Quartal fortgesetzt. Titel von Premiere legten nach anfänglichen Verlusten 1,6 Prozent zu. Der Bezahlfernsehsender ist im vergangenen Vierteljahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Ebenfalls nach Zahlen gaben Salzgitter gut 3 Prozent, Arcandor 2,9 Prozent und KlöCo 1,5 Prozent ab.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 7.081,05 (-0,03 Prozent)
MDAX: 9.871,31 (+0,57 Prozent)
Tagesgewinner: Deutsche Postbank, Deutsche Post, Henkel
Tagesverlierer: Bayer, MAN, Münchener Rück
Unternehmensnachrichten:
Der Pharmakonzern Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) nimmt das Herzmedikament Trasylol vom US-Markt. Wie aus einer Pressemitteilung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA hervorgeht, hat die Bayer-Tochter Bayer HealthCare Pharmaceuticals Inc. die Gesundheitsbehörde darüber informiert, dass man die Restbestände des Medikaments zurückziehen werde. In einer zuvor durchgeführten klinischen Studie wurde ein deutlich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei der Anwendung von Trasylol im Vergleich zu zwei anderen Präparaten festgestellt. Trasylol wurde bei Herzoperationen eingesetzt, um einen übermäßigen Blutverlust zu vermeiden.
Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) äußerte sich im Rahmen der Hauptversammlung heute trotz der schwelenden Finanzkrise vorsichtig optimistisch bezüglich der Ergebnisentwicklung im laufenden Fiskaljahr. "Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen. Aber wir bleiben ehrgeizig", erklärte der Vorstandschef im Rahmen der Aktionärsversammlung. In Anbetracht der weiter unsicheren Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten und den Folgen der Subprime-Krise wollte Müller jedoch keine Prognosen für das laufende Fiskaljahr abgeben. Die Commerzbank befindet sich nach Einschätzung von Müller weiter auf einem guten Weg und wird gestärkt aus der globalen Finanzkrise hervorgehen. In diesem Zusammenhang wurde das Ziel einer mittelfristigen Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent bestätigt.
Der Energieversorger RWE AG (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) gab heute bekannt, dass seine Ertragslage im ersten Quartal 2008 stärker als im Vorjahr durch regulatorische Maßnahmen belastet war. Zudem habe der Energiehandel erwartungsgemäß nicht das sehr gute Vorjahresergebnis erreicht. Das betriebliche Ergebnis sei daher zurückgegangen. RWE gehe jedoch davon aus, dies in den kommenden Quartalen voll zu kompensieren, weshalb der Jahresausblick im Wesentlichen bestätigt werde. Um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse bereinigt erwirtschaftete der Konzern ein Plus beim Außenumsatz um 6 Prozent. Das betriebliche Ergebnis sank um 9 Prozent. Das nachhaltige Nettoergebnis, das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis, stieg um 3 Prozent. Das Nettoergebnis ging aufgrund der Firmenwertabschreibung von American Water deutlich zurück. Das Unternehmen bestätigte den im Februar veröffentlichten Ergebnisausblick für 2008 mit Ausnahme des Nettoergebnisses. Dieses wird sich aufgrund der bekannten Einmalbelastung durch American Water leicht unter Vorjahresniveau bewegen.
Der Touristik- und Schifffahrtskonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) teilte heute mit, dass er mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus in das Geschäftsjahr 2008 gestartet ist und sich für den weiteren Verlauf des Jahres unverändert optimistisch zeigt. Den Angaben zufolge lag der Umsatz der Sparten des Konzerns um 24,3 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das operative Ergebnis der Sparten (bereinigtes EBITA) kletterte um 21 Prozent auf ein saisonal bedingt übliches Minus, hieß es. Das Konzernergebnis war dagegen rückläufig. Im jüngsten Ergebnis sind Belastungen im Zuge der Fusion zwischen First Choice und den touristischen Einheiten der TUI enthalten. Zudem ist zu berücksichtigen, dass das Vorjahresquartal die Abgangsgewinne aus dem mehrheitlichen Verkauf der Montreal Gateway Terminals und aus dem Verkauf der Minderheitsbeteiligung der Hapag-Lloyd AG an der Germanischer Lloyd AG enthielt. Wie der Konzern weiter erklärte, wird der weitere Verlauf des Geschäftsjahres weiterhin positiv eingeschätzt.
Aktuellen Presseberichten zufolge bekundet der russische Mischkonzern Sistema JSFC (ISIN US48122U2042/ WKN A0D8DX) Interesse für den krisengeschüttelten Chiphersteller Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100). Dies berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch in seiner Onlineausgabe. "Für uns ist Infineon ein sehr interessantes Ziel - vor allem der Bereich Forschung- und Entwicklung", zitiert die Zeitung Sistema-CEO Alexander Gontscharuk. Der DAX-Konzern steht derzeit vor einer Neuausrichtung aufgrund der aufgrund der Trennung von der DRAM-Sparte. Allerdings sieht Gontscharuk im Fall von Infineon politische Hürden.
