06.03.2008 18:06
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DAX Schluss: Schwach, Rekorde bei Euro und Öl belasten - E.ON, TUI und Post gesucht

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von neuen Rekordständen bei Euro und Öl ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag kräftig unter die Räder gekommen. Zudem lag die Wall Street angesichts der anhaltenden Kreditmarktsorgen zum Sitzungsschluss in Deutschland spürbar im negativen Terrain. Der DAX verlor bis Handelsende 1,38 Prozent und schloss bei 6.591,31 Punkten. Für den MDAX ging es um 0,81 Prozent auf 8.982,94 Zähler nach unten. Am Nachmittag hat der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschlossen, das Zinsniveau unverändert zu belassen.

Nach der Vorlage starker Geschäftszahlen gewann die Aktie des Energieriesen E.ON 1,3 Prozent. Der Konzern konnte im abgelaufenen Fiskaljahr dank höherer Strompreise beim Ergebnis deutlich zulegen und kündigte eine weitere Dividendenerhöhung an. RWE legten im Fahrtwasser des Mitbewerbers 0,7 Prozent zu. TUI verfestigten sich an der DAX-Spitze um 3,4 Prozent. Einem Pressebericht zufolge fordern Großaktionäre des Touristikkonzerns eine Zerschlagung des Unternehmens in seinen Touristikteil und die Containerschifffahrt.

Nach anfänglichen Verlusten ging es auch für Titel der Deutschen Post um 1,1 Prozent nach oben. Der weltgrößte Logistikanbieter konnte das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Einmaleffekten in 2007 wie erwartet um 8 Prozent steigern. Die Erlöse kletterten dabei um knapp 5 Prozent. Auf der anderen Seite fielen Titel der HRE nach einer negativen Analystenstudie um 6,3 Prozent zurück. Dahinter folgten Infineon und die Deutsche Lufthansa. ThyssenKrupp verschlechterten sich um 2,8 Prozent, nachdem der japanische Mitbewerber Nippon Steel eine Gewinnwarnung ausgesprochen hat.

Im MDAX ging es für Salzgitter um 1,1 Prozent nach unten. Wie der Stahlkonzern heute erklärte, erreichte er im abgelaufenen Geschäftsjahr eine neue Rekordmarke beim Konzernumsatz und übertraf das operative Ergebnis des Vorjahres deutlich. STADA schlossen mit 0,9 Prozent im Plus. Der Pharmakonzern konnte Umsatz und Ergebnis im abgelaufenen Fiskaljahr deutlich steigern.

Anteilsscheine der IKB legten 2,2 Prozent zu, obwohl der Wert den MDAX mit Wirkung zum 25. März ebenso wie AWD verlassen wird. Die Aufsteiger sind Hamburger Hafen und Demag Cranes. Im SDAX verfestigten sich Air Berlin nach der Bekanntgabe der Passagierzahlen für den Monat Februar um 1,2 Prozent.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.591,31 (-1,38 Prozent)

MDAX: 8.982,94 (-0,81 Prozent)

Tagesgewinner: TUI, E.ON Deutsche Post

Tagesverlierer: HRE, Infineon, Deutsche Lufthansa

Unternehmensnachrichten:

Der Energieversorger E.ON AG (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) konnte im abgelaufenen Fiskaljahr dank höherer Strompreise beim Ergebnis deutlich zulegen und kündigte eine weitere Dividendenerhöhung an. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Konzernumsatz im abgelaufenen Fiskaljahr um 7 Prozent. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 10 Prozent. Der um außergewöhnliche Effekte bereinigte Konzernüberschuss legte um 9 Prozent zu. Aufgrund der starken Ergebnisentwicklung kündigte der Konzern eine Anhebung der Dividende von zuletzt 3,35 Euro auf 4,10 Euro je Aktie an. Für das laufende Fiskaljahr erwartet E.ON einen Anstieg beim Adjusted EBIT um 5 bis 10 Prozent. Für den bereinigten Konzernüberschuss erwartet das Unternehmen im Jahr 2008 einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Der weltgrößte Logistikanbieter Deutsche Post AG (Deutsche Post World Net) (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) meldete heute seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007. Den Angaben zufolge stieg das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) vor Einmaleffekten um 8 Prozent und liegt im Rahmen der Erwartungen und Prognosen des Konzerns. Aufgrund einer nicht-liquiditätswirksamen Wertberichtigung des Anlagevermögens im EXPRESS Americas Geschäft sank das ausgewiesene EBIT um 17 Prozent. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 4,9 Prozent. Der Nettogewinn nach Minderheiten sank 2007 um 28 Prozent, was vor allem auf die Wertberichtigung des Anlagevermögens im Bereich EXPRESS Americas im vierten Quartal zurückzuführen ist. Für 2008 rechnet der Konzern mit einem Vorsteuergewinn von rund 3,2 Mrd. Euro.

Die Großaktionäre der TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) fordern Presseangaben zufolge eine Zerschlagung des Touristikkonzerns. Nach Informationen der Tageszeitung "DIE WELT" wurde Konzernchef Michael Frenzel von einflussreichen Aktionären in einem Brief aufgefordert, die Hamburger Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd vom Konzern abzuspalten. Unter den Hauptbefürwortern einer entsprechenden Aufspaltung des TUI-Konzerns in seinen Touristikteil und die Containerschifffahrt befindet sich den Angaben zufolge der norwegische Reeder John Fredriksen, der offiziell mindestens 5 Prozent der TUI-Anteile hält. In einem Schreiben an Frenzel und seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow vom vergangenen Dienstag begründet Fredriksen seine Forderung damit, dass eine Abspaltung "der effizienteste Weg" sei, den wahren Wert der TUI-Tochter Hapag-Lloyd transparent zu machen.

Der Börsenbetreiber Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) hat am Mittwoch über Veränderungen in seinen Aktienindizes MDAX, SDAX und TecDAX mit Wirkung zum 25. März entschieden. Demnach wird die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) in den MDAX aufgenommen und ersetzt dort den Finanzdienstleister AWD Holding AG (ISIN DE0005085906/ WKN 508590). Des Weiteren steigt der Kranhersteller Demag Cranes AG (ISIN DE000DCAG010/ WKN DCAG01) in den MDAX auf, die IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) verlässt den Index. In den SDAX wird IKB aufgenommen und ersetzt die Aktie von Demag Cranes.

Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) hat den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der ukrainischen Bank Forum erfolgreich abgeschlossen. Wie der Finanzkonzern heute erklärte, konnte das Closing der Transaktion nach dem vorliegen aller Erklärungen nunmehr auch formal erfolgreich vollzogen werden. Die Commerzbank besitzt nun 60 Prozent plus eine Aktie an dem ukrainischen Kreditinstitut mit den Optionen, nach 36 Monaten bis zu weitere 25 Prozent zu kaufen. Der Kaufpreis beträgt 435 Mio. Euro.

Die Salzgitter AG (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) erreichte im Geschäftsjahr 2007 eine neue Rekordmarke beim Konzernumsatz und übertraf das operative Ergebnis des Vorjahres deutlich. Hierzu trug neben der anhaltenden, außergewöhnlich guten Marktsituation für Walzstahlprodukte und Röhren auch die konsequente Umsetzung weiterer Schritte der Wachstumsstrategie bei. Wie der Stahlkonzern heute erklärte, wuchs der Konzern-Außenumsatz um 21 Prozent auf mehr als 10 Mrd. Euro. Beim Gewinn vor Steuern (EBT) wurde das operative Ergebnis des Jahres 2006 überschritten. Der Nachsteuergewinn sank auf 905 Mio. Euro (2006: 1,51 Mrd. Euro unter Einbeziehung des Verkaufs der Vallourec-Anteile). Im Geschäftsjahr 2008 strebt Salzgitter ein nennenswertes Wachstum des Konzerns an, das zu mehr als 50 Prozent aus der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung von Gesellschaften der Klöckner-Gruppe im neuen Unternehmensbereich Technologie resultiert.

Der Pharmakonzern STADA Arzneimittel AG (ISIN DE0007251803/ WKN 725180) hat heute die vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr vorgelegt und im Anschluss eine Dividendenerhöhung angekündigt. Demnach hat der Konzern den Umsatz um ca. 26 Prozent steigern können. Beim Konzerngewinn wurde nach vorläufigen Berechnungen ein Anstieg von ca. 14 Prozent erzielt. Der um Einmaleffekte bereinigte Konzerngewinn verbesserte sich im Vorjahresvergleich um rund 44 Prozent. Wie STADA weiter erklärte, hat der Vorstand den positiven Ausblick für das laufende Fiskaljahr bestätigt.

Die Billigfluglinie Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) konnte im Februar einen weiteren Anstieg bei der Zahl der beförderten Passagiere vorweisen. Wie der Konzern heute erklärte, wurden im Berichtsmonat insgesamt 1.874.177 Fluggäste befördert, was im Vergleich zum Vorjahresmonat (1.632.799 Passagiere) einem Plus von 14,8 Prozent entspricht. Die Auslastung der Flotte verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 4,1 Prozentpunkte auf 72,5 Prozent. (06.03.2008/ac/n/m)

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