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DAX-Schluss: Schwacher Wochenauftakt, Merck und Henkel gefragt
Mit deutlichem Abstand an der Spitze des DAX rangierte die Aktie des Pharmakonzerns Merck KGaA, die dank positiver Analystenkommentare mehr als 1,7 Prozent fester tendierte. Der Wert profitierte dabei auch von den starken Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Merck & Co. Ebenfalls gefragt waren Anteilsscheine des Konsumgüterkonzerns Henkel, die Aufschläge von 1,3 Prozent zu verzeichnen hatten. Die Aktie der Hypo Real Estate konnte ihre Zugewinne der vergangenen Handelstage weiter ausbauen und war ebenfalls mit unter den größten Gewinnern zu finden. Dabei konnte der Wert von positiven Analystenkommentaren profitieren.
Im Fokus standen abermals die Anteilsscheine des Reise- und Schifffahrtskonzerns TUI. In einem offenen Brief an die Aktionäre hat der Konzern die geplante Trennung vom Geschäftsbereich Containerschifffahrt bekräftigt, wobei auch die Aktionäre an der Veräußerung der Konzernsparte teilhaben sollen. Zum Handelsende wies die TUI-Aktie ein leichtes Plus aus. Mit unter den auffälligsten Werten befand sich auch der Automobilhersteller Volkswagen. Einem Pressebericht zufolge will das Land Niedersachsen offenbar seine Beteiligung an den Wolfsburgern aufstocken, um die Macht des VW-Großaktionärs Porsche einzudämmen. Außerdem stellte der führende europäische Automobilhersteller für April ein deutliches Absatzplus in Aussicht. Zum Ende konnte die VW-Aktie nach zwischenzeitlichem Minus 0,7 Prozent zulegen. Deutlichere Aufschläge waren daneben bei ThyssenKrupp, Bayer und der Deutschen Lufthansa auszumachen.
Am DAX-Ende waren Anteilsscheine des Halbleiter-Herstellers Infineon zu finden, die mehr als 4 Prozent leichter tendierten. Am Abend stehen die Geschäftszahlen der Tochter Qimonda zur Veröffentlichung an. Leichter tendierten außerdem die Anteilsscheine des Allfinanzkonzerns Allianz. Am Morgen hatte der Konzern seine Beteiligung an zwei türkischen Versicherungs-Joint Ventures bekannt gegeben. Mit unter den größten Verlierern zu finden waren auch Anteilsscheine des Automobilkonzerns Daimler. Der Konzern will gemeinsam mit seinem indischen Partner Hero Group bis zum Jahr 2013 insgesamt 700 Mio. Euro in ein Nutzfahrzeug-Joint Venture investieren. Ebenfalls schwächer präsentierte sich die Deutsche Post. Hier belastete der schwelende Tarifkonflikt mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Im MDAX standen mitunter Fresenius im Blick. Der Gesundheitskonzern kündigte am Wochenende die Mehrheitsübernahme des indischen Generikaherstellers Dabur Pharma an. Die Fresenius-Aktie verlor am Ende mehr als 0,7 Prozent. Auch der Automobilzulieferer LEONI konnte sich dem schwachen Marktumfeld nicht entziehen und musste Abschläge von mehr als 2,7 Prozent hinnehmen. Zuvor hatte sich der Konzern einem Pressebericht zufolge sehr zufrieden über den Verlauf des ersten Quartals geäußert.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 6.786,55 (-0,83 Prozent)
MDAX: 9.144,20 (-0,41 Prozent)
Tagesgewinner: Merck KGaA, Henkel, Hypo Real Estate
Tagesverlierer: Infineon, Allianz, Daimler
Unternehmensnachrichten:
Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00) hat heute in einem offenen Brief an die Aktionäre die geplante Trennung vom Geschäftsbereich Containerschifffahrt bekräftigt und will dabei auch die Aktionäre an der Veräußerung der Konzernsparte teilhaben lassen. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, hat man seit der am 17. März 2008 veröffentlichten Entscheidung des Vorstands und des Aufsichtsrats die Abtrennung der Containerschifffahrt planmäßig vorangetrieben. Unter anderem wurde unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden ein internes Projektteam eingesetzt und mit der Durchführung des Prozesses beauftragt. Wie TUI weiter erklärte, sollen auch die Anteilseigner von dem anvisierten Verkauf profitieren.
Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) haben in der Nacht von Sonntag auf Montag bundesweit rund 800 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der Dienstleistungsgewerkschaft hervorgeht, waren insgesamt neun Briefzentren von den Streikmaßnahmen betroffen. Wie es weiter heißt, wird die Gewerkschaft vom 25. bis 29. April in den Betrieben der Deutschen Post eine Urabstimmung durchführen. Damit könnten ab dem 2. Mai unbefristete Streiks bei der Deutschen Post drohen.
Der Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) hat seine Marktposition in der Türkei verstärkt. Wie der Konzern heute erklärte, hat man mit der türkischen Koç Holding eine Vereinbarung zum Erwerb der Anteile an Koç Allianz Sigorta sowie der Anteile an Koç Allianz Hayat ve Emeklilik vereinbart. Damit erwirbt die Allianz für 248 Mio. Euro 47,1 Prozent der Anteile an dem Sachversicherer Koç Allianz Sigorta A, womit sich der Anteil der Allianz auf 84,2 Prozent erhöht. Außerdem erhöht die Allianz ihren direkten Anteil an der Lebensversicherung Koç Allianz Hayat ve Emeklilik A für einen Kaufpreis von 125,2 Mio. Euro von 38,0 Prozent auf 87,0 Prozent.
Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) will gemeinsam mit seinem indischen Partner Hero Group bis zum Jahr 2013 insgesamt 700 Mio. Euro in ein Nutzfahrzeug-Joint Venture investieren. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, haben beide Parteien nach der im März 2008 erfolgten Genehmigung der staatlichen Behörden den Gründungsvertrag für das Gemeinschaftsunternehmen "Daimler Hero Motor Corporation Ltd." unterzeichnet. Das Joint Venture, an dem Daimler 60 Prozent der Anteile halten wird, wird zunächst leichte, mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge unter einem neuen Markennamen für den indischen Volumenmarkt herstellen.
Das Land Niedersachsen will einem Pressebericht zufolge offenbar seine Beteiligung an der Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) aufstocken. Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" zieht der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff derzeit alle Möglichkeiten in Betracht, um die Macht des VW-Großaktionärs Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE0006937733/ WKN 693773) einzudämmen. Sollte es dem Land gelingen, seinen Anteil auf über 25 Prozent zu erhöhen, wäre Porsche in allen wichtigen Fragen auf die Zustimmung Niedersachsens angewiesen. Selbst dann wenn die 80-Prozent-Regelung fallen sollte und für wichtige Beschlüsse der Hauptversammlung (etwa Satzungsänderungen oder Kapitalerhöhungen) nur noch die übliche 75-Prozent-Mehrheit gelten würde.
Die Volkswagen AG geht zu Beginn des zweiten Quartals trotz der weltweit schwieriger werdenden Rahmenbedingungen von einem weiteren Absatzrekord aus. Wie der Automobilhersteller heute erklärte, erwartet man für den Monat April insgesamt rund 550.000 Fahrzeugauslieferungen, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Plus von 7,0 Prozent entspricht. Damit wird der Konzern bereits nach den ersten vier Monaten eines Jahres erstmals die Zwei-Millionen-Grenze übertreffen. Für diesen Zeitraum erwartet das Unternehmen 2,12 Millionen Autoverkäufe an Kunden in aller Welt. Dies entspricht ebenfalls einem Plus von 7,0 Prozent.
Der Gesundheitskonzern Fresenius SE (ISIN DE0005785638/ WKN 578563) gab am Sonntag bekannt, dass Fresenius Kabi seine Wachstumsstrategie auf dem Gebiet intravenös verabreichter Arzneimittel fortsetzt. Der Unternehmensbereich erwirbt demnach 73,3 Prozent der Aktien der indischen Dabur Pharma Ltd. für umgerechnet 139 Mio. Euro. Gemäß den Vorgaben des indischen Rechts hat Fresenius Kabi gestern ebenfalls angekündigt, bis zu 20 Prozent der verbleibenden Aktien im Rahmen eines öffentlichen Übernahmeangebots zu erwerben. Dabur Pharma mit Sitz in Neu-Delhi ist ein führender Hersteller von generischen Arzneimitteln und Wirkstoffen zur Krebsbehandlung.
Der Automobilkonzern LEONI AG (ISIN DE0005408884/ WKN 540888) ist gut in das laufende Fiskaljahr gestartet und zeigt sich mit dem Geschäftsverlauf im ersten Quartal hoch zufrieden. "Es ist sehr gut gelaufen, besser als geplant", sagte Vorstandschef Klaus Probst im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "EURO" (Vorabveröffentlichung). Auch die Integration der zu Jahresbeginn übernommenen Bordnetzsparte des französischen Wettbewerbers Valeo S.A. (ISIN FR0000130338/ WKN 854052) laufe plangemäß. Der Vorstandschef bestätigte das Ziel, den Umsatz 2008 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 3 Mrd. Euro und 2009 um weitere 10 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro zu steigern. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll 2008 um 8 Prozent auf 140 Mio. Euro und 2009 weiter klettern. "Für 2010 und 2011 erwarten wir dann wieder deutlich überproportionale Wachstumsschübe", sagte er.
Die MTU Aero Engines Holding AG (ISIN DE000A0D9PT0/ WKN A0D9PT) hat weitere Großaufträge erhalten. Wie der Konzern heute erklärte, hat man im April einen außergewöhnlich hohen Auftragseingang im Rahmen ihrer Programmbeteiligung an V2500-Triebwerken erzielt. Dabei liegt der Umsatzanteil des deutschen Triebwerksherstellers an insgesamt 218 Triebwerken dieses Typs bei 185 Mio. Dollar bzw. bei 117 Mio. Euro nach aktuellem Wechselkurs. (21.04.2008/ac/n/m)
| 25.06.2008 | TUI halten | Hamburger Sparkasse AG (Haspa) | |
| 25.06.2008 | TUI underperform | Cheuvreux SA | |
| 17.06.2008 | TUI hold | equinet Institutional Services AG | |
| 11.06.2008 | TUI draußen bleiben | Frankfurter Tagesdienst | |
| 11.06.2008 | TUI buy | SEB AG |
Aktien in diesem Artikel
| TUI | 15,0 | +2,8% | |
| Deutsche Post | 15,7 | +1,2% | |
| Allianz SE | 111,0 | +2,3% | |
| Daimler | 41,1 | +2,4% | |
| Volkswagen | 190,2 | +1,2% | |
| Fresenius SE Vz | 50,3 | -1,5% | |
| LEONI | 27,0 | -0,4% | |
| MTU Aero Engines | 22,5 | +5,2% |
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