Die Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) hat ihre Verhandlungen über den Einstieg bei der Hellenic Telecommunications Organisation S.A. (OTE) (ISIN GRS260333000/ WKN 903465) erfolgreich abgeschlossen. Die Deutsche Telekom übernimmt einvernehmlich mit der griechischen Regierung die Management-Kontrolle bei OTE und wird das Unternehmen vollständig im Konzern konsolidieren. Auf Basis des aktuellen Kurses der OTE-Aktie ergibt sich für die Beteiligung von 25 Prozent plus einer Stimme ein Gesamt-Kaufpreis von rund 3,2 Mrd. Euro.
Der Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) hat im ersten Quartal ein deutliches Ergebnisplus eingefahren. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Vorsteuergewinn um 56,8 Prozent. Das Konzernergebnis konnte mehr als verdreifacht werden. Beim Konzernumsatz wurde im Vorjahresvergleich ein Anstieg um 3,2 Prozent erzielt. Für das laufende Fiskaljahr bekräftigte der Konzern seine Prognose.
Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) legte heute die Geschäftszahlen für das erste Quartal vor. Demnach verbuchte der Konzern einen Umsatzanstieg von 15,5 Prozent. Beim Periodenergebnis wurde ein Anstieg von 26 Prozent verbucht. An der Gesamtjahresprognose wurde festgehalten: Der Gesamtumsatz soll rund Gesamtumsatz von rund 1,3 Mrd. Euro erreichen, Das Betriebsergebnis (EBIT) sollte auf Konzernebene erstmals die Schwelle von 300 Mio. Euro überschreiten.
Die Premiere AG (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11) musste im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch hinnehmen. Wie der Bezahlfernsehsender heute erklärte, stieg der Umsatz im Berichtszeitraum um 12 Prozent. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust verbucht, nach einem Plus im Vorjahreszeitraum. Wie der Konzern weiter ausführte, wurde das Ergebnis im ersten Quartal durch die Piraterie-Problematik beeinflusst. Die Lücke im Verschlüsselungssystem bremste Umsatzentwicklung und Abonnentenwachstum. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Anzahl der direkten Abonnenten um 4,6 Prozent, gegenüber dem Jahresende 2007 verzeichnete Premiere einen leichten Rückgang. Durch die Schließung der Sicherheitslücke erwartet Premiere ein starkes Wachstum.
Die Klöckner & Co AG (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) verbuchte im ersten Quartal einen deutlichen Ergebnisanstieg. Wie der Metallhändler heute erklärte, stieg das Konzernergebnis nach Minderheiten um 26 Prozent. Beim Umsatz wurde ein Anstieg von 7 Prozent verbucht. Das gute erste Quartal und die unverändert positiven Aussichten für das zweite Quartal bilden ein solides Fundament für die weitere Ergebnisentwicklung im laufenden Geschäftsjahr.
Die Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Umsatz um 22 Prozent. Aufgrund des reduzierten Körperschaftssteuersatzes erreichte der Nachsteuergewinn des Konzerns fast den Level des Vorjahres. Für das Geschäftsjahr 2008 strebt Salzgitter wie bisher ein nennenswertes Wachstum des Konzerns an, das zu mehr als 50 Prozent aus der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung von Gesellschaften der Klöckner-Gruppe im neuen Unternehmensbereich Technologie resultiert. Damit verbunden wird ein operatives Ergebnis oberhalb der Marke von 900 Mio. Euro erwartet.
Der Handels- und Reisekonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) musste im zweiten Quartal einen höheren Verlust ausweisen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der bereinigte Umsatz im Berichtszeitraum um 4,0 Prozent. Beim bereinigten EBITDA-Ergebnis wurde eine deutliche Verbesserung erzielt. Aufgrund eines verschlechterten Finanzergebnisses sowie höherer Steueraufwendungen lag das Konzernergebnis nach Minderheiten unter dem Vorjahresniveau. Für das laufende Fiskaljahr hält der Konzern an seiner Prognose fest und erwartet eine deutliche Ergebnisverbesserung und ein bereinigtes EBITDA von mehr als 800 Mio. Euro. (15.05.2008/ac/n/m)
| 17.07.2008 | Bayer Ziel 66 Euro | Focus Money | |
| 15.07.2008 | Bayer buy | Deutsche Bank AG | |
| 08.07.2008 | Bayer overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 08.07.2008 | Bayer Depotaufnahme | Volksbank Karlsruhe eG | |
| 07.07.2008 | Bayer add | WestLB AG |
Aktien in diesem Artikel
| Bayer | 54,2 | -0,1% | |
| Commerzbank | 22,2 | +5,1% | |
| RWE | 76,1 | -1,8% | |
| TUI | 15,5 | +1,1% | |
| Infineon Technologies | 5,0 | +4,4% | |
| Deutsche Telekom | 10,6 | +0,6% | |
| HOCHTIEF | 56,5 | +1,8% | |
| Hamburger Hafen und Logistik | 46,9 | +3,1% | |
| Premiere | 11,5 | +4,6% | |
| KlöcknerCo | 31,7 | -1,6% | |
| Salzgitter | 99,0 | -1,1% |
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