10.06.2008 18:05
Drucken |

Schrift:

DAX Schluss: Schwächer, Deutsche Lufthansa und TUI gesucht

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Belastet von schwachen Vorgaben aus Asien lag der DAX am Vormittag zeitweise mit 1,5 Prozent im Minus. Letztendlich schloss das Aktienbarometer bei 6.771,10 Punkten (-0,65 Prozent). Der MDAX gab daneben 0,72 Prozent ab auf 9.499,20 Zähler. Die Wall Street war dabei keine Hilfe. Nach wieder aufgeflammten Zinserhöhungssorgen sind die US-amerikanischen Indizes schwächer in den Tag gestartet. Auch zum Xetra-Schluss hatten in New York die Bären die Oberhand.

Mit einem satten Minus von 3,7 Prozent schloss die Aktie von ThyssenKrupp am DAX-Ende. Deutlich schwächer präsentierten sich außerdem Continental, BASF und Henkel mit Abschlägen von bis zu 2,5 Prozent. Infineon gaben 0,8 Prozent ab. Der Wert litt insbesondere unter dem enttäuschenden Ausblick des US-Technologiekonzerns Texas Instruments. Dieser hat am Vorabend seine Umsatz- und Ergebnisschätzung für das zweite Quartal konkretisiert.

Gegen den schwachen Trend gewannen Titel der Deutschen Lufthansa 0,5 Prozent. Wie die Fluggesellschaft im Rahmen der Vorlage der Passagierzahlen bekannt gab, lag die Passagier-Auslastung im Mai trotz Kapazitätswachstums auf unverändert hohem Niveau. SAP kletterten an der DAX-Spitze um 1,4 Prozent.

Gesucht waren außerdem TUI. Einem Pressebericht zufolge haben sich die beiden größten Aktionäre Fredriksen und Mordashov damit einverstanden erklärt, dass die Mittel aus dem geplanten Verkauf der Containerschifffahrtssparte Hapag-Lloyd den Aktionären als Dividende zurückgegeben werden sollen. Für Siemens ging es um 1 Prozent nach oben. Der Konzern hat von der Dublin Airport Authority einen Auftrag im Wert von 40 Mio. Euro erhalten.

Im MDAX verloren Heidelberger Druck 1 Prozent. Angesichts der verminderten Investitionsbereitschaft seiner Kunden erwartet der Konzern für das aktuelle Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang. GILDEMEISTER bildeten mit -5,7 Prozent das Ende. Papiere der Norddeutschen Affinerie gewannen 2,8 Prozent.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.771,10 (-0,65 Prozent)

MDAX: 9.499,20 (-0,72 Prozent)

Tagesgewinner: SAP, TUI, MAN

Tagesverlierer: ThyssenKrupp, Continental, BASF

Unternehmensnachrichten:

Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) konnte im Mai die Zahl der beförderten Fluggäste steigern. Wie der Luftfahrtkonzern heute erklärte, wurden im Berichtsmonat bei den Lufthansa Passage Airlines insgesamt 5,15 Millionen Passagiere befördert, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Plus von 3,2 Prozent entspricht. Der Sitzladefaktor verringerte sich dabei um 0,2 Prozentpunkte auf 78,4 Prozent. Insgesamt entschieden sich 6,330 Millionen Passagiere für einen Flug mit Lufthansa oder SWISS, was einer Steigerung von 26,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Der Sitzladefaktor im Konzern betrug 78,6 Prozent, was dem Niveau des Vorjahresmonats entspricht.

