24.07.2008 18:01
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DAX Schluss: Kräftig im Minus, Daimler schockt mit Gewinnwarnung

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem positiven Auftakt hat der DAX letztendlich spürbar schwächer geschlossen. Bis Handelsende verlor der deutsche Leitindex 1,46 Prozent auf 6.440,70 Indexpunkte. Gleichzeitig knickte der MDAX um 3,03 Prozent ein auf 8.306,58 Zähler. Neben dem schwachen Ausblick von Daimler und den negativen US-Vorgaben infolge enttäuschender Verkaufszahlen bestehender Eigenheime hat insbesondere der unerwartet deutliche Rückgang des ifo Geschäftsklimaindex belastet. So verringerte sich der ifo Index im Juli in Gesamtdeutschland von 101,2 Punkten im Vormonat auf 97,5 Punkte. Die Ergebnisse legten dabei nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht.

Die Aktie von Daimler stach mit einem kräftigen Abschlag von 9,6 Prozent ins Auge. Der Gewinn des Automobilkonzerns war im abgelaufenen Quartal rückläufig. Zudem haben die Stuttgarter ihren Ausblick gesenkt. Im Sog dieser Meldung gaben außerdem BMW 4,4 Prozent ab. Volkswagen hielten sich mit -2,8 Prozent etwas besser. Noch deutlichere Abschläge waren bei ThyssenKrupp (-5,7 Prozent), MAN (-5,5 Prozent) und Infineon (-4,9 Prozent) auszumachen.

Titel der Deutschen Post gaben nach anfänglichen Gewinnen 0,4 Prozent ab. Wie der Logistikkonzern am Vorabend mitteilte, konnte das EBIT vor Einmaleffekten im abgelaufenen Quartal trotz einiger Hinweise, dass sich das Wachstum in der Luftfrachtbranche und im Expressmarkt verlangsamt hat, deutlich verbessert werden. Nach dem gestrigen Kursrutsch griffen die Anleger indes wieder bei Merck zu. Der Wert stieg an der DAX-Spitze um 4,6 Prozent. Auf den Plätzen folgten die Deutsche Börse und FMC.

Im MDAX schlossen Wincor Nixdorf mit 2,6 Prozent im Minus. Der Geldautomatenhersteller hat heute die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vorgelegt und im Anschluss die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Am Indexende knickten MTU um mehr als 10 Prozent ein. Premiere rückten als Spitzenreiter um 3,6 Prozent vor.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.440,70 (-1,46 Prozent)

MDAX: 8.306,58 (-3,03 Prozent)

Tagesgewinner: Merck, Deutsche Börse, FMC

Tagesverlierer: Daimler, ThyssenKrupp, MAN

Unternehmensnachrichten:

Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) legte heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Dabei war der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) leicht rückläufig. Der Ergebnisrückgang auf Konzernebene steht insbesondere im Zusammenhang mit der Beteiligung an Chrysler, die das EBIT belastet hatte. Das Konzernergebnis sank um 24 Prozent. Obwohl als Folge der sich langsam abkühlenden Weltkonjunktur und der Konjunkturschwäche in den USA der Gegenwind für die Automobilindustrie und auch für Daimler stärker geworden ist, geht das Unternehmen weiter davon aus, die für 2008 gesteckten Absatzziele für die Geschäftsfelder erreichen zu können. Ausgehend von den Erwartungen der Geschäftsfelder rechnet der Daimler-Konzern für das Jahr 2008 mit einem EBIT aus dem laufenden Geschäft von mehr als 7 Mrd. Euro, wobei Effekte in Zusammenhang mit Chrysler bei dieser Prognose nicht berücksichtigt wurden. Bisher war Daimler von einem EBIT aus dem laufenden Geschäft von deutlich über dem Niveau des Vorjahres (7,7 Mrd. Euro) ausgegangen.

Die Konkurrenten der Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) profitieren einem Zeitungsbericht zufolge offenbar vom drohenden Streik bei der Kranichlinie. "Seit Mitte der Woche haben wir deutlich mehr Buchungen", erklärte ein Sprecher der Billigfluglinie easyJet plc (ISIN GB0001641991/ WKN 590360) gegenüber der Zeitung "Der Tagesspiegel" (Vorabveröffentlichung). Wie es weiter heißt, planen aber weder die Bahn noch die Fluglinie Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) oder easyJet zusätzliche Verbindungen, um mögliche Ausfälle von Lufthansa-Flügen zu kompensieren.

Der Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) hat einen milliardenschweren Beteiligungstausch mit der schwedischen Statkraft abgeschlossen. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, erwirbt der Energieversorger im Rahmen der Vereinbarung für insgesamt rund 4,5 Mrd Euro die 44,6-Prozent-Beteiligung von Statkraft an E.ON Sverige. Im Gegenzug erhält Statkraft E.ON-Aktien im Wert von etwa 2,18 Mrd. Euro sowie Kraftwerksanlagen in Schweden, in Deutschland sowie in Großbritannien. Beide Unternehmen hatten im vergangenen Jahr eine entsprechende Vereinbarung über die heute abgeschlossene Transaktion getroffen.

Die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) konnte trotz einiger Hinweise, dass sich das Wachstum in der Luftfrachtbranche und im Expressmarkt im zweiten Quartal verlangsamt hat, im zweiten Quartal ein starkes Wachstum von rund 18 Prozent im EBIT vor Einmaleffekten präsentieren. Dies gab der Logistikkonzern am Mittwochabend bekannt. Demnach haben alle Unternehmensbereiche die Ergebnisse des Vorjahreszeitraums vor Einmaleffekten erreicht oder übertroffen. Ohne Berücksichtigung von Währungseinflüssen stieg der Quartalsumsatz um etwa 9 Prozent. Der berichtete Anstieg lag bei rund 4 Prozent. Basierend auf den Halbjahresergebnissen und vorausgesetzt, dass sich die weltwirtschaftliche Lage nicht signifikant verschlechtert, hält der Konzern an seinem Ausblick für das EBIT vor Einmaleffekten von 4,1 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2008 fest.

Die zur Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) gehörende Tochter T-Systems treibt den Umbau des Unternehmens voran und startet dazu im September ein neues Abfindungsprogramm in Deutschland. Dies gab der Konzern am Mittwoch bekannt. Dabei richte sich die Höhe der Abfindung nach Alter und Betriebszugehörigkeit. Das Angebot gelte für Mitarbeiter mit und ohne Führungsaufgaben gleichermaßen. Dabei setze T-Systems nicht nur auf das freiwillige Ausscheiden von Mitarbeitern: "Sollten die sozialverträglichen Maßnahmen allerdings nicht ausreichen, kann ich in letzter Konsequenz betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen", so Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG.

Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf AG (ISIN DE000A0CAYB2/ WKN A0CAYB) hat heute die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vorgelegt und im Anschluss die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Der Konzernumsatz verbesserte sich um 8 Prozent. Beim Periodenergebnis wurde ein Anstieg von 22 Prozent verbucht. Neben einer stabilen Entwicklung in Europa konnte der Geldautomatenhersteller vor allem von deutlichen Zuwachsraten in Asien und Amerika profitieren. Trotz der eingetrübten konjunkturellen Gesamtaussichten wurden die Prognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. (24.07.2008/ac/n/m)

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