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DAX-Schluss: Mit Abschlägen ins Wochenende, ThyssenKrupp gefragt
An der Spitze der Standardwerte war lange Zeit die Aktie von Bayer zu finden, die dank positiver Analystenstimmen teilweise mehr als 3 Prozent fester tendierte. Ebenfalls gefragt waren Anteilsscheine von E.ON mit einem Plus von mehr als 2 Prozent, während ThyssenKrupp mit einem Plus von mehr als 2,3 Prozent am Ende die Spitze übernehmen konnte. Am Morgen hatte der Konkurrent ArcelorMittal eine Stahlpreisanhebung angekündigt. SAP war nach einer Analystenaufstufung ebenfalls mit unter den Gewinnern zu finden, während Volkswagen und FMC ebenfalls freundlich tendierten. Der Automobilzulieferer Continental konnte sich ebenfalls in der Pluszone behaupten. Der Konzern geht von einer wachsenden Nachfrage im Zuge der Popularität bei Elektro- und Hybridantrieben aus.
Im Blickpunkt standen am heutigen Tag weiterhin die Anteilsscheine der Hypo Real Estate. Am Vortag hatte die Beteiligungsgesellschaft JC Flowers mitgeteilt, dass im Rahmen der Übernahmeofferte für eine knapp 25-prozentige Beteiligung an dem gewerblichen Immobilienfinanzierer deutlich mehr Aktien angedient wurden, als die ursprünglich angestrebten 24,9 Prozent. Daraufhin kam es zu teilweise deutlichen Abstufungen seitens einiger Analystenhäuser für die HRE. Auch heute war der Wert mit einem deutlicheren Minus in der unteren Mitte des DAX zu finden. Kräftige Abschläge waren außerdem bei der Deutschen Börse auszumachen, die mehr als 3 Prozent abgeben musste. Daimler hatte unter einer Analystenabstufung zu leiden und war mit einem Minus von mehr als 3 Prozent mit am unteren Ende zu finden. Deutlichere Abschläge waren daneben bei MAN, Infineon und adidas auszumachen. Die Anteilsscheine von Siemens standen zum Handelsende ebenfalls im Fokus: Einem Pressebericht zufolge will der Konzern im Rahmen seines geplanten Stellenabbauprogramms in Deutschland allein 6.400 Arbeitsplätze streichen. Zum Schluss tendierte der Wert nur leicht schwächer.
In der zweiten Reihe richteten sich die Blicke der Anleger auf Premiere. Einem Pressebericht zufolge plant der US-Medienkonzern News Corp. möglicherweise ein Übernahmeangebot für den Bezahlfernsehsender. Die Aktie konnte daraufhin deutlichere Aufschläge von 1,5 Prozent vorweisen. Spitzenreiter war SGL CARBON mit +5 Prozent.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.421,91 (-0,58 Prozent)
MDAX: 9.072,61 (-1,00 Prozent)
Tagesgewinner: ThyssenKrupp, Bayer, E.ON
Tagesverlierer: Deutsche Börse, MAN, Daimler
Unternehmensnachrichten:
Der Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) denkt Presseangaben zufolge an einen Umzug der Zentrale innerhalb Düsseldorfs. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) berichtet, hat sich der Konzern am Flughafen in Düsseldorf ein Grundstück von 30.000 Quadratmetern für vier Jahre reserviert. Derzeit sei E.ON in Düsseldorf mit 800 Mitarbeitern an drei Standorten verteilt.
Die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG (ISIN DE000SKWM013/ WKN SKWM01) gab am Donnerstag bekannt, dass die Europäische Kommission wegen des Verdachts kartellrechtswidriger Verhaltensweisen gegen verschiedene Unternehmen im Calciumkarbidsektor ermittelt. Dazu hat die Kommission heute der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG und ihrer Tochter SKW Stahl-Metallurgie GmbH so genannte Beschwerdepunkte mitgeteilt. Darin erläutert die Kommission den Vorwurf einer kartellrechtswidrigen Verhaltenskoordinierung zwischen mehreren Unternehmen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Calciumcarbidpulver sowie von Magnesiumgranulat.
Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) hat sich in Zusammenhang mit der Konsolidierung und weiteren Optimierung ihrer Kernbankprozesse für die branchenspezifische Standardsoftware des Softwarekonzerns SAP AG (ISIN DE0007164600/ WKN 716460) "SAP for Banking" entschieden. Wie der Walldorfer Software-Konzern am Donnerstag im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gab, hat die Großbank dazu ihr gesamtes Darlehensgeschäft restrukturiert und das Konzept einer "Kreditfabrik" mit einheitlichen, durchgängigen Prozessen umgesetzt. Künftig sollen jährlich rund 1,2 Millionen Darlehensverträge standardisiert bearbeitet werden, um so signifikante Effizienzsteigerungen durch weitgehend automatisierte Workflows und beschleunigte Bearbeitungszeiten erreichen zu können.
Der amerikanische Medienkonzern News Corp. (ISIN US65248E1047/ WKN A0DLJU) plant einem Pressebericht zufolge die Übernahme des Bezahlfernsehsenders Premiere AG (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11). Wie das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf gut informierte Kreise schreibt, will der vom Multimilliardär Rupert Murdoch geführte US-Mdienkonzern seine Präsenz in Europa durch die vollständige Übernahme des im MDAX notierten Pay-TV-Senders sowie der Akquisition des spanischen Satellitenfernsehkanals Digital+ verstärken. Insgesamt könnte sich der Gesamtkaufpreis für die Übernahme von Premiere von Digital+ Analystenschätzungen zufolge auf rund 4 Mrd. Euro belaufen, schreibt "WSJ".
Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) will im Rahmen seines Restrukturierungsprogramms in Deutschland rund 6.400 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2010 abbauen. Dies berichtet die "BILD"-Zeitung. Laut dem Bericht sollen demnach vor allem stellen in der Verwaltung von den geplanten Maßnahmen betroffen sein. Am Standort München sind laut dem Bericht rund 800 Stellen betroffen, während in Berlin gut 300 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat beginnen am 7. Juli. Bis Herbst soll der konkrete Abbauplan stehen und die betroffenen Mitarbeiter informiert werden.Weltweit will Siemens rund 15 000 Stellen abbauen. (27.06.2008/ac/n/m)
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