13.05.2008 17:59
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DAX Schluss: Leicht positiver Ausklang, Telekom schwach, Deutsche Börse gesucht

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der DAX hat sich nach einer regelrechten Berg- und Talfahrt mit leichten Zugewinnen aus dem Handel verabschiedet. Letztendlich verfestigte sich das Aktienbarometer um 0,34 Prozent auf 7.060,19 Punkte. Für den MDAX ging es um 0,35 Prozent auf 9.638,37 Zähler nach oben. Nach der starken Vortagesentwicklung lag die Wall Street zum Handelsschluss in Deutschland allerdings deutlicher im Minus.

Im Blickpunkt des Interesses standen unter anderem Anteilsscheine der Deutschen Telekom. Zuvor hatte die staatliche KfW die Platzierung einer Umtauschanleihe im Gesamtwert von 3,0 Mrd. Euro auf Aktien des Telekommunikationskonzerns angekündigt. Die Aktie der Deutschen Telekom verlor daraufhin 2,4 Prozent. Belastet von Gewinnmitnahmen fielen außerdem Titel von ThyssenKrupp um 2 Prozent zurück. Aktien des Automobilkonzerns Volkswagen schlossen knapp behauptet. Einem Pressebericht zufolge plant der Wolfsburger Konzern den Bau eines neuen Werks in den USA.

TUI gewannen 0,9 Prozent. Wie heute bekannt wurde, konnte die britische Tochter TUI Travel ihren Verlust im ersten Halbjahr deutlich zurückfahren. Nach der Vorlage der Passagierzahlen zogen außerdem Titel der Deutschen Lufthansa um 0,6 Prozent an. Auf der Gewinnerseite befanden sich auch Anteilsscheine der Deutschen Börse, die den DAX aufgrund freundlicher charttechnischer Rahmenbedingungen mit einem Plus von 4,7 Prozent anführten. Gefragt waren außerdem Infineon, Merck und BASF mit deutlichen Kursgewinnen.

In der zweiten Reihe standen Anteilsscheine des Pharmagroßhändlers Celesio im Blick. Zuvor hatte der Konzern enttäuschende Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, was mit einem Abschlag von mehr als 7 Prozent quittiert wurde. EADS gaben leicht ab. Die Tochter Airbus wird voraussichtlich weniger Maschinen vom Typ A380 ausliefern als bisher geplant.

Balda preschten im SDAX um knapp 6 Prozent vor. Die Anleger honorierten damit eine Meldung, wonach sich der Konzern von seinem zu Beginn dieses Jahres zurückgekauften europäischen Infocom-Geschäft getrennt hat.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 7.060,19 (+0,34 Prozent)

MDAX: 9.638,37 (+0,35 Prozent)

Tagesgewinner: Deutsche Börse, Infineon, Merck

Tagesverlierer: Deutsche Telekom, ThyssenKrupp, HRE

Unternehmensnachrichten:

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) konnte im April die Zahl der beförderten Fluggäste steigern. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, entschieden sich insgesamt 6,166 Mio. Passagiere für einen Flug mit Lufthansa oder SWISS, was einer Steigerung von 33,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Der Sitzladefaktor im Konzern betrug aufgrund der Kapazitätserweiterung 78,3 Prozent, was einem Rückgang von 0,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet.

Die zur TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) gehörende britische Tochter TUI Travel plc (ISIN GB00B1Z7RQ77/ WKN A0MWY8) konnte ihren Verlust im ersten Halbjahr zurückfahren. Wie der im DAX30 notierte Konzern heute erklärte, lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum dabei über dem Niveau des Vorjahreshalbjahrs. Der operative Verlust verringerte sich im Vorjahresvergleich ebenso wie der Vorsteuerverlust deutlich. Wesentlichen Anteil an der deutlichen Ergebnisverbesserung hatten verbesserte Margen, wobei man vor allem in den Märkten Großbritanniens, in Frankreich sowie in den Absatzmärkten Nordeuropas deutliche Ergebnisverbesserungen vorzuweisen hatte.

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) hat heute eine Umtauschanleihe auf Aktien der Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) begeben. Laut der Pressemitteilung hat die Umtauschanleihe ein Volumen von 3,0 Mrd. Euro. Die Anleihe kann durch Ausübung einer Greenshoe Option um weitere 0,3 Mrd. Euro erhöht werden. Die Umtauschanleihe hat eine Laufzeit von 5 Jahren und 1 Monat, ist ab dem dritten Kupontermin nach 3 Jahren und 1 Monat vorbehaltlich eines Kündigungsschwellenwertes (hurdle rate) von 130 Prozent kündbar und bei Fälligkeit zu 100 Prozent des Nominalwertes rückzahlbar.

