08.10.2007 18:00
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DAX Schluss: Leichte Verluste, SAP auf Talfahrt, Volkswagen an der Spitze

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von deutlichen Abschlägen bei der SAP-Aktie und ausbleibenden Impulsen aus New York hat der DAX am Montag etwas schwächer geschlossen. In einem insgesamt lustlosen Handel bröckelte das Aktienbarometer letztendlich um 0,35 Prozent auf 7.974,37 Zähler ab. Der MDAX legte hingegen 0,05 Prozent auf 10.636,42 Punkte zu. Die Wall Street fand bis zum Xetra-Schluss keine eindeutige Richtung und tendierte knapp behauptet.

Die Aktie von SAP stand heute im Mittelpunkt und lastete mit einem Minus von 4 Prozent spürbar auf dem Gesamtmarkt. Wie der führende europäische Software-Konzern am Sonntag mitteilte, hat er mit der französischen Business Objects eine Vereinbarung über eine Übernahme geschlossen. Die Transaktionshöhe wurde dabei auf 4,8 Mrd. Euro beziffert. Weitere Verlierer waren adidas mit -3,1 Prozent und Siemens mit -1,7 Prozent. Unter Abgabedruck standen außerdem HRE und METRO.

Das Papier von BMW verbesserte sich nach einem schwachen Auftakt marginal. Die Münchener konnten im September ein deutliches Absatzplus einfahren. Mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent markierte das Volkswagen-Papier die Indexspitze. Deutlich im Plus notierten außerdem BASF und die Deutsche Post mit Gewinnen von 1,2 bzw. 1,0 Prozent. Erstere haben heute eine Kooperation mit dem Forschungszentrum IMEC angekündigt.

Das Papier des Einzelhandelskonzerns Douglas rückte im MDAX um 0,8 Prozent vor. Das Unternehmen verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr ein kräftiges Umsatzplus. Gleichzeitig wurde die Ergebnisprognose bestätigt. Arcandor zählten ebenfalls zu den Gewinnern. Einem Pressebericht zufolge lotet der Handels- und Touristikkonzern derzeit Optionen aus, um über seinen milliardenschweren Immobilienverkauf einen Partner für das operative Kaufhausgeschäft zu bekommen. Anteilsscheine von Air Berlin preschten im SDAX nach starken Passagierzahlen um 5,8 Prozent vor.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 7.974,37 (-0,35 Prozent)

MDAX: 10.636,42 (+0,05 Prozent)

Tagesgewinner: Volkswagen, BASF, Deutsche Post

Tagesverlierer: SAP, adidas, Siemens

Unternehmensmeldungen:

Der Software-Konzern SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) meldete am Sonntag, dass er mit der französischen Business Objects S.A. (ISIN FR0004026250/ WKN 929074) eine Vereinbarung (Tender Offer Agreement) über eine vom Verwaltungsrat von Business Objects unterstützte Übernahme geschlossen hat. Das Transaktionsvolumen beträgt unter Berücksichtigung der Transaktionsnebenkosten etwas mehr als 4,8 Mrd. Euro. SAP wird die Transaktion durch liquide Mittel und durch die Aufnahme von Fremdmitteln finanzieren, hieß es. Der Beginn der Annahmefrist setzt die Freigabe durch die französische Börsenaufsicht AMF und durch das französische Finanzministerium voraus. Es wird erwartet, dass die Transaktion im ersten Quartal 2008 abgeschlossen werden kann. Unter dieser Prämisse erwartet SAP für die Geschäftsjahre ab 2009 positive Auswirkungen auf das gemäß US GAAP ermittelte Ergebnis je Aktie. Wegen akquisitionsbedingter Einmaleffekte rechnet SAP für das Geschäftsjahr 2008 mit einem negativen Einfluss auf das EPS-Ergebnis (US GAAP) im mittleren einstelligen Eurocent-Bereich.

Der Chemiekonzern BASF AG (ISIN DE0005151005/ WKN 515100) hat sich dem Industriepartnerprogramm von IMEC zur gemeinsamen Forschungsarbeit für innovative Reinigungslösungen und fortschrittliche Metallisierungssysteme für die IC-Industrie angeschlossen. Laut einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Chemiekonzerns werden die neuen Reinigungslösungen zu erhöhter Leistung und geringerer Komplexität bei der Herstellung von Halbleitern auf Basis der 32-Nanometer (nm)-Technologie und anderen Technologien führen. Es ist geplant, die neuenchemischen Reinigungslösungen mit Einführung der 32-nm-Technologie im Jahr 2010 auf den Markt zu bringen, teilte BASF weiter mit.

Der Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) konnte im September erneut einen Absatzanstieg vorweisen. Wie der im DAX30 notierte Konzern heute erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 7,4 Prozent mehr Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce abgesetzt. Besonders erfreulich entwickelte sich der Absatz beim MINI, der im Berichtsmonat gegenüber dem Vorjahreswert um 31,2 Prozent zulegen konnte. Bei der Marke BMW stieg der Absatz im September um 3,5 Prozent.

Die Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) will künftig noch enger mit High-Tech und Start-up Firmen aus Israel im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) zusammenarbeiten. Dies teilte der im DX30 notierte Konzern heute mit. Die Grundlage dafür schafft eine am Sonntag in Jerusalem von Vertretern der israelischen Regierung und der Deutschen Telekom unterzeichnete Vereinbarung. Dabei besteht die Zielsetzung der Deutschen Telekom drin, innovative Informations- und Kommunikations-Dienste schneller entwickeln und den Kunden anbieten zu können.

Der Einzelhandelskonzern Douglas Holding AG (ISIN DE0006099005/ WKN 609900) meldete heute, dass er die Umsätze im Geschäftsjahr 2006/07 (1.10.2006 - 30.09.2007) auf Basis vorläufiger Zahlen um 12,0 Prozent auf 3 Mrd. Euro gesteigert hat. Auf vergleichbarer Fläche konnten die Vorjahresumsätze um 3,3 Prozent übertroffen werden. "Aufgrund der recht ordentlichen Umsatzentwicklung gehen wir weiterhin davon aus, dass wir auch unser Ergebnisziel erreichen werden", so der Vorstandsvorsitzende Dr. Henning Kreke. Der Konzern hatte sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern (EBT) zwischen 139 und 142 Mio. Euro zum Ziel gesetzt.

Der zum Luft- und Raumfahrtkonzern European Aeronautic Defence and Space Co. EADS N.V. (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) gehörende Flugzeugbauer Airbus will beim Verkauf von vier Standorten in Deutschland offenbar auch das Währungsrisiko auf die Zulieferer abwälzen. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" besteht Airbus künftig darauf, seine Zulieferer künftig in Dollar zu bezahlen. Zudem fordere Airbus laut dem Bericht weitere Preisnachlässe. Im Endeffekt bedeute dies für die Airbus-Partner eine Preissenkung um rund 10 Prozent. Laut dem Bericht wird sich der Verkauf der vier Airbus-Werke weiter verzögern. Eigentlich sollte die Entscheidung schon im Juli, dann im August fallen und wurde auf Oktober verschoben. Nun ist selbst ein Verhandlungsbeginn noch in diesem Jahr fraglich.

Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) lotet Presseangaben zufolge derzeit Optionen aus, um über seinen milliardenschweren Immobilienverkauf einen Partner für das operative Kaufhausgeschäft zu bekommen. Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, habe ein aus der Immobiliensparte des Mailänder Reifenkonzerns Pirelli & C. S.i.A.p.A. (ISIN IT0000072725/ WKN 852023) und der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) bestehendes Konsortium eine verbindliche Offerte für die Karstadt-Immobilien im Wert von etwa 4,5 Mrd. Euro abgegeben. Dabei gebe es laut dem Bericht auch eine Option, welche Pirelli und der Deutschen Bank daneben auch den Erwerb einer Beteiligung am operativen Geschäft der Warenhaussparte ermöglichen würde, berichtet die Wirtschaftszeitung weiter.

Die Billigfluglinie Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) verbuchte im September einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, wurde im Berichtsmonat ein Plus bei den Passagierzahlen um 21 Prozent verzeichnet. Die Auslastung der Flugzeuge lag im September mit 83,6 Prozent 2,4 Prozentpunkte über dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Insgesamt beförderte die Air Berlin-Gruppe (inklusive ihrer vollständigen Tochter LTU) im September 11 Prozent mehr Gäste. Die Auslastung der Flugzeuge war dabei mit 84,3 Prozent um 2,4 Prozentpunkte höher als im September 2006. (08.10.2007/ac/n/m)

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