11.02.2008 18:02
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DAX Schluss: Knapp behauptet, IKB im freien Fall

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem kurzen Abstecher in positives Terrain hat der DAX letztendlich doch schwächer geschlossen. Letztendlich verlor das Aktienbarometer 0,35 Prozent auf 6.743,54 Punkte. Der MDAX büßte daneben 0,99 Prozent auf 8.560,17 Zähler ein. Ohne entscheidende Impulse ist die Wall Street am Nachmittag leichter in den Tag gestartet. Zum Handelsschluss in Deutschland tendierten die US-Indizes uneinheitlich.

Die Aktie der Deutschen Postbank gab einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab und ging lediglich mit plus 1 Prozent in den Feierabend. Einem Pressebericht zufolge könnte eine Entscheidung über den Verkauf des Finanzinstituts bereits im Frühjahr dieses Jahres fallen. Anteile der Mutter Deutsche Post schlossen 0,6 Prozent schwächer. Titel der Deutschen Bank, die als möglicher Käufer gehandelt wird, gaben 0,9 Prozent ab.

Für Anteilsscheine von E.ON ging es leicht nach unten. Der Energieversorger will möglicherweise eine Übernahmeofferte für den spanischen Wettbewerber Iberdrola abgeben, so ein Zeitungsbericht. Titel des Mitbewerbers RWE tendierten hingegen fester. Papiere der Deutschen Lufthansa, die heute die Passagierzahlen für den Monat Januar vorgelegt hat, büßten 0,7 Prozent ein. Am Indexende fielen allerdings Papiere der Commerzbank um 3,9 Prozent zurück. Deutliche Verluste waren außerdem bei der Allianz, der Münchener Rück und METRO zu beobachten.

Im MDAX brach die Aktie der IKB um rund 22 Prozent ein. Bei der angeschlagenen Mittelstandsbank haben sich einem Pressebericht zufolge neue milliardenschwere Löcher aufgetan. Insgesamt benötige das Kreditinstitut eine weitere Kapitalspritze in Höhe von bis zu 2 Mrd. Euro. HUGO BOSS gewannen als Spitzenreiter 7,4 Prozent. Dyckerhoff verbesserten sich im SDAX nach der Vorlage von Zahlen um 4,3 Prozent.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.743,54 (-0,35 Prozent)

MDAX: 8.560,17 (-0,99 Prozent)

Tagesgewinner: Infineon, Deutsche Börse, Deutsche Postbank

Tagesverlierer: Commerzbank, Allianz, METRO

Unternehmensmeldungen:

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) legte heute die Passagierzahlen für den Monat Januar vor. Demnach erhöhte sich die Zahl der beförderten Passagiere im Berichtsmonat bei der Lufthansa Passage-Airlines im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent. Beim Sitzladefaktor verzeichnete man im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Anstieg um 0,9 Prozentpunkte auf 76,9 Prozent. Inklusive der Berücksichtigung der Tochtergesellschaft SWISS kletterte die Zahl der beförderten Passagiere im Vorjahresvergleich um 32,1 Prozent. Der Sitzladefaktor verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 76,5 Prozent.

Der deutsche Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) will möglicherweise eine Übernahmeofferte für den spanischen Wettbewerber Iberdrola S.A. (ISIN ES0144580018/ WKN 851357) abgeben. Laut einem Bericht der britischen Zeitung "Times", die sich bei ihren Angaben auf Industriekreise beruft, zieht der im DAX30 notierte Konzern eine Offerte für den führenden spanischen Energieversorger in Erwägung, sollte ein aus der französischen Electricité de France (EDF) (ISIN FR0010242511/ WKN A0HG6A) und dem spanischen Baukonzern ACS Actividades de Construccion y Servicios S.A. (ISIN ES0167050915/ WKN A0CBA2) bestehendes Konsortium tatsächlich ein Angebot in Höhe von 50,5 Mrd. Euro für Iberdrola vorlegen. Für E.ON wäre eine Übernahme von Iberdrola durch den französischen Konkurrenten ein schwerer Schlag, zumal der deutsche Energieversorger bereits im Kampf um den spanischen Versorger Endesa über eine Niederlage auf dem als strategisch bedeutsam eingestuften spanischen Markt quittieren musste.