Der Automobilkonzern Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) plant einem Pressebericht zufolge ein neues Werk in den USA, in dem erstmals auch Modelle der Tochter AUDI AG (ISIN DE0006757008/ WKN 675700) und des Sportwagenherstellers Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE0006937733/ WKN 693773) vom Band laufen sollen. "Noch vor der Sommerpause im Juli werden wir das Thema US-Werk zur Entscheidung in den Aufsichtsrat bringen", erklärte der VW-Vorstandschef Martin Winterkorn gegenüber dem "Handelsblatt". Die Produktion in den USA solle laut dem Bericht bereits 2010 anlaufen. Europas größter Autobauer legt sich damit erstmals auf einen konkreten Zeitplan für sein US-Engagement fest.

Dem Pharmakonzern Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) droht bei der Antibabypille Yasmin in Kürze ein Nachahmerpräparat. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" wird der US-Konkurrent Barr Pharmaceuticals Inc. (ISIN US0683061099/ WKN 873170) am 1. Juli in den USA eine Nachahmerversion des Medikaments auf den Markt bringen. Der Fall Yasmin ist der schwerwiegendste Patentstreit, den Bayer gegenwärtig auszutragen hat. Im vergangenen Jahr erzielte Yasmin in den USA umgerechnet 321 Mio. Euro Umsatz. Für den Fall, dass die Billigkopie auf den Markt kommt, hat Bayer die Jahresprognose der Medizinsparte vorsorglich schon leicht gesenkt.

Die Celesio AG (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) musste im ersten Quartal aufgrund des schwierigen regulatorischen Umfelds in der Pharmabranche einen Gewinnrückgang hinnehmen. Wie der Konzern heute erklärte, nahm das EBITDA, das den operativen Erfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ausdrückt, um 25,7 Prozent (21,7 Prozent in lokaler Währung) ab. Der Jahresüberschuss verringerte sich im Vorjahresvergleich in lokaler Währung um 43,8 Prozent. Beim Umsatz wurde ein Rückgang von 3,9 Prozent in Lokaler Währung ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern aufgrund der staatlichen Kostensenkungsmaßnahmen vor allem in Großbritannien dem nicht vertretbaren Rabattwettbewerbs in Deutschland, der Umstellung der Distribution einzelner Hersteller und der Pfundschwäche Belastungen.

Die zum europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) gehörende Tochter Airbus wird voraussichtlich weniger Maschinen vom Typ A380 ausliefern als bisher geplant. Wie der Konzern heute erklärte, habe Airbus die Überprüfung des Hochlaufs der A380-Produktion abgeschlossen und informiert nun Kunden über die sich daraus ergebenden Änderungen des Auslieferungszeitplans. Im Mittelpunkt der Überprüfung stand der Programmstatus am kritischen Übergang von der weitgehenden Einzelfertigung der A380 (der sogenannten "ersten Welle") zur vollständigen Serienentwicklung und -fertigung (der sogenannten "zweiten Welle"). Dabei habe die Überprüfung ergeben, dass das 2006 geplante schnelle Hochfahren der Produktion nicht vollständig erreicht werden kann. Wie der Konzern weiter erklärte, sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen über finanzielle Auswirkungen möglich.

Die Balda AG (ISIN DE0005215107/ WKN 521510) hat sich von ihrem zu Beginn dieses Jahres zurückgekauften europäischen Infocom-Geschäft getrennt. Wie der Konzern heute erklärte, wurde der Geschäftsbereich im Rahmen eines "Asset Deals" mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Mai 2008 an die zur Hanse Industriekapital-Beteiligungs-GmbH (HanseIK) gehörende Heinze Solutions GmbH veräußert. Gegenstand des Verkaufs ist der Betrieb der Balda Solutions Deutschland GmbH in Bad Oeynhausen. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Die Liquiditätsbelastung für Balda zum Ausgleich des bei ihr defizitären Geschäftsbereichs in der Höhe eines höheren einstelligen Millionenbetrags bewegen sich in dem erwarteten Rahmen, teilte der Konzern weiter mit. (13.05.2008/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Deutsche Lufthansa 15,4 +0,4%
TUI 15,4 +1,1%
TUI Travel 2,6 -5,2%
Deutsche Telekom 10,9 +1,5%
Volkswagen 204,7 +0,9%
Bayer 55,8 +3,8%
Celesio 22,6 -4,5%
European Aeronautic Defence and Space 12,7 +1,7%
Balda 1,6 -6,6%
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