05.06.2008 17:59
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DAX Schluss: Leichte Verluste, EZB schürt Zinsängste

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Ungeachtet deutlich positiver Vorgaben der New Yorker Leitbörse hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag Kursverluste hinnehmen müssen. Wie erwartet hat die EZB auf ihrer heutigen Sitzung beschlossen, das Zinsniveau unverändert zu belassen. Auf der folgenden Pressekonferenz deutete EZB-Chef Jean-Claude Trichet allerdings eine mögliche Zinserhöhung an. Der DAX drehte daraufhin ins Minus und verlor letztendlich 0,34 Prozent auf 6.941,83 Indexpunkte. Für den MDAX ging es dagegen um 0,71 Prozent auf 9.820,54 Zähler nach oben. Dow Jones und NASDAQ Composite lagen zum Xetra-Schluss nach positiv aufgenommenen Daten vom Arbeitsmarkt mit jeweils mehr als 1 Prozent im Plus.

Papiere der Deutschen Postbank legten gegen den Trend 1,1 Prozent zu. Laut einem Pressebericht will die Deutsche Post (-0,1 Prozent) bereits in wenigen Wochen Interessenten Zugang zu den Büchern der Tochter gewähren. Damit sei klar, dass der Verkaufsprozess entgegen allen Beteuerungen bereits im vollen Gange ist. An der Indexspitze rückten Titel der HRE um 2,7 Prozent vor. Spürbar fester präsentierten sich außerdem METRO, Henkel und Linde. Merck gewannen 0,9 Prozent. Der Pharmakonzern hat eine klinische Studie mit Atacicept gestartet.

Fusionsphantasien haben heute bei Papieren der Deutschen Telekom keine Rolle gespielt. Der Wert lastete mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf dem Gesamtmarkt. Dabei stand der gesamte Sektor verstärkt im Blick, nachdem der US-Mobilfunkbetreiber Verizon Wireless bekannt gab, dass er seinen Mitbewerber Alltel für insgesamt 28,1 Mrd. Dollar übernehmen wird. Außerdem legte die France Télécom eine Offerte für die schwedische TeliaSonera auf den Tisch. BMW verloren 1,9 Prozent. Einem Pressebericht zufolge ringen die Münchener mit ihren Sparzielen. Neben dem stockenden Stellenabbau belasten Dollarschwäche und Rohstoffpreise zusätzlich. MAN rutschten am Indexende um 3,1 Prozent ab.

Air Berlin zogen im SDAX nach Passagierzahlen um 3,1 Prozent an. FUCHS PETROLUB sprangen um über 4 Prozent. Der Wert wird mit Wirkung zum 23. Juni in den MDAX aufgenommen und dort ARQUES (-1,2 Prozent) ersetzen. ARQUES wiederum steigt in den SDAX ab.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.941,83 (-0,34 Prozent)

MDAX: 9.820,54 (+0,71 Prozent)

Tagesgewinner: HRE, Henkel, METRO

Tagesverlierer: MAN, BMW, Continental

Unternehmensnachrichten:

Die Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) ringt einem Pressebericht zufolge mit ihren Sparzielen. Wie das "Handelsblatt" heute berichtet, wird es gut fünf Monate nach Beginn des umfangreichen Stellenabbaus für die Münchener immer schwieriger, das Tempo zu halten. Während sich die Rohstoffpreise und die Wechselkurse für BMW weiter verschlechtern, droht auch das Stellenabbauprogramm zu stocken, hieß es. Laut der Zeitung bekräftigt der Konzern zwar, beim geplanten Abbau von 8.100 Stellen in diesem Jahr "im Plan zu liegen". Konkrete Zahlen nannte der Automobilhersteller aber nicht. Bis Jahresende wolle BMW den Stellenabbau abgeschlossen haben. Arbeitnehmervertreter stellen den Erfolg des Jobabbaus bereits in Frage.

Die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) treibt den Verkauf ihrer Tochter Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) voran. Wie das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, gibt es schon längst einen Verkaufprozess für die Postbank. Insider erklärten gegenüber der Zeitung, dass die Post bereits im Juni, spätestens aber im Juli einem verengten Bieterkreis Zugang zu den Postbank-Büchern gewähren will. Es sei so gut wie sicher, dass die Veräußerung noch vor dem Jahresende abgeschlossen wird, hieß es.

Laut einem Pressebericht will die EU-Kommission die Sonderrechte für das Land Niedersachsen beim Automobilkonzern Volkswagen AG (VW) (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) jetzt endgültig kippen. Wie das "Handelsblatt" heute unter Berufung auf Kreise der EU-Behörde berichtet, wird die EU-Kommission heute ein neues Verfahren gegen Deutschland wegen des umstrittenen VW-Gesetzes beschließen. Damit stehe die umstrittene Novelle des Gesetzes vor dem Aus, die dem Land Niedersachsen weiterhin starke Sonderrechte bei VW einräumt.

Die zum Pharmakonzern Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) gehörende Konzernsparte Merck Serono hat gemeinsam mit ihrem US-Partner ZymoGenetics Inc. (ISIN US98985T1097/ WKN 798268) eine klinische Studie der Phase II/III mit Atacicept bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) gestartet, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Atacicept zu untersuchen. Wie der Konzern heute verkündete, wird die auf ein Jahr angelegte, randomisierte, plazebokontrollierte klinische Doppelblindstudie der Phase II/III etwa 500 Patienten mit SLE aufnehmen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) verbuchte im Mai 2008 einen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 2.716.646 Millionen Gäste befördert, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 4,6 Prozent entspricht. Die Auslastung der Flotte verbesserte sich im Monatsvergleich von 77,5 auf 80,8 Prozent (+3,3 Prozentpunkte). Wie der Konzern weiter erklärte, lag der Umsatz pro angebotenem Sitzplatzkilometer (ASK) im Berichtsmonat mit 5,31 Eurocent um 11,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) gab am Mittwoch bekannt, dass sie über Veränderungen in ihren Aktienindizes MDAX und SDAX mit Wirkung zum 23. Juni entschieden hat. Wie der Börsenbetreiber mitteilte, wird die FUCHS PETROLUB AG (ISIN DE0005790430/ WKN 579043) in den MDAX aufgenommen und ersetzt dort die ARQUES Industries AG (ISIN DE0005156004/ WKN 515600). ARQUES wird in den SDAX aufgenommen und ersetzt die Aktie von FUCHS PETROLUB. Des Weiteren steigt die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG (ISIN DE000SKWM013/ WKN SKWM01) in den SDAX auf, die Thielert AG (ISIN DE0006052079/ WKN 605207) verlässt den Index. Die Aktie der GESCO AG (ISIN DE0005875900/ WKN 587590) rückt ebenfalls in den SDAX auf und ersetzt die Aktie der Balda AG (ISIN DE0005215107/ WKN 521510). (05.06.2008/ac/n/m)

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