Die zum Pharmakonzern Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) gehörende Konzernsparte Merck Serono hat ein Distributionsabkommen mit Bristol-Myers Squibb Co. (ISIN US1101221083/ WKN 850501) für ein Portfolio bekannter pharmazeutischer Markenprodukte in Lateinamerika getroffen. Wie der im DAX30 notierte Konzern am Dienstag verkündete, erwirbt er die exklusiven Rechte in sieben lateinamerikanischen Ländern auf Vermarktung, Verkauf und Vertrieb von mehr als 30 verschreibungspflichtigen Medikamenten, insbesondere im Therapiebereich CardioMetabolic Care. Das Abkommen ist zunächst auf drei Jahre begrenzt, bei beiderseitigem Einverständnis sei jedoch eine Verlängerung möglich, hieß es. Die sieben durch diese Vereinbarung zur Einlizenzierung abgedeckten Länder in Lateinamerika sind Argentinien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Panama, Peru und Venezuela. Die Umsätze von Bristol-Myers Squibb für dieses Arzneimittel-Portfolio beliefen sich im Jahr 2007 auf über 90 Mio. Dollar. Zum Portfolio gehören Marken wie Pravachol (Pravastatin) und Monopril. Während der Vertrieb exklusiv von Merck Serono durchgeführt wird, bleibt Bristol-Myers Squibb weiterhin für die Herstellung der Medikamente verantwortlich.

Presseangaben zufolge haben sich John Fredriksen und Alexei Mordashov, die beiden größten Aktionäre des Touristik- und Schifffahrtskonzerns TUI AG (ISIN DE000TUAG000/ WKN TUAG00), damit einverstanden erklärt, dass die Mittel aus dem geplanten Verkauf der Containerschifffahrtssparte Hapag-Lloyd den Aktionären als Dividende zurückgegeben werden sollen. Wie die norwegische Zeitung "Dagens Naeringsliv" heute berichtet, sind Fredriksen und Mordashov der Meinung, dass ein erheblicher Teil der Erlöse den Aktionären zukommen sollte, nachdem auch einige Verbindlichkeiten des Konzerns abgebaut wurden. Mit dem Verkauf von Hapag-Lloyd sollen rund 5 Mrd. Euro erlöst werden, so die Zeitung weiter.

Der Technologiekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gab heute bekannt, dass Siemens Mobility von der Dublin Airport Authority (DAA) einen Auftrag im Wert von 40 Mio. Euro für den Bau einer Gepäckförderanlage für das neue Terminal T2 am Flughafen Dublin erhalten hat. Das Projekt soll im Frühjahr 2010 abgeschlossen sein. Den Angaben zufolge ist die Gepäckförderanlage von Siemens Teil eines Gesamtprojekts im Wert von 395 Mio. Euro, in dessen Rahmen am Flughafen Dublin ein zweites Terminal für die Abfertigung von bis zu 15 Millionen Fluggästen jährlich errichtet wird.

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) erwartet für das aktuelle Geschäftsjahr 2008/2009 einen deutlichen Gewinnrückgang, da sich die Investitionsbereitschaft ihrer Kunden durch die Finanzkrise in den USA und die wachsende Konjunkturskepsis deutlich vermindert hat. Wie der Konzern im Geschäftsbericht 2007/2008 erklärte, hielten sich die Kunden im Vorfeld der wichtigen Fachmesse drupa mit Investitionen spürbar zurück. Deshalb fiel der Auftragsbestand zum Stichtag 31. März 2008 auf einen relativ niedrigen Stand. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahrs erwartet das Unternehmen daher einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zudem sei absehbar, dass das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit und somit auch das Ergebnis nach Steuern im ersten Quartal negativ sein werden. Schon heute zeichne sich ab, dass das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit im Gesamtjahr deutlich unter dem Ergebnis des Berichtsjahrs liegen werde.

Die Jungheinrich AG (ISIN DE0006219934/ WKN 621993) ist gut in das laufende Jahr gestartet und hat bis Ende April 2008 Auftragseingang und Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Wie der Hersteller von Flurförderfahrzeugen heute rklärte, stieg der Auftragseingang in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 14 Prozent. Der Umsatz wuchs dabei um 11 Prozent. Der Auftragsbestand des Neugeschäftes lag zum 30. April 2008 um 29 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Auftragseingang 2008 über 2,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro) erreichen wird. Die Umsatzerwartung liegt bei über 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,0 Mrd. Euro). (10.06.2008/ac/n/m)

Was denken Sie über die KfW?
Wichtige Institution
Stümperhafte Vorstände
Sollte abgeschafft werden
Milliardengrab für Steuergelder
Muss umgebaut werden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige