06.06.2008 18:01
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DAX Schluss: Sehr schwach, Ölpreis und US-Arbeitsmarktdaten schicken Märkte auf Talfahrt

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem starken Auftakt hat sich der deutsche Aktienmarkt mit kräftigen Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Der DAX rutschte letztendlich um 1,99 Prozent ab und schloss bei 6.803,81 Punkten. Beim MDAX war ein Minus von 1,45 Prozent auf 9.677,84 Zähler auszumachen.

Laut Angaben des US-Arbeitsministeriums hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA im Mai deutlich verschlechtert. So kletterte die Arbeitslosenquote auf 5,5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2004. Die deutschen Aktienindizes rutschten daraufhin umgehend in negatives Terrain. Nach der fulminanten Vortagesentwicklung ist dann auch die Wall Street mit kräftigen Abschlägen gestartet. Zum Xetra-Schluss stand der Dow Jones Industrial Average 2,3 Prozent tiefer. Ein weiterer Belastungsfaktor war der deutliche Ölpreisanstieg.

Die Aktie von Infineon konnte über weite Strecken des Tages von den unerwartet guten Zahlen des US-amerikanischen Chip-Herstellers National Semiconductor profitieren. Angesichts der schlechten Marktstimmung verlor der Wert letztendlich aber 2,7 Prozent.

BMW büßten 4,4 Prozent ein. Der Automobilhersteller hat seinen Absatz im Mai um 3,9 Prozent gesteigert. Daimler schlossen mit 4,7 Prozent im Minus. Die zu dem Automobilkonzern gehörende Tochter Mercedes-Benz Cars verbuchte im Mai einen Absatzrückgang. Angesichts des jüngsten Ölpreisanstiegs verloren Titel der Deutschen Lufthansa 4,5 Prozent. Das Schlusslicht bildete die Commerzbank mit -5,4 Prozent.

Papiere des Sportartikelherstellers adidas trotzten dem Umfeld und legten im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft leicht zu. Einem Pressebericht zufolge hat der Konzern inzwischen schon 80 Prozent des Absatzziels für 2008 erreicht. Gesucht waren außerdem ThyssenKrupp.

IVG übernahmen im MDAX mit +3 Prozent die Spitze. Dahinter folgten Rheinmetall und KUKA. Das Schlusslicht bildeten MLP mit -6 Prozent. Im SDAX knickten Air Berlin um 5,9 Prozent ein.

Schlusskurse (17:36 Uhr):

DAX: 6.803,81 (-1,99 Prozent)

MDAX: 9.677,84 (-1,45 Prozent)

Tagesgewinner: adidas, ThyssenKrupp

Tagesverlierer: Commerzbank, Daimler, Deutsche Lufthansa

Unternehmensnachrichten:

Der Sportartikelhersteller adidas AG (ISIN DE0005003404/ WKN 500340) will, getragen von der Fußball-Europameisterschaft, in diesem Jahr einen Rekordumsatz erzielen. Wie adidas-Vorstandschef Herbert Hainer gegenüber der französischen Zeitung "La Tribune" erklärte, wurden inzwischen schon 80 Prozent des Absatzziels für 2008 erreicht. Entscheidend für den Erfolg sei das Abschneiden der fünf von adidas ausgerüsteten Fußballteams. Für 2008 hat der Sportartikelhersteller ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Die zum Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) gehörende Mercedes-Benz Cars verbuchte im Mai 2008 einen Absatzrückgang. Wie der Konzern heute erklärte, wurden insgesamt 111.100 (Vorjahr: 116.000) Modelle abgesetzt, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Minus von 4,2 Prozent entspricht. Der Absatz von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz fiel im Mai um 5,1 Prozent auf 98.100 (Vorjahr: 103.400) Einheiten.

Der Automobilhersteller Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (ISIN DE0005190003/ WKN 519000) meldete heute, dass er seinen Automobilabsatz im Mai erneut gesteigert hat. Den Angaben zufolge wurden im Berichtsmonat 133.496 BMW, MINI und Rolls-Royce an Kunden ausgeliefert, was einem Plus von 3,9 Prozent entspricht. Per Mai stieg der Absatz um 6,7 Prozent auf 618.731 Fahrzeuge.

Der Automobilhersteller AUDI AG (ISIN DE0006757008/ WKN 675700), eine Tochter des Automobilkonzerns Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400), gab heute bekannt, dass er von Januar bis Mai weltweit mehr als 426.200 Automobile verkauft hat, was ein Plus von 1,5 Prozent bedeutet. Den Angaben zufolge steigerte AUDI den Absatz im Monat Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent. Stärkste Treiber des Wachstums waren erneut die Regionen Asien/Pazifik und Osteuropa.

Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) gab am Donnerstag bekannt, dass sie die erfolgreiche Emission von 550 Mio. Euro an Hybridkapital durchgeführt und damit die erste öffentliche europäische Hybrid-Benchmarktransaktion im Jahr 2008 platziert hat. Dieser Schritt ist Teil der langfristigen Refinanzierung der Übernahme der International Securities Exchange (ISE). Wie der Börsenbetreiber mitteilte, hat die nachrangige Anleihe eine Laufzeit von 30 Jahren und kann nach fünf bzw. zehn Jahren und danach jährlich vom Emittenten gekündigt werden. Den Angaben zufolge war die Emission innerhalb von weniger als vier Stunden 1,8-fach überzeichnet. Die Überzeichnung hat eine Aufstockung der Transaktion auf 550 Mio. Euro ermöglicht. (06.06.2008/ac/n/m)

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