Die Entscheidung über den geplanten Verkauf der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) könnte einem Pressebericht zufolge früher als geplant erfolgen. Nach Informationen des "Tagesspiegel" soll die Entscheidung über den Verkauf des Kreditinstituts bereits im Frühjahr fallen. Dabei wäre ein Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) ausdrücklich im Sinne der Politik, da durch das Entstehen eines nationalen Bankenchampions Druck auf das öffentlich-rechtliche Lager ausgeübt werden würde, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise.

Der Industrielle und Investor Heinz Schimmelbusch hat in einem Zeitungsinterview ein Interesse an einer Übernahme der Norddeutsche Affinerie AG (NA) (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) zurückgewiesen. "Ich bin weder direkt noch indirekt in irgendeiner Weise an dem Thema Norddeutsche Affinerie interessiert oder darin involviert", sagte Schimmelbusch der "Financial Times Deutschland". Der Manager war in der vergangenen Woche zentrale Figur bei den Spekulationen über eine mögliche Übernahme des Kupferherstellers. Schimmelbusch sitzt im Verwaltungsrat des russischen Metallproduzenten Norilsk Nickel (ISIN US46626D1081/ WKN 676683). Zuvor hatte das österreichische Magazin "FORMAT berichtet, dass der russische Minen- und Rohstoffkonzern eine Offerte von 35 Euro je Aktie für den Kupferproduzenten abgeben wolle.

Bei der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) haben sich einem Pressebericht zufolge neue milliardenschwere Löcher aufgetan. So benötigt Kreditinstitut nach Informationen der "Financial Times Deutschland" eine weitere Kapitalspritze in Höhe von bis zu 2 Mrd. Euro. Laut dem Bericht kann die staatliche KfW, die 38 Prozent an der IKB hält und mit knapp 5 Mrd. Euro bereits den Löwenanteil des Rettungspakets von 6 Mrd. Euro schultert, die neuerlich benötigten Gelder nicht allein tragen, da die Staatsbank die Mittel aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken beinah ausgeschöpft habe. Die privaten Banken, die sich bereits mit fast 1 Mrd. Euro an der IKB-Rettung beteiligen, wollen weitere Zahlungen verhindern. Allerdings müsste im Fall der IKB-Insolvenz ihr Einlagensicherungsfonds greifen.

Die Balda AG (ISIN DE0005215107/ WKN 521510), ein Entwickler und Produzent von kompletten Baugruppen aus Kunststoff, Metall und Elektronikkomponenten sowie Touch-Sensoren, nahm heute Stellung zu einem Pressebericht vom Wochenende. Wie das Unternehmen mitteilte, gab es am 9. Februar 2008 in der "Neue Westfälische Zeitung" unter dem Titel "Balda zahlt die Löhne nicht" Spekulationen in Zusammenhang mit den von der KS Plastic Solutions GmbH erworbenen europäischen Infocom-Aktivitäten. Der Bericht sei von einzelnen Medien aufgegriffen worden. Balda nehme dies zum Anlass darauf hinzuweisen, dass man alle vertraglichen Verpflichtungen aus dem Verkauf eingehalten habe und ihnen auch künftig nachkommen werde. "'Wir wissen nicht, was bei der KS Plastic Solutions-Gruppe vorgeht, aber wir sind bestürzt, dass den Mitarbeitern dort Löhne und Gehälter vorenthalten werden. Wir haben keine Hinweise, dass Teile der KS Plastic Solutions-Gruppe Zahlungsschwierigkeiten haben", so der der Balda-Vorstandsvorsitzende Joachim Gut.

Der Zementhersteller Dyckerhoff AG (ISIN DE0005591036/ WKN 559103) gab heute sein vorläufiges Jahresergebnis 2007 bekannt. Zudem hat der Vorstand eine Verdoppelung der Dividende vorgeschlagen. Den Angaben zufolge stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2007 um rund 25 Prozent. Der vorläufige Jahresüberschuss kletterte um 90 Prozent. Wie weiter mitgeteilt wurde, wird der Vorstand dem Aufsichtsrat vorschlagen, auf der Hauptversammlung einen Ausschüttungsbeschluss für eine Dividende von 1,32 Euro (Vorjahr: 0,66 Euro) je Stamm- und Vorzugsaktie für das Geschäftsjahr 2007 herbeizuführen. (11.02.2008/ac/n/m)

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